OSEK

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OSEK steht für ein industrielles Standardisierungsgremium und bedeutet ausgeschrieben "Offene Systeme und deren Schnittstellen für die Elektronik im Kraftfahrzeug". OSEK ist ein Warenzeichen der Firma Continental AG, zuvor bis 2007 der Firma Siemens AG.

Entwicklung[Bearbeiten]

Das 1993 gegründete Gremium besteht aus verschiedenen Kfz-Herstellern, deren Zulieferern und Software-Häusern. Gründungsmitglieder waren BMW AG, Daimler-Benz AG (heute Daimler AG), Adam Opel AG, Volkswagen, Robert Bosch GmbH, Siemens AG und das Institut für industrielle Informationstechnik der Universität Karlsruhe (TH).

Im Jahr 1994 schloss man sich mit der 1988 gegründeten französischen VDX-Initiative (Vehicle Distributed Executive) bestehend aus PSA (Peugeot, Citroën) und Renault zusammen. Seitdem lautet die offizielle Bezeichnung OSEK/VDX. Die Gründungsmitglieder bilden heute das Steering Committee.

Konzept[Bearbeiten]

Der wichtigste Standard, den dieses Gremium geschaffen hat ist OSEK-OS. OS steht hier für Operating System oder zu deutsch Betriebssystem. Es handelt sich um eine Spezifikation eines Echtzeitbetriebssystems für eingebettete Komponenten, wie die anderen Standards auch hauptsächlich für die Verwendung auf Echtzeitsystemen im Bereich Automobilelektronik.

Weitere Standards des OSEK-Gremiums neben OSEK-OS sind OSEK-OIL, OSEK-ORTI, OSEK-COM und OSEK-NM, sowie OSEK-TIME.

  • OSEK-OIL stellt eine Beschreibungssprache dar. OIL steht für OSEK Implementation Language. In dieser Sprache werden Betriebssystemobjekte angelegt und beschrieben, wie z.B. Tasks, Interrupts, Ressourcen und Alarme. OIL bietet eine normierte Möglichkeit, für eine Applikation erforderliche Betriebssystemdienste zu beschreiben. Damit soll der Wechsel zwischen verschiedenen OSEK-OS-konformen Betriebssystemen erleichtert werden.
  • OSEK-ORTI definiert die Kommunikation eines OSEK-OS-Betriebssystems mit einem Debugger. ORTI bedeutet OSEK Runtime Interface. Ein Debugger wird damit in die Lage versetzt interne Zustände des Betriebssystems, wie z.B. die Zustände von Tasks, anzuzeigen.
  • OSEK-COM beschreibt die Kommunikation zwischen Programmteilen. Diese Programmteile können sowohl auf einem als auch auf unterschiedlichen Steuergeräten implementiert sein, die miteinander durch ein Netzwerk verbunden sind.
  • OSEK-NM beschreibt unter anderem, wann sich Steuergeräte innerhalb eines Autos abschalten dürfen. NM steht dabei für Network Management. Hintergrund ist, dass alle aktiven Steuergeräte im Auto Strom verbrauchen. Viele dieser Steuergeräte müssen auch bei abgezogenem Zündschlüssel noch arbeiten, damit man beispielsweise auch dann noch das (elektrische) Schiebedach schließen kann. Wenn diese Steuergeräte aber ständig aktiv bleiben, wird die Batterie des Fahrzeugs leer sein, wenn es längere Zeit abgestellt war. Daher werden diese Steuergeräte nach Abstellen des Fahrzeugs über das Netzwerk abgeschaltet. Des Weiteren ist OSEK-NM für alle Aufgaben zuständig, die sich mit der Verwaltung des Netzwerkes, das die Steuergeräte verbindet, sehr oft ein CAN-Bus, beschäftigen. Hierüber wird dem einzelnen Steuergerät beispielsweise mitgeteilt, welche Rolle er im vorhandenen Netzwerk besitzt, und wer seine Nachbarn sind, etc.

Wesentliche Teile der OSEK/VDX-Spezifikationen wurden in eine ISO-Norm überführt. Diese trägt die offizielle Nummer 17356 und umfasst OSEK/VDX-OS 2.2.2, OSEK/VDX-COM 3.0.3, OSEK/VDX-NM 2.5.3 und OSEK/VDX-OIL 2.5, sowie die so genannte Binding Specification 1.4.2, die das Zusammenwirken der einzelnen Teile beschreibt. ORTI ist nicht Bestandteil der ISO-Norm.

Die Arbeiten der OSEK-Gremien finden ihre Fortsetzung im 2003 gestarteten AUTOSAR-Projekt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Werner Zimmermann und Ralf Schmidgall: Bussysteme in der Fahrzeugtechnik – Protokolle, Standards und Softwarearchitektur. Vieweg+Teubner, 4. Auflage, 2010, ISBN 978-3-8348-0907-0

Weblinks[Bearbeiten]