Oberbürg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Stadt Nürnberg
Koordinaten: 49° 28′ 11″ N, 11° 9′ 19″ O
Höhe: 322–343 m ü. NHN
Vorwahl: 0911
Karte
Lage des statistischen Bezirks 91 Laufamholz
Mauerreste des Schlosses Oberbürg
Mauerreste des Schlosses Oberbürg

Oberbürg ist ein Teil von Nürnberg und des statistischen Bezirks 91 (Laufamholz).

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberbürg liegt im Osten von Nürnberg an der Pegnitz.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der frühen Neuzeit galt die Oberbürg als einer der prächtigsten Nürnberger Herrensitze. Oberbürg geht auf ein im 13. Jahrhundert von den Reichsministerialen von Laufamholz am Pegnitzufer erbautes Weiherhaus zurück. Nikolaus und Peter Groland bauten es 1487 in ein Wasserschloss um. 1700 (bez. 1768) erfolgte der Umbau zum Barockschloss.[2]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Oberbürg 4 Haushalte (1 Schlossgut mit 3 Häusern). Das Hochgericht übte die Reichsstadt Nürnberg aus, was vom brandenburg-ansbachischen Oberamt Schwabach und vom brandenburg-bayreuthischen Vogtamt Schönberg bestritten wurde. Grundherr über alle Anwesen war der Nürnberger Eigenherr von Wahler.[3]

Ab 1796 wurde Oberbürg vom preußischen Justiz- und Kammeramt Burgthann verwaltet. 1806 kam Oberbürg an das Königreich Bayern.[2] Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Oberbürg dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Laufamholz zugeordnet. Es gehörte auch der im selben Jahr gegründeten Ruralgemeinde Laufamholz an. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden 4 Anwesen bis 1812 und von 1821 bis 1834 dem Patrimonialgericht Oberbürg.[4]

1938 wurde Oberbürg in die Stadt Nürnberg eingemeindet.[2]

Von der Seite nach Laufamholz zu sieht es wie eine kleine Burg aus; die Bauherrn hatten es mit Mauer und Wassergraben und zwei kleinen flankierenden Türmen am Eingang versehen. Das Schloss wurde 1943 bei einem Luftangriff zerstört, es bietet heute einen vernachlässigten und vom Vandalismus geprägten Anblick.[5]

Baudenkmal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ehemaliges Wasserschloss

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925
Einwohner 52 58 69 59 32 18 18
Häuser[6] 10 10 4 3 3
Quelle [7] [8] [9] [10] [11] [12] [13]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort ist seit der Reformation überwiegend protestantisch. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach Heilig Geist gepfarrt, die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Karl Borromäus gepfarrt.

Bildergalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schloss Oberbürg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Oberbürg im BayernAtlas
  2. a b c G. Voit, S. 772.
  3. H. H. Hofmann, S. 154.
  4. H. H. Hofmann, S. 241f.
  5. Herrensitze, Oberbürg (Abgerufen am 4. März 2013)
  6. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1925 als Wohngebäude.
  7. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 65 (Digitalisat).
  8. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 207 (Digitalisat).
  9. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1065, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  10. kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1231, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  11. Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1165 (Digitalisat).
  12. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1237 (Digitalisat).
  13. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1275 (Digitalisat).