Obermehler

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Obermehler
Obermehler
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Obermehler hervorgehoben
Koordinaten: 51° 16′ N, 10° 36′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Unstrut-Hainich-Kreis
Verwaltungs­gemeinschaft: Schlotheim
Höhe: 268 m ü. NHN
Fläche: 21,66 km2
Einwohner: 1291 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 60 Einwohner je km2
Postleitzahl: 99996
Vorwahl: 036021
Kfz-Kennzeichen: UH, LSZ, MHL
Gemeindeschlüssel: 16 0 64 052
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Markt 1, 99994 Schlotheim
99996 Obermehler
Bürgermeister: Heiko Willfahrt (parteilos)
Lage der Gemeinde Obermehler im Unstrut-Hainich-Kreis
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Über dieses Bild
Kirche St. Ullrich in Obermehler
Kirche St. Ullrich in Obermehler

Obermehler ist eine Gemeinde im Unstrut-Hainich-Kreis in Thüringen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obermehler befindet sich zwölf Kilometer (Luftlinie) nordöstlich der Kreisstadt Mühlhausen/Thüringen. Der Ort besteht aus drei Ortsteilen: Obermehler, Großmehlra und Pöthen.

Geologisch liegt der Ort im Nordwesten des Schlotheimer Grabens, an der Nahtstelle des Thüringer Beckens zur Südostabdachung des Dün. Im Volkenroder Wald, einem ausgedehnten Waldgebiet westlich der Ortslage Obermehler, befindet sich die höchste Erhebung der Gemeinde (364,1 m ü. NN). In der Gemeindeflur liegt das Quellgebiet der Notter, die alle Ortsteile durchfließt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung bezieht sich auf Vorgänge, welche die Herren von Mehler betrafen, deren Adelssitz östlich von Obermehler bestand. Ein im Park Pöthen erwähnter flacher Hügel wurde als Burghügel gedeutet, eine archäologische Untersuchung ist aber nicht mehr möglich.[2] Großmehlra gehörte von 1324 bis 1918 zum Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen. Obermehler war von 1645 bis 1918 ein Ort im Herzogtum Sachsen-Gotha. Er gehörte bis ins 19. Jahrhundert zum Amt Volkenroda, welches eine Exklave des Herzogtums Sachsen-Gotha war.

Mit der Entdeckung von Kalisalzlagerstätten unter dem Deckgebirge begann um 1900 der Aufbau umfangreicher Förderanlagen und des dazu erforderlichen Eisenbahngleisnetzes.

Die Siedlung der Garnison Obermehler entstand 1954. Die sowjetische Militärbasis diente zum Betrieb des Militärflugplatzes, dieser wurde in den Folgejahren für MIG-Düsenjäger ausgebaut. 1993 wurde das Militärgelände übergeben und zur zivilen Nutzung bestimmt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde gehört der Verwaltungsgemeinschaft Schlotheim an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Schlotheim hat.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Obermehler besteht aus 8 Ratsfrauen und Ratsherren.

(Stand: Kommunalwahl Mai 2014)[3]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ehrenamtliche Bürgermeister Heiko Willfahrt (parteilos) wurde am 5. Juni 2016 ins Amt gewählt.[4]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die in der Flur befindlichen Kalischächte wurden 1990 stillgelegt. Inzwischen besitzt der als Verkehrslandeplatz (Flugplatz Obermehler-Schlotheim) ausgebaute ehemalige Militärflugplatz Schlotheim große wirtschaftliche Bedeutung für die auf Landwirtschaft ausgerichtete Gemeinde.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hugo Riemann (1849–1919), Musiktheoretiker, Musikhistoriker, Musikpädagoge und Musiklexikograph

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Ortslage Obermehler befindet sich die romanische Chorturmkirche St. Ullrich aus dem 12. Jahrhundert, in Großmehlra steht die St. Vituskirche, wiederum eine Chorturmkirche, errichtet als einfacher Rechteckbau mit einem Ostturm, dessen Baudatum noch in romanische Zeit fallen könnte. Das heutige Kirchenschiff entstand 1913 als Rechteckbau mit Satteldach. Beide Kirchen gehören zum Pfarramt Menteroda der Evangelisch-Lutherischen Kirche Mitteldeutschlands.

Schachtanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschronik vermeldet einen Europarekord: die Schächte Pöthen I und II waren 1910 bis 1913 die tiefsten Schachtanlagen im Kalibergbau in Europa, die Abbautiefe war damals bereits bis auf Eintausend Meter gesteigert worden. Dies verteuerte jedoch die Fördertechnik immens.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pfarrer Keil: Aus der Geschichte des Dorfes Mehler. Verlag der Gemeindepflege Obermehler, Obermehler 1902, S. 52.
  • Aus der Geschichte des Dorfes Mehler. Obermehler – Großmehlra – Pöthen. 997–1997. Festkomitee Obermehler, Heiligenstadt 1997, S. 112.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. Paul Grimm, Wolfgang Timpel: Die ur- und frühgeschichtlichen Befestigungen des Kreises Mühlhausen. Heimatmuseum Mühlhausen, Mühlhausen 1972, S. 23.
  3. Gemeinderatswahl 2014 in Thüringen. Abgerufen am 15.07.2016.
  4. Thüringer Landesamt für Statistik: Wahlen in Thüringen. In: wahlen.thueringen.de. Abgerufen am 22. April 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Obermehler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien