Oberehrendingen

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Oberehrendingen
Wappen von Oberehrendingen
Staat: Schweiz
Kanton: Aargau (AG)
Bezirk: Badenw
Einwohnergemeinde: Ehrendingeni2
Postleitzahl: 5420
Koordinaten: 668053 / 260839Koordinaten: 47° 29′ 41″ N, 8° 20′ 30″ O; CH1903: 668053 / 260839
Höhe: 465 m ü. M.
Fläche: 3,98 km²
Einwohner: 2018 (31. Dezember 2004)
Einwohnerdichte: 507 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
unbekannt
Website: www.ehrendingen.ch
Karte
Oberehrendingen (Schweiz)
Oberehrendingen
www
Gemeindestand vor der Fusion am 1. Januar 2006

Oberehrendingen ist ein Dorf im Bezirk Baden des Schweizer Kantons Aargau. Es gehört zur Gemeinde Ehrendingen, liegt drei Kilometer nordöstlich des Bezirkshauptorts und war ab 1825 eine eigenständige politische Gemeinde, bis zur Fusion mit Unterehrendingen am 1. Januar 2006.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt in einem Geländeeinschnitt am Nordfuss der Lägern. Der ungefähr in Süd-Nord-Richtung verlaufende Einschnitt beginnt am Höhtal, dem 500 Meter hohen Übergang ins Limmattal und erstreckt sich bis zum Surbtal. Die Bebauung ist mit derjenigen von Unterehrendingen nahtlos zusammengewachsen und folgt dem Dorfbach, der an der Lägern entspringt. In Richtung Westen erstrecken sich die Ausläufer des Siggenbergs. Die Fläche der ehemaligen Gemeinde betrug 398 Hektaren.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vogthaus und Kirche

Einzelne Funde beweisen, dass die Gegend nördlich der Lägern bereits während der Jungsteinzeit und der Bronzezeit besiedelt gewesen war. Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Dorf 1040 als Aradingin. Der Name ist alemannischen Ursprungs und bedeutet «bei den Leuten des Arinrat». Im 11. Jahrhundert erwarb das Kloster Einsiedeln grossen Grundbesitz. Das Kloster Elchingen bei Ulm tauschte 1150 seine Besitztümer mit dem Kloster Sankt Blasien. Landesherren waren die Habsburger.

1415 eroberten die Eidgenossen den Aargau und Ehrendingen war fortan der Hauptort des gleichnamigen Amtsbezirks in der Grafschaft Baden, einer gemeinen Herrschaft. Sowohl die niedere wie auch die hohe Gerichtsbarkeit wurden durch den Landvogt in Baden ausgeübt. Im März 1798 eroberten die Franzosen die Schweiz und riefen die Helvetische Republik aus. Ehrendingen wurde eine Gemeinde im kurzlebigen Kanton Baden; seit 1803 gehört sie zum Kanton Aargau.

1821 wütete ein Dorfbrand und zerstörte zahlreiche Häuser. 1825 wurde Ehrendingen in die beiden selbständigen Gemeinden Ober- und Unterehrendingen aufgeteilt. Von 1892 bis 1902 beschäftigte die Zementfabrik Lägern bis zu 400 Arbeiter.[1] Bis 1950 wuchs die Einwohnerzahl nur leicht an. Doch dann setzte, bedingt durch die Nähe zu Baden und Zürich, eine verstärkte Bautätigkeit ein. Die Einwohnerzahl verdoppelte sich, das Dorf wurde zu einer beliebten Wohngemeinde und wuchs mit dem benachbarten Unterehrendingen zusammen. Ober- und Unterehrendingen entwickelten allmählich eine gemeinsame Identität und beschlossen 2003 die Wiedervereinigung. Am 1. Januar 2006 entstand nach einer Unterbrechung von 181 Jahren wieder die Gemeinde Ehrendingen.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blasonierung des ehemaligen Gemeindewappens lautet: «In Blau auf grünem Hügel schreitender gelber Hirsch.» Das Gemeindesiegel von 1872, das erste mit einer Wappenabbildung, zeigte einen stehenden Hirsch, jedoch in ungewohnter Rechtsstellung (heraldisch links). 1915 wurde der Hirsch in die übliche Position gekehrt. Das Wappentier erinnert an das Sankt Blasien.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung:[2]

Jahr 1844 1900 1930 1950 1960 1970 1980 1990 2000
Einwohner 518 657 810 884 1193 1497 1489 1597 1767

Am 31. Dezember 2004, ein Jahr vor der Fusion, lebten 2018 Menschen in Oberehrendingen, der Ausländeranteil betrug 13,1 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 55,7 % römisch-katholisch, 28,9 % reformiert und 2,2 % moslemisch; 1,6 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an. 91,6 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, 1,6 % Italienisch, 1,1 % Albanisch, 1,0 % Englisch, 0,8 % Französisch.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberehrendingen liegt an der Hauptstrasse zwischen Baden und dem Surbtal; eine Nebenstrasse führt nach Freienwil. Das Dorf wird durch zwei Postautolinien erschlossen, die von Baden nach Döttingen bzw. nach Kaiserstuhl verkehren. Der Bahnhof in der Nachbargemeinde Niederweningen ist Endstation der Linie S5 der S-Bahn Zürich.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Hoegger: Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 87: Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau. Band VII: Der Bezirk Baden II. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK Bern, 1995, ISBN 3-909164-44-7, S. 75–88.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Posten 14: Zementfabrik. In: Ehrendinger Runde. Gemeinde Ehrendingen, abgerufen am 25. Dezember 2017.
  2. Bevölkerungsentwicklung der Gemeinden im Bezirk Baden (Memento vom 5. Mai 2005 im Internet Archive) (PDF; 147 kB) - Statistisches Amt des Kantons Aargau