Oberhausen bei Kirn

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Oberhausen bei Kirn
Oberhausen bei Kirn
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Oberhausen bei Kirn hervorgehoben

Koordinaten: 49° 49′ N, 7° 27′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bad Kreuznach
Verbandsgemeinde: Kirner Land
Höhe: 400 m ü. NHN
Fläche: 4,58 km2
Einwohner: 841 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 184 Einwohner je km2
Postleitzahl: 55606
Vorwahl: 06752
Kfz-Kennzeichen: KH
Gemeindeschlüssel: 07 1 33 073
Adresse der Verbandsverwaltung: Bahnhofstraße 31
55606 Kirn
Website: www.kirn-land.de
Ortsbürgermeister: Thomas Jung
Lage der Ortsgemeinde Oberhausen bei Kirn im Landkreis Bad Kreuznach
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Über dieses Bild

Oberhausen bei Kirn ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Kirner Land an.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberhausen liegt auf einem Hochplateau vor dem Lützelsoon oberhalb von Kirn an der Nahe. Kirn liegt im Süden, Hahnenbach im Westen und nördlich befindet sich Hennweiler.

Zu Oberhausen bei Kirn gehören auch die Wohnplätze Itzebacherhof, Königshof und Schloss Wartenstein.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemarkung der Ortsgemeinde Oberhausen war schon sehr früh besiedelt. Einige Grabhügelfunde der „älteren Hunsrück-Eifel-Kultur“, z. B. ein bronzener Wendelhalsring und bronzene Armringe, sind Siedlungsspuren aus dem Zeitraum von 600 bis 400 v. Chr. Über die Oberhauser Gemarkung führten auch zwei wichtige prähistorische Straßen, wobei die „Salzstraße“ das obere Nahegebiet mit dem Rhein verband und eine Straße von Kirchberg (Hunsrück) nach Meisenheim als Nord-Süd-Verbindung zwischen Moselraum und Pfälzer Bergland bestand.

Die frühesten Erwähnungen des Ortsnamens finden sich in Urkunden aus den Jahren 1342[3] und 1346. Letztere Urkunde ist ein Weistum vom Jahr 1346, in welcher der Gerichtsschöffe Hermann von Obirnhusen als Mitglied des Schöffenrates des Gerichts Hennweiler genannt wird. Oberhausen gehörte damals zur Vogtei Heinzenberg, einem mittelalterlichen Gerichts- und Verwaltungsbezirk, der von den Dörfern Hennweiler, Oberhausen, Guntzelnberg, Rode, Heinzenberg und dem Eigener Hof gebildet wurde. Dort waren die Herren von Heinzenberg, die im Kellenbachtal eine Burg bewohnten, als Vögte für die Rechtsprechung und Steuererhebung verantwortlich. Hennweiler war Mutterort in dieser Großgemarkung. Oberhausen war wie die anderen Orte eine „Tochter-“ oder „Ausbausiedlung“. Der Vogteibezirk war zugleich Pfarrbezirk, dessen Mutterkirche die Stephanuskirche in Hennweiler war. Im Spätmittelalter wurde Oberhausen Bestandteil der Herrschaft Wartenstein und gehörte zum Unteramt Hennweiler. Die Amtsgewalt ging damals von den Herren von Heinzenberg zunächst an Tilmann vom Stein/Wartenstein über. Da jener aber ohne männliche Nachkommen starb, kamen im Laufe der Zeit durch Einheirat einige andere Familien des Niederadels zu Besitz und Rechten auf Wartenstein, wobei diese Familien eine Art Ganerbengemeinschaft bildeten.

Im Verlauf der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts gelang es schließlich den Herren von Schwarzenberg, sich die alleinige Herrschaft im Unteramt Hennweiler zu sichern, wobei die Lehenshoheit jedoch stets den Grafen und Herzögen von Pfalz-Zweibrücken als den Rechtsnachfolgern der Grafen von Veldenz verblieb. Als Ortsherr führte Johann III. von Schwarzenberg um 1550 in der Pfarrei Hennweiler/Oberhausen die Reformation ein.

Oberhausen bildete mit Hennweiler im späten Mittelalter eine Großgemarkung, die in Form der Markgenossenschaft bewirtschaftet wurde. Erst später erfolgten Gemarkungsteilungen. Eine Aufteilung der ebenfalls gemeinsamen Waldungen geschah erst 1769.

Während der französischen Herrschaft im linksrheinischen Raum (1798–1814) gehörte Oberhausen zur Mairie Kirn im Arrondissement Simmern des Rhein-Mosel-Departements. In der anschließenden preußischen Zeit blieb Oberhausen weiterhin Bestandteil der nun „Bürgermeisterei Kirn“ genannten Gebietskörperschaft. Nachdem Kirn im Jahr 1857 Stadtrecht und eine eigene Verwaltung erhielt, bildeten die Landgemeinden die „Landbürgermeisterei Kirn“, die vom Kirner Bürgermeister mit verwaltet wurde. Als diese Personalunion 1896 aufgehoben wurde, wählten die Vertreter der Landgemeinden ihren eigenen Bürgermeister. Oberhausen verblieb ununterbrochen im Gemeindeverband „Amt Kirn-Land“, der im Zuge der Verwaltungsreform im Jahre 1968 zur „Verbandsgemeinde Kirn-Land“ umgebildet wurde.

Am 1. Juni 1970 erhielt die Gemeinde Oberhausen den Namenszusatz bei Kirn.[4]

Oberhausen hat sich in den letzten Jahrzehnten von einem vorwiegend landwirtschaftlich orientierten Dorf zu einer modernen Wohngemeinde entwickelt. Mit Wasser ist die Gemeinde seit 1953/54 durch das Gruppenwasserwerk Krebsweiler versorgt. Die Kanalisation wurde 1956–1963 erbaut und an die Kläranlage Kirn angeschlossen.

Oberhausen hat auch einige Kulturdenkmäler aufzuweisen. Die evangelische Kirche mit einem gotischen Chor mit farbiger Ausmalung stammt aus der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts. Die Kirche wurde 1743 mit einem neuen Schiff versehen und bis 1898 simultan genutzt. Die Grundsteinlegung des katholischen Gotteshauses erfolgte 1898. Ein anderes bedeutendes Kulturdenkmal auf Oberhauser Gemarkung ist Schloss Wartenstein.[5]

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Oberhausen bei Kirn, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[6]

Jahr Einwohner
1815 312
1835 362
1871 407
1905 574
1939 568
1950 629
1961 705
Jahr Einwohner
1970 855
1987 908
1997 964
2005 1.011
2011 938
2017 901

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Oberhausen bei Kirn besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem. Die Wahlbeteiligung lag bei 74,5 % (2014: 75,1 %).

Die Sitzverteilung im Gemeinderat (mit den Vergleichszahlen zu vorigen Wahlen):[7]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2019 4 8 12 Sitze
2014 4 1 7 12 Sitze
2009 5 2 5 12 Sitze
2004 5 4 7 16 Sitze

* FWG = Freie Wählergemeinschaft Oberhausen bei Kirn e.V.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeister ist Thomas Jung. Bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 98,01 % in seinem Amt bestätigt.[8]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Oberhausen bei Kirn
Blasonierung: „In gespaltenem Schild vorn in Schwarz ein silberner, goldgekrönter, -bewehrter und -gezungter Löwe, hinten in Gold ein roter Sparren, darunter ein roter gelappter Wendelring.“
Wappenbegründung: Der Löwe verweist auf die ehemalige Zugehörigkeit zur Herrschaft Wartenstein. Der Sparren symbolisiert den Ortsnamen (Hausen). Der Wendelring aus der Hallstattzeit entstammt einem Fund aus einem Grab in Oberhausen.

Der Gemeinderat beauftragte am 29. November 1963 den Grafiker Karl-Heinz Brust, Kirnsulzbach, einen Entwurf für ein Gemeindewappen zu erarbeiten. In der Sitzung am 24. September 1965 nahm der Rat den vorgelegten Entwurf an. Nach Zustimmung durch das Staatsarchiv erteilte das Ministerium des Innern in Mainz am 29. Dezember 1965 die Genehmigung zur Führung eines eigenen Wappens.[5]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Süden verläuft die Bundesstraße 41. In Kirn ist ein Bahnhof der Bahnstrecke Bingen–Saarbrücken.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Otto Groß (1901–1981), deutscher Politiker (Freie Demokratische Partei, MdL Rheinland-Pfalz)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Oberhausen bei Kirn – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2020, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2019[Version 2021 liegt vor.]. S. 22 (PDF; 3 MB).
  3. „Obernhusen“; W. Günther, Cod. dipl III., 448
  4. Amtliches Gemeindeverzeichnis (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 407). Bad Ems Februar 2016, S. 187 (PDF; 2,8 MB).
  5. a b Statistische Mappen, Verbandsgemeinde Kirn-Land, 2009
  6. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Mein Dorf, meine Stadt. Abgerufen am 30. Juli 2019.
  7. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen. Abgerufen am 30. Juli 2019.
  8. Der Landeswahlleiter RLP: Direktwahlen 2019. siehe Kirn-Land, Verbandsgemeinde, 14. Ergebniszeile. Abgerufen am 22. September 2019.