Ober-Schmitten

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Ober-Schmitten
Stadt Nidda
Koordinaten: 50° 26′ 40″ N, 9° 2′ 3″ O
Höhe: 142 m ü. NHN
Fläche: 3,32 km²[1]
Einwohner: 914 (31. Dez. 2016)[2]
Bevölkerungsdichte: 275 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Dezember 1970
Postleitzahl: 63667
Vorwahl: 06043

Ober-Schmitten ist ein Stadtteil von Nidda im hessischen Wetteraukreis und hat etwa 1.000 Einwohner.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ober-Schmitten liegt in der nördlichen Wetterau am Rande des Vogelsberges zu beiden Seiten der Nidda. Der höchste Punkt der Gemarkung erreicht am bewaldeten Nordhang des Friedrichsberges 300 Meter.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Ober-Schmitten im Kopialbuch des Klosters Hirzenhain im Jahre 1449 als „Oberste und unterste Waltsmytte“.[3] Dort finden sich aber bereits Lagehinweise vom 1. Oktober 1441: „Wiesen gelegen zuschen den tzwen smytten“ und vom 22. März 1442: „Wiesen ... gelegen zuschen den tzweyn waltsmitten.“[4] Der Ortsname der beiden Dörfer ist selbsterklärend.

Die Geschichte Ober-Schmittens ist seit jeher eng mit der Eisengewinnung und der Papierherstellung verbunden. Als Gründer kommen die Waldschmieden in Betracht, die im Niddatal in primitiver Arbeitsweise den Vogelsberger Brauneisenstein zu Erz verhütteten.

Im Vorfeld der Gebietsreform in Hessen schloss sich die Gemeinde Ober-Schmitten am 1. Dezember 1970 mit anderen Gemeinden zur Stadt Nidda zusammen.[5]

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Ober-Schmitten lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[1][6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen sind:[1]

  • 1961: 853 evangelische und 179 katholische Einwohner
Ober-Schmitten: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2016
Jahr  Einwohner
1791
  
280
1834
  
443
1840
  
502
1846
  
488
1852
  
491
1858
  
482
1864
  
444
1871
  
466
1875
  
433
1885
  
486
1895
  
431
1905
  
462
1910
  
494
1925
  
520
1939
  
648
1946
  
884
1950
  
934
1956
  
975
1961
  
1.041
1967
  
1.071
1970
  
1.089
2000
  
1.035
2006
  
1.009
2010
  
933
2016
  
914
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1]; 1791:[9]; ab 2000:[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsvorsteher ist Andreas Prasse (Stand Juni 2013).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 28. Januar 1966 wurde der Gemeinde Ober-Schmitten im damaligen Landkreis Büdingen ein Wappen mit folgender Blasonierung verliehen: In goldenem Schildhaupt eine linksgewendete rote Schmiedezange, einen roten Nagel fassend, darunter im schwarzen Schild drei silberne Schriftrollen (2:1).[14]

Bedeutung: die Farben Schwarz und Gold stehen für die frühere Zugehörigkeit zur Grafschaft Nidda unter dem Haus Ziegenhain. Zange und Nagel sowie die drei Schriftrollen weisen auf die traditionelle Eisengewinnung und die Papierherstellung hin.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ober-Schmitten liegt an der Bundesstraße 455.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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  • Glatfelter Ober-Schmitten
  • Kopafilm Elektrofolien
  • Hera Papierverarbeitung
  • Moufang KG

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Josef-Moufang-Schule war nach dem Krieg der erste Schulneubau im Landkreis Büdingen und wurde im Jahr 1951 eingeweiht. Schon damals erhielt sie den Namen von Josef Moufang, der in Ober-Schmitten eine Papierfabrik betrieb und einen erklecklichen Geldbeitrag für den Neubau der Schule spendete.

Diese Schule läutete auch das Ende der alten zweiklassigen Schule ein, in der die Klassen 1 bis 4 und 5 bis 8 in zwei Räumen unterrichtet wurden. Bis in die sechziger Jahre wurden dann die Klassen 1+2, 3+4, 5–8 gemeinsam unterrichtet. Die Kinder ab Klasse 5 wurden hier seit etwa 1970 nicht mehr beschult. Mit der neuen Schule konnte dann jede Klasse der Grundschule einen eigenen Raum beziehen.

Notwendig wurde der Schulbau durch die bedeutende Bevölkerungszunahme nach dem Krieg. Ober-Schmitten wuchs durch Flüchtlinge und Vertriebene von 600 Einwohnern auf rund 1.100. In der alten Schule wurden nach 1951 Wohnungen eingerichtet, 1970 wurde das Gebäude abgerissen.

Sportanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zwei Sportplätze des VfB 1920 Ober-Schmitten e.V.
  • Zwei Tennisplätze des Tennisclubs Ober-Schmitten

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Ober-Schmitten, Wetteraukreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 23. März 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. a b „Nidda in Zahlen“ im Internetauftritt der Stadt Nidda, abgerufen im März 2018.
  3. Georg Wilhelm Justin Wagner: Die Wüstungen im Großherzogtum Hessen. Mit einem ergänzenden Anhang von F. Knöpp (Vol. 1-3). Darmstadt 1854-1865. S. 213.
  4. K. Th. Christian Müller, Aschaffenburger Kopialbuch des Klosters Hirzenhain. In: AHG NF 11, 1916, S. 324–472, S. 347 f, Nr. 94 und 99.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 351.
  6. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  7. Martin Röhling: Niddaer Geschichtsblätter. Heft 9. Die Geschichte der Grafen von Nidda und der Grafen von Ziegenhain. Hrsg.: Niddaer Heimatmuseum e. V. Im Selbstverlag, 2005, ISBN 3-9803915-9-0, S. 75, 115.
  8. Die Zugehörigkeit des Amtes Nidda anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: Hessen-Marburg 1567-1604, Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt 1604-1638 und Hessen-Darmstadt 1567-1866
  9. a b Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 207, 277 (online bei HathiTrust’s digital library).
  10. Wilhelm von der Nahmer: Handbuch des Rheinischen Particular-Rechts: Entwickelung der Territorial- und Verfassungsverhältnisse der deutschen Staaten an beiden Ufern des Rheins : vom ersten Beginnen der französischen Revolution bis in die neueste Zeit. Band 3. Sauerländer, Frankfurt am Main 1832, S. 9 (online bei Google Books).
  11. Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 421 (online bei Google Books).
  12. Georg W. Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Oberhessen. Band 3. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt 1830, S. 181 ff. (online bei Google Books).
  13. Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler: Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 11,2 MB]).
  14. Der Hessische Minister des Inneren: Genehmigung eines Wappens der Gemeinde Ober-Schmitten, Landkreis Büdingen, Regierungsbezirk Darmstadt vom 28. Januar 1966. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1966 Nr. 7, S. 218, Punkt 128 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,6 MB]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ober-Schmitten – Sammlung von Bildern