Oberamt Haigerloch

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Das Oberamt Haigerloch war ein Verwaltungsbezirk im Süden des heutigen deutschen Bundeslandes Baden-Württemberg. Das hohenzollerische Oberamt gehörte von 1806 bis 1850 zu Hohenzollern-Sigmaringen, anschließend bis zu seiner Auflösung im Jahr 1925 als Teil der Hohenzollernschen Lande zu Preußen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang des 19. Jahrhunderts setzte sich das fürstliche Oberamt Haigerloch aus den früheren Herrschaften Haigerloch und Wehrstein zusammen. Beide Gebiete waren schon vor den Umwälzungen der napoleonischen Zeit im Besitz des Hauses Hohenzollern, unterschieden sich aber in ihrem rechtlichen Status: Haigerloch, zeitweise Sitz einer eigenen Linie, war zollerisches Allod, Wehrstein hingegen stand bis 1806 unter österreichischer Lehns- und Landeshoheit. 1854 wurde der Bezirk um die Orte des aufgelösten Oberamts Glatt vergrößert. Durch das Gesetz zur Vereinfachung der Verwaltung vom 7. Oktober 1925 wurden die Oberämter Haigerloch und Hechingen zum Landkreis Hechingen vereinigt.

Zugehörige Orte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1806 gehörten zum Oberamt die Stadt Haigerloch und die Dörfer Bietenhausen, Bittelbronn, Gruol, Hart, Heiligenzimmern, Höfendorf, Imnau, Stetten, Trillfingen, Weildorf, Betra, Empfingen und Fischingen. (Die drei letztgenannten Orte bildeten die frühere Herrschaft Wehrstein.) 1838 wurden Betra und Fischingen zum Oberamt Glatt versetzt, kehrten aber 1854 nach dessen Auflösung zum Oberamt Haigerloch zurück, dem auch die übrigen Orte des Oberamts Glatt zugewiesen wurden: die Dörfer Dettensee, Dettingen, Dettlingen, Dießen und Glatt sowie die Domäne Neckarhausen.

Von 1854 bis zu seiner Auflösung umfasste das Oberamt somit folgende Gemeinden:[1]

Nr. Gemeinde Fläche (ha)
1885
Einwohner
1885
Einwohner
1925
heutige Gemeinde
1 Haigerloch, Stadt 570 1217 1280 Haigerloch
2 Betra 808 868 792 Horb am Neckar
3 Bietenhausen 180 261 280 Rangendingen
4 Bittelbronn 613 421 440 Haigerloch
5 Dettensee 294 363 329 Horb am Neckar
6 Dettingen 1036 901 906 Horb am Neckar
7 Dettlingen 435 278 251 Horb am Neckar
8 Dießen 871 520 487 Horb am Neckar
9 Empfingen 1320 1511 1496 Empfingen
10 Fischingen 396 457 539 Sulz am Neckar
11 Glatt 728 422 398 Sulz am Neckar
12 Gruol 1723 1084 1009 Haigerloch
13 Hart 534 407 409 Haigerloch
14 Heiligenzimmern 696 466 491 Rosenfeld
15 Höfendorf 384 323 307 Rangendingen
16 Imnau 570 524 532 Haigerloch
17 Stetten bei Haigerloch 678 572 611 Haigerloch
18 Trillfingen 1004 934 853 Haigerloch
19 Weildorf 734 519 457 Haigerloch

Amtsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Xaver Hodler: Geschichte des Oberamts Haigerloch. Hechingen 1928.
  • Ulrike Redecker: Verwaltungsgliederung in Baden, Württemberg und Hohenzollern 1815–1857. In: Karl Heinz Schröder (Hrsg.): Historischer Atlas von Baden-Württemberg. Karte VII,4. Stuttgart 1976, ISBN 3-921201-10-1.
  • Ulrike Redecker: Verwaltungsgliederung in Baden, Württemberg und Hohenzollern 1858–1936. In: Karl Heinz Schröder (Hrsg.): Historischer Atlas von Baden-Württemberg. Karte VII,5. Stuttgart 1976, ISBN 3-921201-10-1.
  • Wolfram Angerbauer (Red.): Die Amtsvorsteher der Oberämter, Bezirksämter und Landratsämter in Baden-Württemberg 1810 bis 1972. Herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft der Kreisarchive beim Landkreistag Baden-Württemberg. Theiss, Stuttgart 1996, ISBN 3-8062-1213-9, S. 145.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zahlenangaben nach Gemeindelexikon, Ausgaben 1887 und 1930

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]