Oberkirch LU

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LU ist das Kürzel für den Kanton Luzern in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Oberkirchf zu vermeiden.
Oberkirch
Wappen von Oberkirch
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern (LU)
Wahlkreis: Sursee
BFS-Nr.: 1095i1f3f4
Postleitzahl: 6208
UN/LOCODE: CH OBK
Koordinaten: 651355 / 223076Koordinaten: 47° 9′ 24″ N, 8° 6′ 57″ O; CH1903: 651355 / 223076
Höhe: 511 m ü. M.
Fläche: 10,95 km²
Einwohner: 4316 (31. Dezember 2015)[1]
Einwohnerdichte: 394 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
11,7 % (31. Dezember 2015)[2]
Website: www.oberkirch.ch
Karte
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Oberkirch ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Sursee des Kantons Luzern in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberkirch liegt am Nordwestende des Sempachersees an der Suhre und ist mit der nördlich liegenden Stadt Sursee zusammengewachsen. Nebst der Hauptsiedlung sind auch die Ortsteile Seehäusern (im Nordosten am Sempachersee; 506 m ü. M.) und Kotten (westlich von Sursee) mit der Nachbarstadt verwachsen. Der Weiler Renzligen/Sennhof (667 m ü. M.) liegt 2,2 km südwestlich, der Weiler Dogelzwil 1,5 km südwestlich, der Ortsteil St. Margrethen (523 m ü. M.) südöstlich des Dorfs. Grösster Ortsteil ausserhalb der Hauptsiedlung ist allerdings Unterer Leidenberg (541 m ü. M.) 2 km nordwestlich.

Oberkirch grenzt im Norden an Sursee, auf der anderen Seite des Sees im Nordosten an Schenkon und im Osten an Eich, im Südosten an Nottwil, im Süden an Buttisholz, im Südwesten an Grosswangen und im Nordwesten an Mauensee.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1850 1'141
1900 935
1910 933
1941 1'016
1950 1'166
1970 1'612
1980 1'866
1990 2'311
2000 2'661
2004 2'970
2007 3'358

Die Bevölkerung sank im gesamten 19. Jahrhundert stark. Allein von 1850-1900 um -18,1 %. Dies als Folge der Abwanderung der Landbevölkerung in die Industriezentren. Nach einer Stagnation im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts wuchs die Einwohnerzahl auf rund 1'000 Personen an. Bei dieser Marke blieb sie bis 1941. Danach setzte ein ungebrochenes Bevölkerungswachstum ein. Dies führt dazu, dass die Einwohnerschaft heute drei Mal grösser ist als 1941 (1941-2007: +230,5 %). Da Oberkirch im Norden mit der Gemeinde Sursee zusammengewachsen ist, profitiert sie von der Nähe zu diesem regionalen Zentrum.

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung benutzt als Alltagssprache eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 92,71 % Deutsch, 1,58 % Serbokroatisch und 1,43 % Albanisch als Hauptsprache an.

Religionen - Konfessionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früher waren alle Bewohner Mitglied der Römisch-Katholischen Kirche. Durch Kirchenaustritte und Zuwanderung aus anderen Regionen der Schweiz und dem Ausland hat sich dies geändert. Heute (Stand 2000) sieht die religiöse Zusammensetzung der Einwohnerschaft wie folgt aus. Es gibt 82,15 % römisch-katholische-, 8,38 % evangelisch-reformierte- und 2,22 % orthodoxe Christen. Daneben findet man 2,78 % Konfessionslose und 1,58 % Muslime.

Herkunft - Nationalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2014 waren von den 4'062 Einwohnern 3'590 Schweizer und 472 (= 11,6 %) Ausländer.[3] Die Einwohnerschaft bestand aus 88,4 % Schweizer Staatsbürgern. Ende 2014 stammten die ausländischen Einwohner aus Deutschland (21,8 %), Serbien inklusive Kosovo (21,6 %), Italien (12,3 %), Portugal (12,1 %), der Türkei (2,1 %) und Spanien (0,8 %). 20,1 % stammten aus dem übrigen Europa und 9,1 % waren aussereuropäischer Herkunft.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet rund um den Sempachersee ist schon sehr früh besiedelt worden. Dies belegen Funde von der Steinzeit bis zu den Römern. Ein alemannisches Gräberfeld weist darauf hin, dass Oberkirch bereits im frühen Mittelalter besiedelt gewesen sein muss. Historisch wird Oberkirch in einer Schenkungsurkunde von Graf Ulrich I. von Lenzburg an den Chorherrenstift Beromünster erstmals im Jahr 1036 unter seinem lateinischen Namen ecclesia superior erwähnt. Eine deutsche Schreibweise des Ortsnamens, Oberenkilchun, erscheint 1217. Das Gebiet gehörte zum Herrschaftsbereich der Lenzburger und später der Habsburger. Nachdem diese die Schlacht von Sempach verloren hatten, übernahm die Stadt Luzern die Herrschaft. Der westliche Teil der heutigen Gemeinde gehörte bis 1798 zur Landvogtei Ruswil, der östliche mit dem Dorf zum Eiamt, welches ein Teil des Michelsamts war. Von 1798 bis 1803 gehörte es zum Distrikt Sursee, danach zum neu gegründeten Amt Sursee.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberkirch liegt an der Bahnlinie Luzern–Olten und hat eine eigene Haltestelle, allerdings hält nur die S18. Ausserdem führt die Buslinie Sursee Bahnhof- Wolhusen Spital durch die Gemeinde - so dass diese gut durch den öffentlichen Verkehr erschlossen ist. Oberkirch liegt an den Strassen Luzern-Sursee und Luzern-Zofingen. Der nächste Autobahnanschluss in Sursee an der A2 ist nur 3 km entfernt.

Allerdings wird im Moment die Buslinie neu geplant. Dabei soll der Bus Wohlhusen-Sursee über den Gemeindeteil Burg (der an der Hauptstrasse 2 liegt). Um das Dorf erschlossen zu halten, soll eine neue Buslinie Oberkirch-Sursee Bahnhof entstehen.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1972 beherbergt der Ortsteil Unterer Leidenberg das Ausbildungszentrum des Schweizerischen Baumeisterverbands, welches heute Campus Sursee genannt wird.

Seit 2005 besitzt Oberkirch auch einen Golfplatz, dieser erstreckt sich fast über die ganze Dorflänge.

2012 wurde im Gasthof Hirschen der Film Drei Brüder à la carte gedreht.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Adolf Reinle: Die Kunstdenkmäler des Kantons Luzern, Band IV: Das Amt Sursee. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 35). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1956, ISBN 978-3-906131-23-8.
  • Oberkirch gestern, heute, morgen. Oberkirch 1986.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Oberkirch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  3. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach demographischen Komponenten, institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit und Geschlecht (Bundesamt für Statistik, STAT-TAB)
  4. Gemeindeprofil Oberkirch