Oak Ridge National Laboratory

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Oak Ridge National Laboratory (USA)
(46° 38′ 51″ N, 119° 35′ 55″W)
Hanford Site,
Richland,
Washington
(35° 55′ 48″ N, 84° 18′ 36″W)
Oak Ridge
National
Laboratory
,
Oak Ridge,
Tennessee
(33° 39′ 8″ N, 106° 29′ 34″W)
Trinity-Test,
White Sands
Missile Range,
New Mexico
Einige Orte des Manhattan-Projekts
Architektenzeichnung des geplanten flüssigmetallgekühlten schnellen Brutreaktors von 1973

Das Oak Ridge National Laboratory (ORNL) ist eine wissenschaftlich-technische Forschungs- und Entwicklungseinrichtung in Oak Ridge im US-Bundesstaat Tennessee. Es hat etwa 4750 Mitarbeiter und wird vom amerikanischen Battelle-Institut (UT Battelle LLC) für das Energieministerium der Vereinigten Staaten (DOE) betrieben.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ORNL wurde 1943 als Site X des Manhattan-Projekts gegründet und führte zunächst den Namen Clinton Engineer Works. Seine ursprüngliche Aufgabe war die Herstellung von angereichertem Uran für die ersten Atombomben. Dazu wurde einerseits das Gasdiffusionsverfahren entwickelt und eine Großanlage (K-25) dafür gebaut, andererseits eine größere Zahl von Calutrons installiert.[2] Das benötigte hochangereicherte Uran – unter anderem für die Hiroshima-Bombe verwendet – wurde mit einer Kombination dieser beiden Isotopentrennverfahren gewonnen.

Spätere und heutige Tätigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der elektromagnetischen Methode der Isotopentrennung – auf der das Calutron und auch jedes Massenspektrometer beruht – wurden und werden im ORNL stabile und auch radioaktive Isotope für medizinische und andere Zwecke gewonnen.[3]

Für Kernreaktoren der US-Marine wird weiterhin angereichertes Uran und für Kernwaffen an Li-6 angereichertes Lithium produziert. Der Bereich Y-12 mit etwa 4500 Beschäftigten, der diese Kernspaltungs- und Fusionsbrennstoffe für militärische Zwecke produziert, untersteht ebenfalls dem DOE, ist aber nach heutigem Stand (2020) vom ORNL organisatorisch getrennt.[4][5]

Im ORNL wurde seit den 1960er Jahren theoretisch und experimentell intensiv am Konzept der Salzschmelzenreaktoren gearbeitet.[6][7][8]

Das ORNL wurde zu einem Forschungs- und Entwicklungszentrum für verschiedene Energie- und Umweltfragen. Es beherbergt auch Summit, einen der leistungsstärksten Supercomputer der Welt. Mit der geheimgehaltenen Multiprogram Research Facility entwickelt hier außerdem die National Security Agency die Auswertung von Signals Intelligence und Kryptoanalyse mittels Supercomputern.[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ORNL-Homepage, abgerufen 2. Mai 2020 [1]
  2. Jeffrey Strickland: The Men of Manhattan: Creators of the Nuclear Era. Lulu Inc., 2011, ISBN 978-1-257-76188-3
  3. J. G. Tracy: Status of the isotope enrichment program at Oak Ridge National Laboratory. Nuclear Instruments and Methods in Physics Research Section A, Bd. 303 (1991) Seite 3–8. [2]
  4. Hinweis auf der ORNL-Webseite, abgerufen 2. Mai 2020 [3]
  5. Webseite von Y-12 [4]
  6. P. N. Haubenreich, J. R. Engel: Experience with the Molten-Salt Reactor Experiment. (PDF, Nachdruck) In: Nuclear Applications and Technology. 8, 1970, S. 118–136.
  7. C. F. Baes Jr.: The chemistry and thermodynamics of molten salt reactor fuels. Journal of Nuclear Materials Band 51 (1972) S. 149–162, [5]
  8. D.E. Holcomb, G.F.Flanagan et al.: Fast Spectrum Molten Salt Reactor Options. Bericht ORNL/TM-2011/105, 2011 [6]
  9. James Bamford: The NSA Is Building the Country’s Biggest Spy Center (Watch What You Say), Wired, 15. März 2012

Koordinaten: 35° 59′ 9,8″ N, 84° 15′ 31″ W