Obergurig

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Obergurig
Obergurig
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Obergurig hervorgehoben
Koordinaten: 51° 8′ N, 14° 24′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Bautzen
Verwaltungs­gemeinschaft: Großpostwitz-Obergurig
Höhe: 240 m ü. NHN
Fläche: 9,81 km2
Einwohner: 2081 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 212 Einwohner je km2
Postleitzahl: 02692
Vorwahl: 035938
Kfz-Kennzeichen: BZ, BIW, HY, KM
Gemeindeschlüssel: 14 6 25 390
Gemeindegliederung: 7 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 24
02692 Obergurig
Webpräsenz: www.obergurig.de
Bürgermeister: Thomas Polpitz (CDU)
Lage der Gemeinde Obergurig im Landkreis Bautzen
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Über dieses Bild
Die „Böhmische Brücke“ über die Spree

Obergurig, sorbisch Audio-Datei / Hörbeispiel Hornja Hórka?/i, ist ein Ort und die zugehörige Gemeinde im sächsischen Landkreis Bautzen am Fuße des Mönchswalder Berges (447 m). Die Gemeinde ist Teil der Verwaltungsgemeinschaft Großpostwitz-Obergurig und zählt zum amtlichen Siedlungsgebiet der Sorben.[2]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obergurig liegt etwa 4 km südlich der Großen Kreisstadt Bautzen am nördlichen Abhang des Lausitzer Berglandes. Die Gemeinde wird begrenzt von Bautzen und Großpostwitz im Osten, Wilthen im Süden und Doberschau-Gaußig im Westen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Obergurig besteht aus sieben Ortsteilen:

und der Ortslage Blumental.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1272 war die erste Erwähnung von Obergurig unter dem Namen Goric bzw. Goreke.

Der Ortsname kommt vom obersorbischen Wort hórka (altsorbisch gorka, zu deutsch „Hügel“), sodass Obergurig für „Oberes Dorf am Hügel“ steht.[4]

Für seine Statistik über die sorbische Bevölkerung in der Oberlausitz ermittelte Arnošt Muka in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts eine Bevölkerungszahl von 380 Einwohnern; davon waren 330 Sorben (87 %) und 50 Deutsche.[5] Bedingt u. a. durch die Industrialisierung des Spreetals sank der sorbischsprachige Bevölkerungsanteil laut Ernst Tschernik bis 1956 auf nur noch 35,9 %.[6] Heute ist die Sprache aus dem Ortsalltag weitgehend verschwunden.

Am 1. Juli 1950 wurde die Gemeinde durch den Zusammenschluss der bisherigen Gemeinden Großdöbschütz, Mönchswalde und Singwitz neu gebildet.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[7]
Wahlbeteiligung: 63,5 % (2009: 59,0 %)
 %
50
40
30
20
10
0
45,5 %
25,6 %
10,4 %
1,7 %
16,8 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 18
 16
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
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  -6
  -8
-10
-8,4 %p
-4,6 %p
-1,8 %p
-2,0 %p
+16,8 %p

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 16 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • Unabhängige Bürgerbewegung Obergurig (UB): 8 Sitze
  • CDU: 4 Sitze
  • Alternativ für Obergurig (AfO): 3 Sitze
  • LINKE: 1 Sitz

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 3. Juni 2007 wurde der Nachfolger des Bürgermeisters Harald Bayn gewählt. 96 % der Wähler entschieden sich für den unabhängigen Bewerber Thomas Polpitz, der 2012 in die CDU eintrat. Die Wahlbeteiligung lag bei 39,3 %.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obergurig, Herrenhaus im Rittergut, Hauptstr. 2

Im Ortsteil Singwitz befindet sich in einem ehemaligen Industriegebäude das KesselhausLager Singwitz, ein Veranstaltungsort für Live-Konzerte und Partys.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Obergurig verfügt über eine Grundschule.

Ansässige Unternehmen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hege Erntemaschinen Singwitz GmbH: Herstellung von Erntemaschinen, 120 Beschäftigte (2005)
  • Porex Technologies GmbH: Herstellung von porösen Kunststoffkomponenten, 170 Beschäftigte (2012)

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Cornelius Gurlitt: Obergurig. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 32. Heft: Amtshauptmannschaft Bautzen (II. Teil). C. C. Meinhold, Dresden 1908, S. 206.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Sächsisches Sorbengesetz, Anlage zu § 3 (2)
  3. Stand: 31. Dezember 2016; Angaben der Gemeindeverwaltung Großpostwitz.
  4. Jan Meschgang: Die Ortsnamen der Oberlausitz; Domowina-Verlag, Bautzen 1973; S. 103
  5. Ernst Tschernik: Die Entwicklung der sorbischen Bevölkerung. Akademie-Verlag, Berlin 1954, S. 57.
  6. Ludwig Elle: Sprachenpolitik in der Lausitz. Domowina-Verlag, Bautzen 1995, S. 245.
  7. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Obergurig – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien