Oberaudorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Oberaudorf
Oberaudorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Oberaudorf hervorgehoben
Koordinaten: 47° 39′ N, 12° 10′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Rosenheim
Höhe: 480 m ü. NHN
Fläche: 59,3 km²
Einwohner: 4932 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 83 Einwohner je km²
Postleitzahl: 83080
Vorwahl: 08033
Kfz-Kennzeichen: RO, AIB, WS
Gemeindeschlüssel: 09 1 87 157
Gemeindegliederung: 38 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Postfach 1180
83076 Oberaudorf
Webpräsenz: www.oberaudorf.de
Bürgermeister: Hubert Wildgruber (CSU)
Lage der Gemeinde Oberaudorf im Landkreis Rosenheim
Chiemsee (Gemeinde) Chiemsee (Gemeinde) Chiemsee Österreich Landkreis Altötting Landkreis Ebersberg Landkreis Erding Landkreis Miesbach Landkreis München Landkreis Mühldorf am Inn Landkreis Traunstein Rosenheim Rotter Forst-Süd Rotter Forst-Nord Albaching Amerang Aschau im Chiemgau Babensham Bad Aibling Bad Endorf Bad Feilnbach Bernau am Chiemsee Brannenburg Breitbrunn am Chiemsee Bruckmühl Edling Eggstätt Eiselfing Feldkirchen-Westerham Flintsbach am Inn Frasdorf Griesstätt Großkarolinenfeld Gstadt am Chiemsee Halfing Höslwang Kiefersfelden Kolbermoor Neubeuern Nußdorf am Inn Oberaudorf Pfaffing (Landkreis Rosenheim) Prien am Chiemsee Prutting Ramerberg Raubling Riedering Rimsting Rohrdorf (am Inn) Rott am Inn Samerberg Schechen Schonstett Söchtenau Soyen Stephanskirchen Tuntenhausen Vogtareuth Wasserburg am InnKarte
Über dieses Bild
Pfarrkirche Unsere Liebe Frau
Filialkirche St. Michael in Niederaudorf

Oberaudorf ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Rosenheim und Luftkurort. Sie gehört zur Planungsregion Südostoberbayern.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberaudorf liegt in den Bayerischen Voralpen und dem bayerischen Teil des Unterinntals. Oberaudorf und Niederaudorf sind durch den Lauf des westlichen Inn-Zuflusses Auerbach getrennt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es existieren die Gemarkungen Niederaudorf und Oberaudorf. Die Gemeinde Oberaudorf hat 38 Ortsteile[2]:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besiedlungsspuren in der Gemarkung Audorf reichen zurück bis in die Bronzezeit. Erstmals erwähnt wird der Ort im Jahr 780 als Urdorf in einer Schenkungsurkunde an das Hochstift Freising. Den bayerischen Herzögen gelang es, die Herren im Mangfallgau, die Grafen von Falkenstein, ab 1244 aus ihren Besitzungen und Herrschaften zu verdrängen und ihre eigene Herrschaft im Inntal auszubauen. Erstmals erwähnt wird die über Oberaudorf liegende Auerburg im Wittelsbacher Hausvertrag von Pavia 1329. Um 1350 wurde die Auerburg schon als Gericht und Amtssitz eines Pflegers genannt. Seit dem 15. Jahrhundert wurde der Gerichtsbezirk in die Hauptmannschaften Kiefersfelden, Nieder- und Oberaudorf sowie Fischbach gegliedert. Nach dem Landshuter Erbfolgekrieg (1503–1505) gingen die Gerichte Kufstein, Kitzbühel und Rattenberg an die Habsburger verloren. Die Auerburg war von nun an Grenzveste zu Tirol und wurde entsprechend nochmals verstärkt. Im österreichischen Erbfolgekrieg eroberten österreichische Truppen am 4. Mai 1743 Oberaudorf und die Auerburg. Nach dem Frieden von Füssen 1745 wurde die Festung 1747 durch Kitzbüheler Bergknappen geschleift. Die Napoleonische Zeit brachte zwar zahlreiche Truppendurchmärsche, aber kein Kampfgeschehen im Ort. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstanden mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinden Ober- und Niederaudorf. 1848 kam es durch die Aufhebung des Obereigentums und der Patrimonialgerichte zu Umwälzungen. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Ort als Sommerfrische durch erste Urlaubsgäste entdeckt. 1857 erfolgte der Anschluss an die neue Bahnstrecke Rosenheim–Kufstein. 1868 wurde das bisherige katholische Vikariat eigene Pfarrei. Große Brände 1823 und 1857 führten zu reger Bautätigkeit. Der Ort war noch in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges durch Fliegerangriffe betroffen, da sich die Wehrmacht hier noch mit letzter Kraft den amerikanischen Soldaten stellte. 1988 bis 1992 entstand am Inn das Kraftwerk Oberaudorf-Ebbs.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung der Gemeinden Oberaudorf und Niederaudorf entschied sich in einer Volksbefragung am 22. November 1970 für einen Zusammenschluss der Gemeinden, der zum 1. April 1971 erfolgte. Ein Teil der Gemeinde Niederaudorf wurde in die Gemeinde Flintsbach am Inn eingegliedert.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden 1970 3571, 1987 dann 4373, im Jahr 2000 4692 und im Jahr 2014 4932 Einwohner gezählt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Hubert Wildgruber (CSU). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Alois Brunner (CSU).

Das Wappen von Oberaudorf zeigt „einen in Blau auf goldenem Dreiberg stehenden flugbereiten, rot bewehrten goldenen Falken mit roten Halsband.“ Es wurde im Jahr 1921 vom Staatsministerium des Inneren verliehen und knüpft an die frühe Ortsgeschichte an. Der Falke war das redende Schildbild der um 1272 erloschenen Grafschaft von Falkenstein.

Weber an der Wand

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch Liste der Baudenkmäler in Oberaudorf

Bäckerei am Dorfplatz

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1998 gab es nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 19, im produzierenden Gewerbe 221 und im Bereich Handel und Verkehr 294 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 728 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1281. Im Bauhauptgewerbe gab es 16 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 75 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1655 ha, davon waren 37 ha Ackerfläche und 1608 ha Dauergrünfläche.

Freizeit und Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberaudorf ist ein bedeutender Luftkurort und Wintersportplatz im Bayerischen Inntal. Der Ort bietet Gästen und Bürgern neben einem umfangreichen Wander-, Rad- und Tourenwegenetz auch eine Skisprungschanze, Rodelbahnen, eine Sesselbahn, Langlaufloipen und Skilifte (mit beschneiten Pisten) und im Sommer durch umliegende Seen mit Beachvolleyplatz sowie dem Strandbad Luegsteinsee mit Riesenwasserrutsche und dem Wildwasser Auerbach gute Möglichkeiten für Erholung und Freizeitgestaltung. Das neu gestaltete Freizeitgebiet Hocheck hat auch eine alpine Sommerrodelbahn. Am Hocheck ist im Winter die größte Flutlichtanlage Deutschlands für Skifahrer oder Snowboarder in Betrieb. Auch die dortige Rodelbahn ist abends beleuchtet.

Zwischen 1999 und 2011 bestand auch die Möglichkeit, von Mai bis Oktober mit einem Fahrgastschiff auf dem Inn von Oberaudorf über Niederndorf, Ebbs, Kiefersfelden bis nach Kufstein zu fahren.[4]

Sender Oberaudorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur besseren Versorgung des unteren Inntals von Brannenburg bis zur Staatsgrenze wurde ein Füllsender auf dem Schweinberg errichtet.[5] Dieser strahlt folgende Radiostationen aus:

Frequenz 
[MHz]
Programm RDS PS RDS PI Regionalisierung ERP 
[kW]
Antennendiagramm
rund (ND)/gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/vertikal (V)
94,6 Antenne Bayern ANTENNE D318 0,3 D H
104,2 Radio Charivari Rosenheim CHARI DC1B Rosenheim (Land) 0,3 D H

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Individualverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberaudorf besitzt eine eigene Anschlussstelle an der Inntalautobahn A93 (Rosenheim − Kiefersfelden). Damit kann man Richtung Innsbruck, Salzburg, München und Rosenheim fahren. Außerdem besteht über die nahe gelegene B15 auch Anschluss Richtung Landshut und Regensburg.

Bahnverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberaudorf hat einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Rosenheim–Kufstein.[6]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen:

  • Kindergärten: 124 Kindergartenplätze in zwei Kindergärten
  • Grundschulen: eine staatliche mit elf Lehrern und 137 Schülern; eine private Grundschule mit ca. 40 Schülern.

Fotos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Oktober 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111022/211428&attr=OBJ&val=517
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 561.
  4. http://www.tirol-schiffahrt.at/innschiffahrt/die-innschiffahrt.html
  5. Bild des Senders Oberaudorf auf der Seite von Heinz Schulz, Frankfurt am Main.
  6. Stationsdatenbank der Bayerischen Eisenbahngesellschaft, Bahnhof Oberaudorf

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Oberaudorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Oberaudorf – Reiseführer