Obere Burg (Zwingenberg)

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Obere Burg
Blick auf die heutige Jugendherberge, deren Kellergewölbe und Mauerteile Resten der Burg zugeordnet werden

Blick auf die heutige Jugendherberge, deren Kellergewölbe und Mauerteile Resten der Burg zugeordnet werden

Alternativname(n): Oberburg, Alte Burg
Entstehungszeit: verm. 11. Jh.
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Burgstall, geringe Mauerreste
Ständische Stellung: Grafen
Ort: Zwingenberg
Geographische Lage 49° 43′ 22,1″ N, 8° 36′ 57,4″ OKoordinaten: 49° 43′ 22,1″ N, 8° 36′ 57,4″ O
Höhe: 132 m ü. NN
Obere Burg (Hessen)
Obere Burg

Die Obere Burg Zwingenberg, auch Oberburg oder Alte Burg genannt, ist eine abgegangene Höhenburg, deren ehemaliger Standort sich heute westlich unterhalb der heutigen Jugendherberge und östlich oberhalb der heutigen Bergkirche an der südöstlichen alten Stadtmauer von Zwingenberg im Kreis Bergstraße in Hessen befindet.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Höhenburg befand sich am südöstlichen Ende der südlichen Stadtmauer von Zwingenberg auf dem 132 m ü. NN hohen Hügel über der Altstadt von Zwingenberg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Erbauer der Burg werden die Grafen von Katzenelnbogen oder das Kloster Lorsch vermutet, das erst im 12. Jahrhundert seinen Besitz an die Grafen von Katzenelnbogen verlor. Es wird angenommen, dass die Burg erste Sicherung des damaligen Dorfes war, das 1012 erstmals erwähnt wurde. Unter den Katzenelnbogener Grafen wurde der Ort schon 1274 zur Stadt ernannt.

Wann die Burg zerfiel, oder ob sie in den Auseinandersetzungen um das Zollwesen um 1301 zwischen den rheinischen Kurfürsten und König Albrecht I. wegen der Parteiergreifung der Grafen von Katzenelnbogen zugunsten der Kurfürsten von Truppen des Königs zerstört wurde, ist unklar. Nach den schriftlichen Urkunden ist nicht exakt zu belegen, ob es sich bei der zerstörten Befestigung um die ältere, im Südosten der Stadt gelegene Höhenburg oder die Wasserburg Zwingenberg handelt. Nach Möller ist die Zerstörung der Wasserburg anzunehmen[1]. Sollte auch die ältere Anlage zu jener Zeit noch bestanden haben, so kann eine Zerstörung beider Befestigungen nicht ausgeschlossen werden.

Nach 1490 findet sich erstmals die Flurbezeichnung „hinter der alten Burg“ auf alten Karten. Um 1500 wurde an der ehemaligen Burgstelle die Zehntscheuer errichtet. Nach Sattler finden sich in dem Gebäude der heutigen Jugendherberge Reste großer gewölbter Keller und Mauerteile der Burg im Untergeschoss.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rudolf Knappe: Mittelalterliche Burgen in Hessen. 800 Burgen, Burgruinen und Burgstätten. 2. Auflage. Wartberg-Verlag, Gudensberg-Gleichen 1995, ISBN 3-86134-228-6, S. 576 f.
  • Walther Möller: Geschichte der Stadt Zwingenberg an der Bergstraße: nach authentischen Quellen, Zwingenberg, 1910, S. 126–127
  • Wolfgang Einsingbach: Die Kunstdenkmäler des Landes Hessen. Kreis Bergstraße, 2 Bände, 1969, S. 501
  • Peter W. Sattler, Marion Sattler: Burgen und Schlösser im Odenwald – Ein Führer zu historischen Sehenswürdigkeiten. Druckhaus Diesbach, Weinheim 2004, ISBN 3-936468-24-9, S. 81

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Walther Möller: Geschichte der Stadt Zwingenberg an der Bergstraße: nach authentischen Quellen, Zwingenberg, 1910
  2. Peter W. Sattler, Marion Sattler: Burgen und Schlösser im Odenwald – Ein Führer zu historischen Sehenswürdigkeiten. Druckhaus Diesbach, Weinheim 2004, ISBN 3-936468-24-9, S. 81