Nzérékoré

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Nzérékoré
Nzérékoré (Guinea)
Red pog.svg
Koordinaten 7° 44′ N, 8° 49′ WKoordinaten: 7° 44′ N, 8° 49′ W
Basisdaten
Staat Guinea

Region

Nzérékoré
Präfektur Nzérékoré
Einwohner 215.000 (Schätzung 2020)
Panorama von Nzérékoré
Panorama von Nzérékoré

Nzérékoré ist mit etwa 195.027 Einwohnern[1] zweitgrößte Stadt Guineas und Hauptstadt der gleichnamigen Region und Präfektur Nzérékoré.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nzérékoré liegt in der geographischen Region Waldguinea in Südosten Guineas, nahe den Grenzen zu Liberia und der Elfenbeinküste; die Region Nzérékoré grenzt zudem an Sierra Leone. Es ist ein Kreuzungspunkt von Straßen ins liberianische Ganta, nach Danané (Elfenbeinküste), Kankan und Macenta.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bewohner gehören vorwiegend zu den Ethnien Malinke, Guerzé (Kpelle), Mano (Manon) und Kono (Konon), die 2001 auf 55.000 Personen geschätzt wurden.

Wegen der Bürgerkriege in den Nachbarländern leben viele Flüchtlinge in der Region; in den 1990er Jahren waren dies sogar mehrere 100.000, im November 2004 waren es nach dem UN-Flüchtlingskommissariats (UNHCR) 73.000, von denen bis Ende 2005 weitere 10.000 in ihre Heimatländer zurückkehrten. Das UNHCR unterhält in der Stadt Nzérékoré ein Büro; es gibt ein staatliches Spital und eine römisch-katholische Missionsstation.

Im Sommer 2013 lösten die verschobenen Wahlen gewaltsame Konflikte zwischen den verschiedenen Ethnien aus, die 76 Tote in der Stadt und 22 weitere Opfer in Koule forderten. Zusätzlich wurden mindestens 160 Menschen verletzt.[2] Im Rahmen der umstrittenen Parlamentswahlen und des Verfassungsreferendum vom 22. März 2020 kam es erneut zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit ungefähr 10 Toten, 90 Verletzten und größeren Sachbeschädigungen. Eine Gruppe der muslimischen Konianke, einer Unterethnie der Malinke, griff das Quartier Wessoua an, wo vorwiegend christliche Kpelle wohnen.[3]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand seit der Volkszählung 1983.

        Jahr         Einwohner[1]
1983 (Zensus) 44.598
1996 (Zensus) 107.329
2014 (Zensus) 195.027

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nzérékoré ist Handelszentrum für die landwirtschaftlichen Produkte der Umgebung. Es werden Reis, Maniok, Pfeffer, Tabak, Kaffee, Kolanüsse und Palmen zur Ölgewinnung angebaut. Tropisches Holz wird in einer Säge- und Sperrholzfabrik verarbeitet. Die Exportprodukte Holz, Palmöl und Kaffee werden zum liberianischen Hafen von Monrovia transportiert, der mit 265 Kilometer Entfernung deutlich näher liegt als der landeseigene Hafen in der Hauptstadt Conakry.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ministère de l'Education Pré-Universitaire et de l'Education Civique: Atlas Scolaire de la Guinée, MEPU-EC und GTZ, Conakry 2002.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Guinea: Regionen & Städte - Einwohnerzahlen, Karten, Grafiken, Wetter und Web-Informationen. Abgerufen am 6. Januar 2019.
  2. Dominic Johnson: Unruhen in Guinea: Von der Schlägerei zum Krieg. Eine Konfrontation zwischen Jugendlichen führt zu blutigen Unruhen mit Dutzenden Toten. Hinter einer ethnischen Rivalität stecken politische und regionale Konflikte, taz, 18.  Juli  2013
  3. Agnes Faivre: Élections en Guinée: bilan sanglant à Nzérékoré, capitale forestière. La région forestière a connu une flambée de violences intercommunautaire qui a commencé lors des élections législatives et référendaires. Où en est le bilan? Lepoint, 26. März 2020
  4. https://www.britannica.com/place/Nzerekore