Oberasphe

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Oberasphe
Gemeinde Münchhausen
Ehemaliges Gemeindewappen von Oberasphe
Koordinaten: 50° 57′ 35″ N, 8° 38′ 54″ O
Höhe: 271 m
Fläche: 6,15 km²[1]
Einwohner: 325[2]
Bevölkerungsdichte: 53 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1974
Eingemeindet nach: Battenberg (Eder)
Postleitzahl: 35117
Vorwahl: 06452

Oberasphe ist ein Ortsteil der Gemeinde Münchhausen im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberasphe liegt in Nordhessen an den Südausläufern des Rothaargebirges und dem Ederbergland. Der Ort liegt in unmittelbarer Nähe zum Kohlenberg mit 583 m ü. NN.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 1108 unter dem Namen Asfo.[1] Ab dem Jahr 1287 wurden erstmals die Dörfer Oberasphe und Niederasphe unterschieden. Von 1430 bis 1717 war die Bevölkerung den Herren von Dersch zehntpflichtig. Im Dreißigjährigen Krieg hatte der Ort schwer unter durchziehenden Truppen zu leiden. 1680 wurde die Kirche neu errichtet. Ab 1816 hatte der Ort eine eigene Schule. 1866 wurde Oberasphe mit dem gesamten Hinterland preußisch. Der Männergesangverein wurde 1894 gegründet. 1920 wurde der Ort an das öffentliche Stromnetz angeschlossen. Der Bau der Wasserleitung erfolgte im Jahr 1934. Das Dorfgemeinschaftshaus wurde 1959 eingeweiht.

Der Ort war seit 1821 (Neuorganisation der Verwaltung) bzw. 1832 (offizielle Kreisgründung) im Kreis Biedenkopf ein Gemeindeteil von Frohnhausen, bis er 1848 selbständig wurde. Als 1932 der Landkreis vorübergehend aufgelöst wurde, wurde Oberasphe, wie alle Orte des Amtes Battenberg, dem Landkreis Frankenberg eingegliedert, wo es auch nach Wiederherstellung des nunmehr deutlich verkleinerten Kreises Biedenkopf blieb.

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Oberasphe:

„Oberasphe (L. Bez. Battenberg) evangel. Filialdorf; liegt 2 St. von Battenberg, hat 45 Häuser und 285 Einwohner, die außer 30 Juden evangelisch sind. Auch hat der Ort 1 Mahl- und Oelmühle.“[3]

Gebietsreform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als im Jahr 1974 im Rahmen der Gebietsreform in Hessen die Landkreise Frankenberg und Waldeck zum Landkreis Waldeck-Frankenberg sowie die Kreise Biedenkopf und Marburg zum Kreis Marburg-Biedenkopf vereinigt wurden, wurde Oberasphe am 1. Januar 1974 zunächst kraft Landesgesetz ein Ortsteil von Battenberg (Eder) im erstgenannten Großkreis.[4][5] Nach heftigen Protesten der Bevölkerung wurde der Ort jedoch bereits ein halbes Jahr später, am 1. Juli 1974, kraft Landesgesetz in die Großgemeinde Münchhausen im Nachbarkreis Marburg-Biedenkopf eingegliedert.[6]

"Dolles Dorf"[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Oktober 2011 wurde Oberasphe in der Hessenschau für den Wettbewerb um "Das Dolle Dorf 2012" gezogen. Nach ersten Dreharbeiten und der Vorstellung im Fernsehen hat sich Oberasphe im Juni 2012 gemeinsam mit 4 weiteren Orten aus Hessen gegen 48 andere Ortschaften durchgesetzt und an dem Wettbewerb "Dollstes Dorf" in Form verschiedener Dreharbeiten sowie einem Wettkampf auf dem Hessentag teilgenommen. Auch wenn es nur für einen 4. Platz reichte, so konnte der kleine Ort immerhin mit dem Titel "Dollstes Dorf der Herzen 2012" wieder nach Hause fahren, denn schließlich wurden die meisten Anrufe in der Live-Show zugunsten Oberasphes getätigt. Die entsprechende Trophäe wird seitdem im Bürgerhaus des Ortes ausgestellt.[7]

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Oberasphe lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[1][8][9]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1577: 35 Hausgesesse
• 1712: 26 Haushaltungen
• 1791: 214 Einwohner[15]
• 1800: 211 Einwohner[16]
• 1806: 224 Einwohner, 34 Häuser[13]
• 1829: 285 Einwohner, 45 Häuser[3]
Oberasphe: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2011
Jahr  Einwohner
1791
  
214
1800
  
211
1806
  
224
1829
  
285
1834
  
314
1840
  
326
1846
  
360
1852
  
333
1858
  
352
1864
  
337
1871
  
307
1875
  
306
1885
  
334
1895
  
337
1905
  
323
1910
  
329
1925
  
326
1939
  
343
1946
  
496
1950
  
467
1956
  
390
1961
  
347
1967
  
345
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2011
  
120
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1][2]; Zensus 2011[17]

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1829: 255 evangelische (= 89,47 %), 30 jüdische (= 10,53 %) Einwohner[3]
• 1885: 300 evangelische, keine katholischen, 34 jüdische Einwohner
• 1961: 333 evangelische (= 95,97 %), 14 katholische (= 4,03 %) Einwohner

Ortsbeirat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsbeirat besteht aus dem Ortsvorsteher, seinem Stellvertreter, einem Schriftführer und 4 Beisitzerinnen und Beisitzern. Die Mitglieder des Ortsbeirates Oberasphe wurden nach einer Einheitsliste gewählt.[18]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das noch heute bei Festen und Jubiläen verwendete Ortswappen zeigt auf blauem Grund drei schrägrechte Rauten und ein vierblättriges Kleeblatt in Gold. Es ist angelehnt an das Wappen der Herren von Dersch.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Oberasphe, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 28. Mai 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. a b Ortsteil Oberasphe. In: Internetauftritt der Gemeinde Münchhausen. Abgerufen am 5. Oktober 2017.
  3. a b c Georg Wilhelm Justin Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Oberhessen. Band 3. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt August 1830, OCLC 312528126, S. 194 (Online bei google books).
  4. Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Frankenberg und Waldeck (GVBl. II 330-23) vom 4. Oktober 1973. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1973 Nr. 25, S. 359, § 13 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 2,3 MB]).
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 390.
  6. Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Biedenkopf und Marburg und der Stadt Marburg (Lahn) (GVBl. II 330-27) vom 12. März 1974. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 9, S. 154, § 2 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 3,0 MB]).
  7. hessenschau de, Frankfurt Germany: hessenschau-Videos von 2012. 14. Januar 2018, abgerufen am 13. August 2020 (deutsch).
  8. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  9. Grossherzogliche Centralstelle für die Landesstatistik (Hrsg.): Beiträge zur Statistik des Großherzogtums Hessen. Band 13. G. Jonghause's Hofbuchhandlung, Darmstadt 1872, DNB 013163434, OCLC 162730471, S. 12 ff. (Online bei google books).
  10. Die Zugehörigkeit des Amtes Battenberg anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: Hessen-Marburg 1567–1604., Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt 1604–1638. und Hessen-Darmstadt 1567–1866.
  11. a b Grossherzogliche Centralstelle für die Landesstatistik (Hrsg.): Beiträge zur Statistik des Großherzogtums Hessen. Band 13. G. Jonghause's Hofbuchhandlung, Darmstadt 1872, DNB 013163434, OCLC 162730471, S. 27 ff., § 40 Punkt 6e) (Online bei google books).
  12. Wilhelm von der Nahmer: Handbuch des Rheinischen Particular-Rechts: Entwickelung der Territorial- und Verfassungsverhältnisse der deutschen Staaten an beiden Ufern des Rheins : vom ersten Beginnen der französischen Revolution bis in die neueste Zeit. Band 3. Sauerländer, Frankfurt am Main 1832, OCLC 165696316, S. 7 (Online bei google books).
  13. a b Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 237 (Online in der HathiTrust digital library).
  14. Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 415 (online bei Google Books).
  15. Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 182 (Online in der HathiTrust digital library).
  16. Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 195 (Online in der HathiTrust digital library).
  17. Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt;
  18. Ortsbeiräte. Abgerufen am 13. August 2020.