Oberelsbach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Oberelsbach
Oberelsbach
Deutschlandkarte, Position des Marktes Oberelsbach hervorgehoben
50.44027777777810.120833333333420Koordinaten: 50° 26′ N, 10° 7′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Rhön-Grabfeld
Höhe: 420 m ü. NHN
Fläche: 67,66 km²
Einwohner: 2757 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 41 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 97656,
97647 (Schweinfurter Haus)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 09774
Kfz-Kennzeichen: NES, KÖN, MET
Gemeindeschlüssel: 09 6 73 149
Marktgliederung: 8 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 3
97656 Oberelsbach
Webpräsenz: www.rhoen-saale.net/lis/app1/oberelsbach/main
Bürgermeisterin: Birgit Erb (CSU)
Lage des Marktes Oberelsbach im Landkreis Rhön-Grabfeld
Fladungen Hausen (Rhön) Bundorfer Forst Burgwallbacher Forst Forst Schmalwasser-Nord Forst Schmalwasser-Süd Mellrichstadter Forst Steinacher Forst rechts der Saale Sulzfelder Forst Weigler Willmars Nordheim vor der Rhön Sondheim vor der Rhön Stockheim (Unterfranken) Mellrichstadt Mellrichstadt Ostheim vor der Rhön Oberelsbach Bischofsheim an der Rhön Bischofsheim an der Rhön Sandberg Schönau an der Brend Hohenroth Niederlauer Burglauer Strahlungen Salz (Unterfranken) Bastheim Oberstreu Unsleben Wollbach (Unterfranken) Bad Neustadt an der Saale Heustreu Hendungen Hollstadt Rödelmaier Wülfershausen an der Saale Höchheim Saal an der Saale Aubstadt Herbstadt Trappstadt Großeibstadt Großbardorf Sulzfeld (im Grabfeld) Bad Königshofen im Grabfeld Bad Königshofen im Grabfeld Sulzdorf an der Lederhecke Thüringen Landkreis Haßberge Landkreis Schweinfurt Hessen Landkreis Bad KissingenKarte
Über dieses Bild

Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Oberelsbach ist ein Markt im unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld und staatlich anerkannter Erholungsort.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Oberelsbach (Mundart Öwerälsbich) liegt in der Region Main-Rhön. Im Gemeindegebiet befindet sich auch der für seine Basaltsäulen bekannte Gangolfsberg.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Oberelsbach gliedert sich in acht Ortsteile:[2]

Es gibt die Gemarkungen Ginolfs, Oberelsbach, Sondernau, Unterelsbach und Weisbach.

Geschichte[Bearbeiten]

Oberelsbach wurde im Jahr 812 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort war im Besitz des Stiftes Fulda und ging 1332 an das Kloster Wechterswinkel über. Er kam schließlich an das Juliusspital Würzburg und damit an das Hochstift Würzburg, das ab 1500 zum Fränkischen Reichskreis gehörte. Der Ort besitzt seit dem Jahr 1726 das Marktrecht. Das Amt des Hochstiftes Würzburg wurde nach der Säkularisation 1803 zugunsten Bayerns 1805 Erzherzog Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburg überlassen und fiel mit diesem 1814 endgültig an Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die politische Gemeinde Oberelsbach.

Mindestens seit Mitte des 19. Jahrhunderts waren jüdische Familien im Ort ansässig, die eine Jüdische Gemeinde bildeten und 1899 am Ende des Elsweges ihre Synagoge errichteten. Dieses Gotteshaus wurde beim Novemberpogrom 1938 von SA-Männern verwüstet und wird heute als Wohn- und Geschäftshaus genutzt, woran eine Gedenktafel erinnert.[3]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurde Ginolfs in den Markt Oberelsbach eingegliedert. Am 1. Juli 1972 folgte Weisbach.[4] Schließlich wurde der Markt am 1. Januar 1978 um die bisher selbständigen Gemeinden Sondernau und Unterelsbach vergrößert.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die nachfolgende Tabelle stellt die Einwohnerentwicklung der vergangenen 170 Jahre dar:

Jahr Einwohner
1840 2.917
1900 2.518
1950 3.748
1961[5] 2.944
1970[5] 2.934
Jahr Einwohner
1987 2.871
2000 2.966
2009 2.746
2011 2.743

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeisterin ist Birgit Erb (CSU).


Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Barocke Pfarrkirche St. Kilian, 1784 vollendet
  • Nothelferkapelle mit der Statue von Maria Knotenlöserin [6]
  • Erstes Deutsches Tabakpfeifenmuseum, im alten Schulhaus seit 1996. Es zeigt einen Querschnitt der Rhöner Pfeifenherstellung, darunter eine Doppelpfeife zum vergleichenden probieren. Zuerst wurden die Pfeifen aus Ton, später Holz hergestellt. Es sind kleine Kunstwerke mit Relief. Auch ist die Tabakpfeife von Friedrich Wilhelm I. zu besichtigen. Eine weitere Abteilung ist den Ulmer Sackpfeifen gewidmet. Spätere Materialien waren Meerschaum (wertvoll geschnitzt) und Porzellan (mit Kupferaufdruck).
  • Haus der Langen Rhön, Informationszentrum über das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön
  • Oberelsbach ist Sitz der Internationalen Rathgeber Gesellschaft[7]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 1.059.000 Euro, davon waren umgerechnet 129.000 Euro (netto) Gewerbesteuereinnahmen.

1998 gab es nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 160 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 89 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1081. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe 1 Betrieb. Zudem bestanden im Jahr 1999 111 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2031 Hektar, davon waren 1021 Hektar Ackerfläche und 1007 Hektar Dauergrünfläche.

Bildung[Bearbeiten]

1999 gab es folgende Einrichtungen:

  • 125 Kindergartenplätze mit 124 Kindern
  • Eine Volksschule mit 16 Lehrern und 288 Schülern

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

Oberelsbach ist Sitz des bayerischen Teils der Verwaltung des Biosphärenreservats Rhön.

Literatur[Bearbeiten]

  • Michael Mott: Ehrung für den Rathgeber-Kenner / Gesellschaft zeichnet Gottfried Rehm für langjährigen Einsatz aus (Oberelsbach); Fuldaer Zeitung, 29. Febr. 2012, S. 13.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Oberelsbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Oberelsbach – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111120/232941&attr=OBJ&val=1604
  3. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 182
  4.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 428.
  5. a b c  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 741.
  6. Nothelferkapelle eingeweiht - 14 Schutzpatronen - Hände und Spenden - (rhoen-aktuell.de vom 28. Oktober 2008)
  7. Valentin-Rathgeber-Gesellschaft e.V. Oberelsbach abgerufen am 4. September 2011