OSIRIS-REx

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OSIRIS-REx

Missionsziel Asteroid (101955) Bennu
Auftraggeber NASA
Aufbau
Trägerrakete Atlas V 411
Startmasse 2110 kg (davon 1230 kg Treibstoff)
Verlauf der Mission
Startdatum 8. September 2016
Startrampe Cape Canaveral, Florida
Enddatum 24. September 2023
 
8. September 2016 Start
 
22. September 2017 Swing-by an der Erde
 
August 2018 Bennu in Kamerareichweite der Sonde
 
Oktober 2018 Beginn der Erforschung von Bennu
 
4. Juli 2020 Probenentnahme
 
3. März 2021 Verlassen des Asteroiden
 
24. September 2023 Abwurf und Landung der Rückkehrkapsel,
Verbleib der Sonde in einem Sonnenorbit

OSIRIS-REx (Origins Spectral Interpretation Resource Identification Security – Regolith Explorer)[1] ist eine Raumsonde der NASA, die am 8. September 2016 mit einer Atlas-V-Rakete gestartet wurde, um vom Asteroiden (101955) Bennu Proben zur Erde zurückzubringen.[2] Bennu ist ein erdnaher Asteroid vom – häufigsten – C-Typ, ein kohlenstoffreicher und deswegen mit einer dunklen Oberfläche beschaffener Asteroid.

Nach New Horizons und Juno ist OSIRIS-REx die dritte Raumsonde des New-Frontiers-Programms. Die Entscheidung für die Mission wurde am 25. Mai 2011 bekannt gegeben, nachdem sie sich in einem Auswahlverfahren gegen einen Venus-Lander, der die Atmosphäre und eine Bodenprobe untersuchen soll (Venus In-Situ Explorer), und eine Sonde, die Materialproben aus dem Südpol-Aitken-Becken des Mondes zur Erde bringen sollte (MoonRise), durchgesetzt hatte.[3] Die Sonde wurde vom US-amerikanischen Technologiekonzern Lockheed Martin gebaut und im Oktober 2015 fertiggestellt. Seitdem wurde sie umfangreichen Tests unterworfen.[4]

Missionsverlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Animation zur Mission

OSIRIS-REx wurde am 8. September 2016 gestartet. Ein Jahr nach dem Start flog sie am 22. September 2017 für ein Swing-by wieder in 17.000 km Entfernung an der Erde vorbei, ein weiteres Jahr später, am 12. September 2018 soll sie in der Nähe des Asteroiden Bennu ankommen. Nach einer 68 Tage dauernden Annäherungsphase wird die Sonde in einen etwa 5 km hohen Orbit einschwenken und die Asteroidenoberfläche kartieren. Außerdem wird OSIRIS-REx den Jarkowski-Effekt messen, das ist der Einfluss der unterschiedlich starken Erwärmung der Asteroidenoberfläche auf den Bahnverlauf des Asteroiden.

Im Laufe der etwa 500 Tage dauernden Beobachtungsphase wird der Orbit Stück für Stück bis auf 700 Meter abgesenkt. Schließlich soll sich OSIRIS-REx dem Asteroiden noch weiter nähern, den Ausleger mit dem Sammelmechanismus (TAGSAM) ausklappen und mindestens 60 g Regolith-Gestein und separat 26 cm² feinkörnigen Oberflächenstaub einsammeln.[5] Die Materialproben werden anschließend in eine Rückkehrkapsel gebracht, die ähnlich jener der Stardust-Sonde aufgebaut ist. OSIRIS-REx soll im März 2021Vorlage:Zukunft/In 3 Jahren den Rückflug zur Erde beginnen und die Rückkehrkapsel im September 2023Vorlage:Zukunft/In 5 Jahren in Erdnähe aussetzen. Anschließend soll die Kapsel auf der Utah Test and Training Range landen.[4][3] Die Sonde wird nach dem Abwurf der Kapsel eine weitere Kursänderung vornehmen und in einen Sonnenorbit einschwenken.[6]

A Rückkehrkapsel; B TAGSAM; C Sondenkörper; D Solarmodule; E Parabolantenne;
f Triebwerke; g Sternsensoren; h Antenne; j Antenne; k Heliumtank;
1 Lidar; 2 OLA; 3 OCAMS; 4 OTES; 5 OVIRS

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

OSIRIS-REx ist quaderförmig, 3,10 m breit und 2,72 m hoch und 2100 kg[7] schwer. Zu beiden Seiten der Sonde befinden sich annähernd quadratische Ausleger mit Solarzellen mit einer Fläche von insgesamt 8,5 m². Für die Kommunikation mit der Erde hat die Sonde eine Parabolantenne mit einem Durchmesser von etwa 2 m und zwei weitere Antennen.[8]

Sie ist mit folgenden Instrumenten ausgerüstet:[8]

  • OCAMS (OSIRIS-REx Camera Suite), Kameras
  • OVIRS (OSIRIS-REx Visible and IR Spectrometer), ein Spektrometer für Infrarot und den Bereich des sichtbaren Lichts
  • OTES (OSIRIS-REx Thermal Emission Spectrometer), ein Spektrometer für Wärmestrahlung
  • OLA (OSIRIS-REx Laser Altimeter), ein Laser-Altimeter
  • REXIS (Regolith X-ray Imaging Spectrometer), ein Röntgenspektrometer[4]
  • TAGSAM (Touch-And-Go Sample Acquisition Mechanism), der Sammelmechanismus für die Materialproben

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Interview mit Dante Lauretta (englisch) auf YouTube, abgerufen am 2. Oktober 2016
  2. spaceflightnow.com: OSIRIS-REx probe launched to asteroid in compelling search for the origins of life abgerufen am 9. September 2016
  3. a b NASA: NASA to Launch New Science Mission to Asteroid in 2016 abgerufen am 12. März 2016
  4. a b c nasaspaceflight.com: OSIRIS-REx enters environmental testing ahead of launch next year abgerufen am 13. März 2016
  5. Dante S. Lauretta: OSIRIS-REx Asteroid Sample-Return Mission. S.544 in: Joseph N. Pelton, et al.:Handbook of cosmic hazards and planetary defense. Springer, Cham 2015, ISBN 978-3-319-03951-0.
  6. Zeitleiste der Mission, abgerufen am 2. Oktober 2016
  7. Sonde „Osiris Rex“ erfolgreich gestartet orf.at, 9. September 2016, abgerufen 9. September 2016.
  8. a b Infoblatt der NASA

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: OSIRIS-REx – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien