Nvidia

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Nvidia Corporation
Logo der Nvidia Corporation
Rechtsform Corporation
ISIN US67066G1040
Gründung 1993
Sitz Santa Clara, Kalifornien, USA
Leitung Jen-Hsun Huang
Mitarbeiter 7.000 (2011)
Umsatz 3,99 Mrd. US-Dollar (2011)[1]
Branche Mikroelektronik, Informationstechnik
Produkte Hardware, GrafikkartenVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.nvidia.de

Die Nvidia Corporation (offiziell: NVIDIA Corporation) ist einer der größten Entwickler von Grafikprozessoren und Chipsätzen für Personal Computer und Spielkonsolen. Der Hauptsitz liegt in Santa Clara, Kalifornien.

Geschichte[Bearbeiten]

älteres Logo (bis ca. 2006)

Das Unternehmen wurde im Januar 1993 von Jen-Hsun Huang, Curtis Priem und Chris Malachowsky gegründet. Mit dem NV1 (STG-2000) brachte Nvidia im Mai 1995 einen der ersten 3D-Beschleuniger-Prozessoren (GPU) heraus. Da dieser auf der NURBS-Technik basierte, konnte er sich wegen Kompatibilitätsproblemen nicht am Markt durchsetzen. Bedingt durch diesen Misserfolg war die Marke Nvidia bis 1997/98 relativ unbekannt. Änderung brachte die Serie der Riva-PC-Grafikchips, die den Erfolg des Unternehmens begründete.

Im Januar 1999 wurde Nvidia in den NASDAQ (NVDA) aufgenommen und lieferte im selben Jahr bereits den zehnmillionsten Grafikchip aus. Im Februar 2002 waren über 100 Millionen Grafikchips ausgeliefert worden. Weiterhin kooperiert Nvidia mit Sony, um Grafikchips für die PlayStation 3 und andere Geräte zu entwickeln. Auch wenn das Unternehmen durch diverse Übernahmen heute wesentlich breiter aufgestellt ist als in den Anfangsjahren, so beruht dessen Marktmacht weiterhin vor allem auf der Serie der Geforce-Grafikchips, die 1999 zum ersten Mal vorgestellt wurde.

Im Dezember 2006 eröffnete das amerikanische Justizministerium ein Verfahren gegen Nvidia, wegen Verstößen gegen das Wettbewerbsrecht.[2] Ein Jahr später wählte das Forbes Magazine Nvidia wegen überragender Erfolge in den letzten Jahren zur Firma des Jahres 2007.

Größere Übernahmen[Bearbeiten]

  • Am 15. Dezember 2000 übernahm Nvidia seinen bis dahin größten Konkurrenten im Grafikchip-Markt, den Chip-Designer und Grafikkarten-Fertiger 3dfx zum Preis von ungefähr 95 Millionen US$ und ist seitdem Marktführer in diesem Segment. Außer der Übernahme von Patenten und einigen Mitarbeitern nutzte Nvidia die Übernahme lediglich, um einen Konkurrenten zu beseitigen. Sämtliche Produktlinien von 3dfx wurden umgehend eingestellt.
  • Am 4. August 2003 übernahm Nvidia für den Preis von ungefähr 70 Millionen US$ die 1997 in Santa Clara gegründete Firma MediaQ, einen führenden Anbieter von Grafik- und Multimedia-Technologien für drahtlose mobile Endgeräte. Die wichtigsten Absatzbereiche von MediaQ waren 2,5G- und 3G-Handys, PDAs, LCD-Bildschirme sowie andere mobile Endgeräte. Zu den Kunden von MediaQ zählten führende Handy- und PDA-Hersteller wie Mitsubishi, Siemens, Dell, HP, Palm, Philips, Sharp und Sony.
  • Am 14. Dezember 2005 übernahm Nvidia zum Preis von ungefähr 52 Millionen US$ das Unternehmen ULi, einen seiner größten Wettbewerber im Markt für Chipsätze. Außer der Übernahme von Patenten und einigen Mitarbeitern nutzte Nvidia auch diese Übernahme lediglich, um einen Konkurrenten zu beseitigen. Sämtliche Produktlinien der übernommenen Firma wurden umgehend eingestellt.
  • Am 22. März 2006 übernahm Nvidia zum Preis von ungefähr 37 Millionen US$ die finnische Firma Hybrid Graphics, einen 2D- und 3D-Grafiksoftware-Entwickler für mobile Geräte. Drei Monate später brachten beide Firmen zusammen ein erstes Entwickler-Kit für auf Windows Mobile 5.0 basierende Handys und PDAs heraus. Hybrid Graphics vertrieb keine Produkte an Endkunden, sondern setzte ausschließlich auf den Vertrieb über die Hersteller.
  • Am 6. November 2006 übernahm Nvidia zum Preis von ungefähr 357 Millionen US$ die kalifornische Firma PortalPlayer.[3] PortalPlayer ist ein Hersteller von ARM-basierenden CPUs und stattete damit z. B. die ersten Generationen der iPods von Apple aus. Nvidia wurde durch die Übernahme schlagartig zu einem der größten Anbieter von so genannten SoC (System on a Chip). Direkt nach der Übernahme wurden alle PortalPlayer-Produktlinien vom Markt genommen und unter Nvidias Markennamen wieder neu aufgelegt. Aktuell versucht Nvidia seine Grafikkartentechnologie mit den CPU-Bausteinen zu verbinden und so in den Handheld-Markt zu bringen. Die dafür aufgelegte Produktreihe nennt sich Nvidia Tegra.
  • Am 30. November 2007 übernahm Nvidia zum Preis von ungefähr 88 Millionen US$ die Mental Images GmbH aus Berlin. Die Mental Images GmbH war ein Entwickler von Raytracing-Software und ist heute eine unselbstständige Niederlassung von Nvidia. Grund der Übernahme war vermutlich der Einkauf von Wissen in diesem Bereich, da Raytracing als zukünftige Schlüsseltechnologie im Bereich der Computer-(Spiele)-Grafik angesehen wird.
  • Am 4. Februar 2008 übernahm Nvidia seinen bis dahin größten Konkurrenten im Physik-Prozessor-Markt, das Unternehmen Ageia.[4] Direkt nach der Übernahme wurden sämtliche Produktlinien des Konkurrenten eingestellt. Die von Ageia entwickelte Technologie zur Physik-Beschleunigung wurde von Nvidia in seine Grafikkartentreiber integriert, so dass alle Grafikkarten ab der Geforce-8-Serie hardwareseitig Physik-Beschleunigung unterstützen.

Umsatz- und Gewinnentwicklung[Bearbeiten]

Weil Nvidia seine gesamte Chipfertigung seit Beginn der Geschäftstätigkeit an externe Partner wie TSMC oder UMC auslagert (und somit keine eigenen Chipfabriken unterhalten muss), war es möglich, in den Anfangsjahren ein extremes Wachstumstempo an den Tag zu legen.

Gebremst wurde dieses Wachstum erst Ende 2002 (Nvidia-Geschäftsjahr 2003), als ATI mit dem R300 einen enorm leistungsfähigen Grafikchip auf den Markt brachte. Seit Mitte 2005 (Nvidia-Geschäftsjahr 2006) wächst Nvidia mit einem seitdem wesentlich breiteren Produktportfolio wieder mit hohem Tempo und bei enormen Gewinnspannen, wobei Haupttreiber des Umsatzes nach wie vor die Grafikkarten sind.

Mit der Einführung der DirectX-10-fähigen GeForce-8-Serie im Jahr 2006/07 (Nvidia-Geschäftsjahr 2007/08) erfuhr Nvidia einen weiteren Wachstumsschub, da sich AMDs Konkurrenzprodukt ATI-Radeon-HD-2000-Serie verspätete und sich auch bei Erscheinen im High-End- und Performance-Segment nicht erfolgreich gegen die Nvidia-Karten positionieren konnte. Erneute Rückschläge musste das Unternehmen in den Jahren 2008 und 2009 (Nvidia-Geschäftsjahr 2009/10) hinnehmen, hauptsächlich verursacht durch den allgemeinen Rückgang an verkauften Grafikkarten wegen der Wirtschaftskrise. Hinzu kam eine wachsende Konkurrenz durch die leistungsfähige Radeon-HD-4000-Serie des Dauerkonkurrenten AMD sowie ein starker Rückgang der Marktanteile in der Chipsatzbranche. Im Geschäftsjahr 2010/11 dämpfte die verspätete Einführung der DirectX11 fähigen GPUs das Wachstum. Die Entwicklung der Fermi-Plattform sowie der Tegra-Prozessoren für den Smartphone-Markt brachten Umsatz- und Ergebniszuwächse in 2011 und 2012.

Zeitraum Umsatz (Mio USD) Gewinn (Mio USD) Umsatzwachstum Umsatzrendite
GJ 1996 4 −3 −75 %
GJ 1997/8 38 −2 850 % −5 %
GJ 1999 151 4 297 % 3 %
GJ 2000 375 41 148 % 11 %
GJ 2001 735 98 96 % 13 %
GJ 2002 1.369 142 86 % 10 %
GJ 2003 1.909 51 39 % 3 %
GJ 2004 1.823 49 −5 % 3 %
GJ 2005 2.010 87 10 % 4 %
GJ 2006 2.376 301 18 % 13 %
GJ 2007 3.069 449 29 % 15 %
GJ 2008 4.098 798 34 % 19 %
GJ 2009 3.425 -30 -16 % -1 %
GJ 2010 3.326 -68 -3 % -2 %
GJ 2011 3.543 253 7 % 7 %
GJ 2012 3.998 581 13 % 15 %

Produkte[Bearbeiten]

Grafikchips für PCs[Bearbeiten]

PCI-Grafikkarte mit Riva 128 (NV3), mit der Nvidia 1997 der Durchbruch gelang
Grafik-Prozessor auf einer Nvidia Geforce 6600GT

Chipsätze für PCs[Bearbeiten]

Ab Juni 2001 bot Nvidia auch Chipsätze für Hauptplatinen an. Diese wurden unter dem Markennamen nForce verkauft. Ende 2005 wurde außerdem der Chipsatz-Hersteller ULi Electronics übernommen. Nvidia bot Chipsätze für AMD- und Intel-Plattformen an, vor allem um eine Basis für die Multi-GPU-Technik Scalable Link Interface (SLI) zu besitzen. Im November 2011 gab CEO Jen-Hsun Huang bekannt, dass Nvidia die Herstellung von Chipsätzen eingestellt habe und sich stattdessen auf die Produktion von SoCs konzentrieren werde.[5]

Kritikpunkt: Allgemein galten die Treiber von Nvidia als Schwachpunkt der Chipsätze. Vor allem die IDE-Treiber machten öfter Probleme. Auch die Treiber für den SoundStorm brauchten eine Weile, bis sie einwandfrei funktionierten. Laut einem Artikel von ZDNet verursachten im Frühjahr 2007 Nvidia-Treiber etwa 30 % der Windows-Vista-Abstürze.[6] Angesichts der vielen „Geräte“ in einem Chipsatz ist schwer einzuschätzen, ob dies ein eher hoher oder ein eher niedriger Anteil ist.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die große Hitzeentwicklung besonders der nForce4-Chipsätze.

Grafikchips für Konsolen[Bearbeiten]

HPC-Produkte (High Performance Computing)[Bearbeiten]

CPU/SoC-Chips[Bearbeiten]

Software[Bearbeiten]

Tablet PCs[Bearbeiten]

Im September 2013 wurde bekanntgegeben, dass Nvidia einen eigens entwickelten Tablet-Computer unter dem Namen Tegra Note veröffentlichen wird.[7] Das Tegra Note wird den Prozessor Tegra 4 besitzen, einen 7-Zoll-Display haben und mit einer 5-Megapixel-Kamera auf der Rückseite ausgestattet sein.

GPU Technology Conference[Bearbeiten]

Unter dem Titel GPU Technology Conference veranstaltet Nvidia eine Hausmesse, bei der regelmäßig neue Technologien vorgestellt werden. Der Vorläufer dieser Hausmesse war die NVision, die im Herbst 2008 zum ersten Mal stattfand, dann aber aus Kostengründen abgesagt wurde. Nvidia will mit dieser Hausmesse vorrangig Fachbesucher wie Ingenieure, Wissenschaftler und Journalisten ansprechen.[8][9]

Trivia[Bearbeiten]

Für die Herkunft des Firmennamens gibt es vor allem zwei Vermutungen:

  1. von „n vidia“ abgeleitet, wobei „n“ für eine beliebig erhöhbare Variable und „vidia“ für "sehen" steht;
  2. von dem lateinischen „invidia“, was im Deutschen „Neid“ bedeutet.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nvidia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.google.com/finance?q=NASDAQ:NVDA&fstype=ii
  2. Tom Krazit: Justice Dept. subpoenas AMD, Nvidia. In: www.zdnet.com. 1. Dezember 2006, abgerufen am 17. August 2012.
  3. press releases - Nvidia to Acquire PortalPlayer (6. November 2006)
  4. press releases - Nvidia to Acquire AGEIA Technologies (4. Februar 2008)
  5. xbitlabs:Nvidia: We Are Not Building Chipsets Anymore (11. November 2011)
  6. Nvidia-Treiber verursachen die meisten Vista-Abstürze (31. März 2008)
  7. 200-Dollar-Tablet mit Tegra 4 und Stifteingabe von Nvidia. heise online. 19. September 2013. Abgerufen am 15. Oktober 2013.
  8. NVision 08 auf nvidia.com
  9. GPU Technology Conference auf nvidia.com