Obermehler

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Obermehler
Obermehler
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Obermehler hervorgehoben
51.26666666666710.583333333333268Koordinaten: 51° 16′ N, 10° 35′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Unstrut-Hainich-Kreis
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Schlotheim
Höhe: 268 m ü. NHN
Fläche: 21,64 km²
Einwohner: 878 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 41 Einwohner je km²
Postleitzahl: 99996
Vorwahl: 036021
Kfz-Kennzeichen: UH, LSZ, MHL
Gemeindeschlüssel: 16 0 64 052
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstr. 13
99996 Obermehler
Bürgermeister: Siegbert Baumert (CDU)
Lage der Gemeinde Obermehler im Unstrut-Hainich-Kreis
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Über dieses Bild
Kirche St. Ullrich in Obermehler
Kirche St. Ullrich in Obermehler

Obermehler ist eine Gemeinde im Unstrut-Hainich-Kreis in Thüringen.

Geografie[Bearbeiten]

Obermehler befindet sich zwölf Kilometer (Luftlinie) nordöstlich der Kreisstadt Mühlhausen/Thüringen. Der Ort besteht aus drei Ortsteilen: Obermehler, Großmehlra und Pöthen.

Geologisch liegt der Ort im Nordwesten des Schlotheimer Grabens, an der Nahtstelle des Thüringer Beckens zur Südostabdachung des Dün. Im Volkenroder Wald, einem ausgedehnten Waldgebiet westlich der Ortslage Obermehler, befindet sich die höchste Erhebung der Gemeinde (364,1 m ü. NN). In der Gemeindeflur liegt das Quellgebiet der Notter, die alle Ortsteile durchfließt.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung bezieht sich auf Vorgänge, welche die Herren von Mehler betrafen, deren Adelssitz östlich von Obermehler bestand. Ein im Park Pöthen erwähnter flacher Hügel wurde als Burghügel gedeutet, eine archäologische Untersuchung ist aber nicht mehr möglich.[2] Großmehlra gehörte von 1324 bis 1918 zum Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen. Obermehler war von 1645 bis 1918 ein Ort im Herzogtum Sachsen-Gotha. Er gehörte bis ins 19. Jahrhundert zum Amt Volkenroda, welches eine Exklave des Herzogtums Sachsen-Gotha war.

Obermehler war 1661 von Hexenverfolgung betroffen. Martha Büchner, 63 Jahre, geriet in einen Hexenprozess und wurde stranguliert, dann verbrannt.[3]

Mit der Entdeckung von Kalisalzlagerstätten unter dem Deckgebirge begann um 1900 der Aufbau umfangreicher Förderanlagen und des dazu erforderlichen Eisenbahngleisnetzes.

Die Siedlung der Garnison Obermehler entstand 1954. Die sowjetische Militärbasis diente zum Betrieb des Militärflugplatzes, dieser wurde in den Folgejahren für MIG-Düsenjäger ausgebaut. 1993 wurde das Militärgelände übergeben und zur zivilen Nutzung bestimmt.

Politik[Bearbeiten]

Verwaltung[Bearbeiten]

Die Gemeinde gehört der Verwaltungsgemeinschaft Schlotheim an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Schlotheim hat.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Obermehler besteht aus 8 Ratsfrauen und Ratsherren.

(Stand: Kommunalwahl Juni 2009)

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der ehrenamtliche Bürgermeister Siegbert Baumert (CDU) wurde am 6. Juni 2010 wiedergewählt.[4]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die in der Flur befindlichen Kalischächte wurden 1990 stillgelegt. Inzwischen besitzt der als Verkehrslandeplatz (Flugplatz Obermehler-Schlotheim) ausgebaute ehemalige Militärflugplatz Schlotheim große wirtschaftliche Bedeutung für die auf Landwirtschaft ausgerichtete Gemeinde.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Hugo Riemann (1849–1919), Musiktheoretiker, Musikhistoriker, Musikpädagoge und Musiklexikograph

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten]

In der Ortslage Obermehler befindet sich die romanische Chorturmkirche St. Ullrich aus dem 12. Jahrhundert, in Großmehlra steht die St. Vituskirche, wiederum eine Chorturmkirche, errichtet als einfacher Rechteckbau mit einem Ostturm, dessen Baudatum noch in romanische Zeit fallen könnte. Das heutige Kirchenschiff entstand 1913 als Rechteckbau mit Satteldach. Beide Kirchen gehören zum Pfarramt Menteroda der Evangelisch-Lutherischen Kirche Mitteldeutschlands.

Schachtanlagen[Bearbeiten]

Die Ortschronik vermeldet einen Europarekord: die Schächte Pöthen I und II waren 1910 bis 1913 die tiefsten Schachtanlagen im Kalibergbau in Europa, die Abbautiefe war damals bereits bis auf Eintausend Meter gesteigert worden. Dies verteuerte jedoch die Fördertechnik immens.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Pfarrer Keil: Aus der Geschichte des Dorfes Mehler. Verlag der Gemeindepflege Obermehler, Obermehler 1902, S. 52.
  •  Festkomitee Obermehler (Hrsg.): Aus der Geschichte des Dorfes Mehler 997–1997. Ortsteile Obermehler, Großmehlra, Pöthen. Heiligenstadt 1997, S. 112.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2.  Paul Grimm, Wolfgang Timpel: Die ur- und frühgeschichtlichen Befestigungen des Kreises Mühlhausen. Mühlhausen/Thüringen 1972, S. 23.
  3. Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland, Band 2, Hamburg 2003, S. 247.
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatKommunalwahlen in Thüringen am 6. Juni 2010. Wahlen der Gemeinde- und Stadtratsmitglieder. Vorläufige Ergebnisse. Der Landeswahlleiter, abgerufen am 6. Juni 2010.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Obermehler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien