OETZ (Zeitschrift)

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Titelseite der OETZ-Erstausgabe (1979)
OETZ 15: Falttechnik, welche durch Handarbeit bei allen 800 Ausgaben erstellt wurde

OETZ ist eine ehemalige Zeitschrift aus Düsseldorf, welche von 1979 bis 1987[1] in 17 Ausgaben publiziert wurde. Erstellt wurden die Ausgaben von über 180 Studierenden unter der Leitung von Helmut Schmidt-Rhen.[2] Auch Uwe Loesch übernahm zeitweise die Redaktionsleitung. Besonders auffallend ist die asymmetrische Bindung, welche 8 cm vom linken Steg platziert wurde, wodurch im vorderen Teil der Zeitschrift verkürzte, einspaltige Seiten entstanden. In der hinteren Hälfte der Zeitschrift entstanden dementsprechend breitere dreispaltige Seiten. Die Zeitschrift war international bekannt, gewann zahlreiche Preise und wurde auf verschiedenen Ausstellung präsentiert.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inhaltlich beschäftigten sich die Ausgaben überwiegend mit Hochschulpolitische Themen, sowie Themen, die dem Design-, Kunst- und Kulturkreisen zuzuordnen sind. Außerdem wurden Designer, Hochschulen und Ausstellungen der aktuellen Zeit, aber auch Klassiker vorgestellt. Es gibt unter anderen Artikel mit und über Jörg Immendorff, Harald Naegeli, Willi Fleckhaus und Alexander Michailowitsch Rodtschenko.

Im Lesezirkels wurden Bücher vorgestellt, welche mittlerweile begehrte Antiquariate sind wie Das künstlerische Werk 1918–1938 aus dem Bauhaus-Archiv oder Das bildnerische Denken von Paul Klee. Auch werden Werke empfohlen, die heute noch immer gefragte Klassiker sind, wie zum Beispiel das IDEA Magazin aus Tokyo.

Auch sind die Wettbewerbe und Ausschreibungen und deren Siegerentwürfe vorhanden, genauso wie die regelmäßigen Einblicke in die Werbeagenturen und Designbüros der 1970er und 1980er Jahre. Neben hochschulpolitischen und eher formellen Themen gab es auch künstlerische, unterhaltsame oder weniger kritische Themen wie zum Beispiel die Comicserie F. H. Fön-x oder aber Karikatur- und Satirebeiträge.

In der Kolumne Systematische Gestalter wurden grafische Arbeiten und die Biografien von Karl Gerstner[3], Wolfgang Schmidt[4], Helfried Hagenberg[5] und Anton Stankowski[6] vorgestellt.

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem die ersten Studentenpressen gegen Ende des 18. Jahrhunderts bis hin zum Zweiten Weltkrieg einen eher politischen Schwerpunkt hatten[7], war die OETZ-Zeitschrift zusammen mit der Ulm ein Wegbereiter der freien Hochschulzeitschriften der Kreativ-Milieus[8]. Da die Zeitschrift mit ihren 17 Ausgaben über 8½ Jahre publiziert wurde, erreichte Sie eine große Reichweite in der Szene.

Die Zeitschriften ULM der Hfg Ulm, sowie OETZ von der Fachhochschule Düsseldorf inspirierten in den folgenden Jahren zahlreiche andere Designfakultäten, welche ihre eigenen Hochschulzeitschriften publizierten.

Die Zeitschrift Nord Süd Baugefälle hat laut Leserbrief die asymmetrische Bindung des OETZ übernommen, die Zeitschrift aber im Querformat ausgerichtet.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Titelseite der OETZ 10 mit asymmetrischer Bindung und zusätzlichem Sonderfalz im Mittelteil; der OETZ-Schriftzug wurde durch eine Pulverbeschichtung erstellt.

Das Magazin wurde überwiegend in Handarbeit produziert und anschließend von den Studierenden vertrieben. Auffällig waren die außergewöhnlichen Titelseiten, welche mithilfe von einer Messingschablone in Handarbeit gesprüht, lackiert oder mit Siebdruck erstellt wurden.

Preise und Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zeitschrift war nicht nur in den Design-Fachbereichen der deutschen Hochschulen und Kunstakademien bekannt, sondern wurde auch international ausgestellt und prämiert. Sie gewann zahlreiche Preise und wurde unter anderem im Centre Pompidou in der Ausstellung «L'image des mots/magie des Mots» ausgestellt.[12]

Auch war es im Centre de Création Industrielle in der Ausstellung «Typo-grafisime 1980–1984» in Paris zu sehen.

Das OETZ Magazin gewann zudem die Silbermedaille in der Kategorie Zeitung und Zeitschriften bei dem Wettbewerb der Dokumentations- und Informationsstelle für das literarische Leben in Köln (LIK – Literatur in Köln).

Am 6. Mai 1983 gewann die Projektgruppe OETZ zwei Diplome bei der Preisverleihung des internationalen Druckschriften Wettbewerbs Berlin, IDW 83 in den Kategorien Grafik, sowie Konzeption.[13]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Roland Henß: poesie der systematik – design: schmidt rhen. Hrsg.: Roland Henß. Verlag Hermann Schmidt, Mainz 1996, ISBN 3-87439-392-5, S. 271.
  2. Helmut Schmidt-Rhen: Helmut Schmidt-Rhen Biodata. Helmut Schmidt-Rhen, abgerufen am 3. August 2018.
  3. Fachhochschule Düsseldorf (Hrsg.): OETZ 6. Nr. 6. Düsseldorf Juli 1982.
  4. Fachhochschule Düsseldorf (Hrsg.): OETZ 2. Nr. 2. Düsseldorf Juli 1980, S. 56.
  5. Fachhochschule Düsseldorf (Hrsg.): OETZ 1. Nr. 1. Düsseldorf Januar 1980, S. 52.
  6. Fachhoschule Düsseldorf (Hrsg.): OETZ 4. Nr. 4. Düsseldorf Juli 1981, S. 56.
  7. Hans Bohrmann: Strukturwandel der deutschen Studentenpresse. Band 4. Verlag Dokumentation, München 1975, ISBN 3-7940-4020-1, S. 337.
  8. studentenzeitschrift der hochschule für gestaltung, ulm inhaltsverzeichnis sämtlicher ausgaben. hfg ulm – club off ulm, abgerufen am 2. August 2018.
  9. Redaktion Boxhorn: Boxhorn. Redaktion Boxhorn, abgerufen am 3. August 2018.
  10. Nord-Süd-Baugefälle: Zeitschrift für Kultur und Design. Kunsthochschule Kassel, 1980, abgerufen am 3. August 2018.
  11. Rakete. Studio F, abgerufen am 3. August 2018.
  12. Fachhochschule Düsseldorf (Hrsg.): OETZ 14. Nr. 14. Düsseldorf Juli 1986, S. 60.
  13. Rüdiger Quass: OETZ 8. Hrsg.: Fachhochschule Düsseldorf. Nr. 8. Düsseldorf Juli 1983, S. 56.