Nussknacker-Syndrom

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Klassifikation nach ICD-10
I87.1 Venenkompression
ICD-10 online (WHO-Version 2019)

Das Nussknacker-Syndrom entsteht als klinisch manifeste Variante eines Nussknacker-Phänomens durch Einklemmen (Impingement) der linken Nierenvene zwischen der Arteria mesenterica superior und der Aorta abdominalis.

Symptome[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Häufig bestehen keine Beschwerden. Selten kommt es aber zu einer venösen Abflussstörung von Eierstockvene (Vena ovarica), Hodenvene (Varikozele) und zur Ausbildung von Krampfadern der Venen des kleinen Beckens. Im Urin kann Blut (Hämaturie) und Eiweiß (Proteinurie) nachweisbar sein, insbesondere in aufrechter Körperhaltung (Orthostatische Proteinurie). Gelegentlich treten Schmerzen im Bauchraum oder der linken Flanke auf.

Bei Männern können als Folge der Varikozele Schmerzen im Hoden und Störungen der Spermienbildung (Spermatogenese) auftreten. Bei Frauen kann die Krampfaderbildung im Becken zu Druckschmerz im Bereich der Eierstöcke (Ovarien) und zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie) führen.

Diagnostik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Suchverfahren sind Dopplersonographie, Computertomographie, Magnetresonanztomographie. Die Sicherung der Diagnose erfolgt durch Kontrastmitteldarstellung der Nierenvene (Phlebographie) und Druckmessung in Nierenvene und Vena cava inferior.

Therapie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Operative Behandlungsverfahren sind Entfernung der linken Niere (Nephrektomie), operative Fixierung der Niere (Nephropexie), operative Umleitung der Nierenvene oder Verpflanzung der linken Niere in das Becken (Autotransplantation). Alternativ kann über einen Kathetereingriff ein Stent in die linke Nierenvene eingebracht werden, um diese offen zu halten.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]