Oberamtmann

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Leiter eines Oberamts. Oberamtmann ist auch eine veraltete Grundamtsbezeichnung im gehobenen Dienst.

Der Titel Oberamtmann bezeichnet eine höhere Verwaltungsperson, die in verschiedenen deutschsprachigen Ländern einem Oberamt (oder heute Bezirk), einer höheren Verwaltungsbehörde, vorstand bzw. vorsteht.

Deutschland[Bearbeiten]

In Deutschland hatte der Oberamtmann für den gesetzmäßigen Gang der Verwaltung zu sorgen und war der vorgesetzten Behörde unmittelbar und persönlich verantwortlich.[1] Der Titel entsprach damit dem eines Vogtes beziehungsweise der heutigen Amtsbezeichnung des Landrates.

In Württemberg wurden die Oberämter 1934, in den zu Preußen gehörenden Hohenzollernschen Landen 1925 in Kreise umbenannt. In Baden wurde zum 1. Januar 1926 für die Leiter der Bezirksämter die Bezeichnung Landrat eingeführt, zum 1. Januar 1939 wurden die Bezirksämter in Landkreise umbenannt.

In Preußen wurde der Titel auch ehrenhalber an besonders verdiente Domänenpächter verliehen.

Schweiz[Bearbeiten]

Im Kanton Freiburg ist der Titel Oberamtmann noch heute in Gebrauch und steht für diejenige Funktion, die in anderen Kantonen Statthalter oder Regierungsstatthalter genannt wird; die Bezeichnung im französischsprachigen Teil des Kantons ist préfet. Er übt die Aufgaben aus, die ihm durch die kantonalen Gesetze, Verordnungen und Reglemente zugeteilt werden.

Die Einsetzung der Oberämter (heute Bezirk genannt), denen jeweils ein Vertreter der Regierung vorsteht, geht auf die Verfassung von 1803 zurück. Bis 1976 wurden die Oberamtmänner vom Staatsrat, also der Kantonsregierung, ernannt. Seit Inkrafttreten des Gesetzes über die Oberamtmänner am 1. Januar 1977 werden sie für fünf Jahre von den Wahlberechtigten des jeweiligen Bezirks gewählt.

Der Oberamtmann untersteht direkt dem Staatsrat beziehungsweise der für die staatlichen Institutionen zuständigen Direktion (Ministerium).

Literatur und Weblink[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wolfgang Wiese (Red.): 800 Jahre Wald. Zur Geschichte der Gemeinde und ihrer Teilorte. Gemeinde Wald, Wald 2008, ISBN 978-3-00-023978-6.