ORF eins

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ORF eins
Senderlogo
ORFeins.svg
Allgemeine Informationen
Empfang: Kabel, Satellit, DVB-T, IPTV
Sitz: Wien, Österreich
Sendeanstalt: ORF
Intendant: Alexander Wrabetz
Sendebeginn: 1955
Rechtsform: Öffentlich-rechtlich
Programmtyp: Vollprogramm
Liste von Fernsehsendern

ORF eins (bis 1991: FS1; zwischen 1992 und 8. Jänner 2011 ORF 1) ist das erste Fernsehprogramm des Österreichischen Rundfunks (ORF).

Programm[Bearbeiten]

Der Sender zeigt ein 24-stündiges Vollprogramm, legt im Gegensatz zu ORF 2 aber einen Schwerpunkt auf Spielfilme und Serien. ORF eins hat ein deutlich jüngeres Zielpublikum als ORF 2, so wird auch das Kinderprogramm des ORF, okidoki, auf ORF eins ausgestrahlt. Weiters werden Sport-Übertragungen des ORF für breites Publikum (Ski, Formel 1, Fußball) üblicherweise auf ORF eins übertragen. Der ORF besitzt für viele Sportarten die exklusiven Ausstrahlungsrechte für Österreich, so wurde etwa im April 2011 der Vertrag über die Formel 1 bis mindestens 2014 verlängert. Die meisten Sportübertragungen werden für Sehbehinderte im Zweikanalton kommentiert.

Das Nachrichtenformat Zeit im Bild war bis zum 9. April 2007 parallel auf ORF eins und ORF 2 zu sehen, ab dem 10. April wurde es auf ORF 1 allerdings durch Daily-Soaps ersetzt. Als Ersatz für die Zeit im Bild wird ab 20:00 Uhr ein Nachrichtenmagazin namens ZIB 20 ausgestrahlt. Auf dem ehemaligen Sendeplatz der Zeit im Bild ist seit dem 11. Jänner 2010 ein Societyformat ("Backstage", "Chili") mit Dominic Heinzl zu sehen. Zusätzlich werden mehrmals täglich unter dem Titel ZiB Flash Nachrichtenblöcke gesendet.

Die Höhepunkte des Programms (Spielfilme), die so genannte ORF eins Prime Time, sind oft parallel zu den Ausstrahlungen auf deutschen Privat- und öffentlich-rechtlichen Sendern programmiert. Während das Unterbrechen von Programmteilen mit Werbung im deutschen Privatfernsehen üblich ist, beschränkt der ORF – von Programmsponsoring abgesehen – Werbeunterbrechungen auf große Sportereignisse, ganz selten wird in Spielfilme unterbrechungsfrei Werbung für Telefon-Gewinnspiele eingeblendet. So erfreut sich ORF eins auch besonders bei jenen Zuschauern aus Deutschland, die ORF-Programme empfangen können, großer Beliebtheit.

ORF eins lässt sich nur schwer mit dem deutschen Fernsehsender Das Erste vergleichen, da einerseits der zweite öffentlich-rechtliche Fernsehkanal ORF 2 im Unterschied zur Situation in Deutschland vom gleichen Fernsehsender bespielt wird und ein regionaler dritter Kanal fehlt. Andererseits treten aufgrund der Verbreitung im Kabel-TV und im frei empfangbaren Satellitenfernsehen vor allem die großen deutschen Privatsender als Konkurrenz innerhalb Österreichs hervor. Umgekehrt fehlt der ORF durch die Verschlüsselung seiner Programme über Satellit auf dem restlichen deutschsprachigen Markt (seit 1998). ORF eins positioniert sich daher als österreichisches Mainstream-Medium und wagt selten Experimente.

Pünktlich zum Start der EM in Österreich am 7. Juni 2008 schaltete der ORF am 2. Juni auch die hochauflösende Variante ORF eins HD auf, auf dem neben allen Spielen der EM zukünftig auch Serien, Spielfilme und andere Sportevents in High Definition gezeigt werden sollen. Das Programm selbst unterscheidet sich nicht von der SD-Variante. ORF eins HD wird im Vollbildformat 720p50 übertragen, das hinsichtlich senderseitiger Encodierung sowie Bildaufbereitung in handelsüblichen Flachbild TV-Geräten Vorteile gegenüber dem Halbbildformat 1080i50 aufweist. Der ORF ist der erste deutschsprachige öffentlich-rechtliche Sender in Europa, der sein ganzes Programmangebot parallel auch in HD-Signalen sendet.

ORF HD ist verfügbar in der Schweiz auf Swisscom TV seit dem 7. August 2011 und auf Satellit mit dem entsprechenden Fernseher und Receiver.

Screen Design[Bearbeiten]

Im Rahmen des Redesigns 2000 bekam ORF eins eine neue Identität, die im Wesentlichen von einem beweglichen, gallertartigen grünen Quadrat mit der Ziffer 1, auch „Jelli“ genannt,[1] geprägt war. Um ein Einbrennen des Logos in Plasmabildschirmen zu vermeiden, wurde die Sender-Kennung - im Bild rechts oben - ab 2005 nicht mehr grün gefärbt, sondern einheitlich grau. Außerdem sollte der so genannte „Ziegel“, das Anfang der Neunziger von Neville Brody entworfene aktuelle ORF-Logo, als Dachmarke verstärkt im Mittelpunkt stehen.

Das musikalische Design (Sound Identity) von ORF 1 wurde 2000 von dem Komponisten Hannes Bertolini gestaltet und bis auf minimale Veränderungen beibehalten.

Am 8. Jänner 2011 wurde ORF 1 in ORF eins umbenannt, die Ziffer „1“ wurde durch das Wort „eins“ ersetzt. Grundfarbe des neuen Corporate Designs ist „Petrol“, ein Farbton in Cyan, die verwendete Schriftart ist Gotham. Das weiterhin monochrom gehaltene Cornerlogo wandert am Bildschirm von rechts oben nach links oben. Akustisch ist das zentrale Motiv ein „Dreiklang“, dem die gesprochene Ziffer „Eins“ folgt.[2] Eine ähnliche „Refreshment“ genannte Änderung erfolgte am 9. Jänner 2012 für ORF 2.[3]

Jugendschutz[Bearbeiten]

Der ORF kennzeichnet sein Programm durch Hinzufügen eines Kürzels zum permanent eingeblendeten Sendernamen: Nicht für Kinder (X), Nur für Erwachsene (O) oder ohne Kennzeichnung. Die Kennzeichnung Für Kinder empfohlen (K+) wird nur im Teletext angegeben, eine Einblendung des Kürzels unterbleibt.

Leichte Kürzungen von Spielfilmen aufgrund von Jugendschutzrichtlinien kommen vor, tendenziell jedoch seltener als etwa in Deutschland.

ORF eins HD[Bearbeiten]

ORF eins
Senderlogo
ORFeins HD.svg
Allgemeine Informationen
Empfang: Satellit, Kabel, DVB-T2
Sendeanstalt: ORF
Name des SD-Ablegers: ORF eins
Intendant: Alexander Wrabetz
Sendebeginn: 2. Juni 2008
Rechtsform: Öffentlich-rechtlich
Liste von Fernsehsendern

Seit dem 23. Jänner 2008 sendete ORF eins erstmals HD-Material aus. Bis zum 8. Jänner 2011 hieß der Sender ORF 1 HD; er wurde im Rahmen eines sogenannten Refreshments zu ORF eins HD umgebaut.

Geschichte[Bearbeiten]

Mit dem Schladminger Skirennen The Nightrace vom 23. Jänner 2008 erfolgte erstmals eine ORF-HDTV-Live-Übertragung. Mit dem Technikpartner Telekom Austria präsentierte man dazu in Eventform öffentlich den HDTV-Empfang in den ORF-Landesstudios.[4] Mit einem Trailer, der Ausschnitte aus den Bereichen Sport, Film und Dokumentation zeigte, begann am 10. Mai 2008 für Haushalte mit freigeschalteter ORF-Karte erstmals ein offener HD-Testbetrieb.

Offiziell startete ORF eins HD am 2. Juni 2008, fünf Tage vor dem Beginn der Fußball-Europameisterschaft 2008. Zu diesem Zeitpunkt konnte man auch über die UPC Austria-Plattform das Programm verfolgen, welches seitdem in der Auflösung 720p gesendet wird. Da nur wenige Formate in High Definition vorliegen, werden viele Sendungen vom Österreichischen Rundfunk hochskaliert.

HD-Programm[Bearbeiten]

Gesendet wird fast ausschließlich hochskaliertes Material. In echtem HD werden meist sportliche Großereignisse, Eigenproduktionen (Dancing Stars, Die Lottosieger, Schnell ermittelt, SOKO etc.) und Spielfilmpremieren übertragen. Auch einige US-amerikanische Serien sendet ORF eins HD teilweise hochauflösend.

Empfang[Bearbeiten]

Der Sender kann seit 1. Juli 2009 digital über Astra empfangen werden[5].

  • Satellit: Astra 19,2° Ost
  • Downlink-Frequenz: 11,302 GHz
  • Symbolrate (MS/s): 22000
  • Fehlerschutz (FEC): 2/3
  • Polarisation: Horizontal
  • Modulation: 8PSK

Zuvor konnte man den Sender unter einem anderen Transponder empfangen werden (Frequenz: 10,832 GHz, Fehlerschutz (FEC): 5/6). Um den Umstieg zu erleichtern, blieb der frühere Transponder Ende September 2009 in Betrieb. Im italienischen Südtirol wird die HD-Version des Senders seit Mitte 2010 fast ausschließlich auf Kanal 59 in einem Gleichwellennetz bei einer Bitrate von ca. 10 Mbit/s von der Rundfunk-Anstalt Südtirol (RAS) unverschlüsselt über DVB-T empfangbar gemacht. Um den Sender dort empfangen zu können genügt der Besitz eines MPEG-4-fähiges Fernsehgeräts.

ORF eins ist in Österreich über SimpliTV als eines von drei kostenlosen HD-Programmen terrestrisch empfangbar, die technische Reichweite soll nach Angabe des Plattformbetreibers bei 90 Prozent liegen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. "Refreshment" für "ORF eins". In: derStandard.at, 13. Dezember 2010. Abgerufen am 19. Dezember 2010.
  2. Norbert Philipp: "ORF eins": Ein Sender wie ein Loungesessel. In: Die Presse, Printausgabe 19. Dezember 2010. Abgerufen am 19. Dezember 2010.
  3. Aus „ORF 1“ wird „ORF eins“ - „Refreshment“ ab 8. Jaunaur. „Ein ‚kräftiges Umkrempeln‘ verspricht ORF-Artdirektor Hajek, ORF 2 soll möglicherweise 2012 folgen.“ In: TT.com/APA, 14. Dezember 2010. Abgerufen am 19. Dezember 2010.
  4. http://www.pressetext.at/pte.mc?id=107677 „Telekom Austria und ORF realisierten technische Netzkonfiguration für HDTV“ Pressetext.at vom 23. Jänner 2008
  5. Empfangsdaten auf satindex.de