Obermichelbach (Wittelshofen)

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Obermichelbach
Gemeinde Wittelshofen
Koordinaten: 49° 3′ 48″ N, 10° 26′ 12″ O
Höhe: 450 (447–463) m ü. NHN
Fläche: 3,65 km²
Einwohner: 148 (2017)
Bevölkerungsdichte: 41 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 91749
Vorwahl: 09853
Kirche St. Michael
Obermichelbach von Südosten

Obermichelbach ist ein Ortsteil der Gemeinde Wittelshofen im Landkreis Ansbach (Mittelfranken).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Pfarrdorf fließt der Hochwiesgraben, der ein rechter Zufluss der Sulzach ist, und der Scheuerwiesgraben, der unmittelbar östlich des Ortes als rechter Zufluss in den Hochwiesgraben mündet. Der Ort ist von Acker- und Grünland mit vereinzeltem Baumbestand umgeben. Im Nordwesten wird die Flur Haldenfeld genannt, im Norden Sallfeld und im Westen Ebsingfeld.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wann genau Obermichelbach gegründet wurde, ist nicht bekannt. Es steht jedoch fest, dass der Ort in der Nähe einer Opferstätte des Kriegsgottes Tyr entstand. Anstelle der Opferstätte wurde eine Kapelle errichtet. Wohl im 14. Jahrhundert wich diese Kapelle einer Kirche, die dem Erzengel Michael geweiht wurde. In einer Urkunde aus dem Jahr 1325 bestätigt der Bischof von Augsburg Friedrich I. Spät von Faimingen, dass dem Kloster Auhausen alle Einkünfte der Kirche Obermichelbach geschenkt wurden.
In Auhausen[2] gibt es den Hinweis auf die dortige Evanglistenglocke (Vesperglocke): „SANCTVS LVCAS S´ MARCVS S´ MATHEVS S´ IOHANNE †“ als Umschrift, Durchmesser von 53 cm, sie stammt aus dem Jahre 1280. Sie ist damit den vier Evangelisten Lukas, Markus, Matthäus und Johannes geweiht. Im Turm der Pfarrkirche zu Obermichelbach, welche dem Kloster Auhausen inkorporiert war, sowie in der Feuchtwangener St. Johannis-Kirche finden sich Glocken mit übereinstimmender Umschrift und gleichen Merkmalen, woraus sich unzweifelhaft derselbe Urheber erschließen lässt.

Während des Dreißigjährigen Kriegs wurde der Ort bis auf drei Gehöfte völlig verwüstet.

1801 gab es in dem Ort 26 Haushalte, von denen vier dem Ansbachischen Oberamt Wassertrüdingen und 22 anderen Grundherren untertan waren.[3]

Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) wurde die Ruralgemeinde Obermichelbach gebildet. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Dinkelsbühl.[4] Die Gemeinde hatte 1961 eine Gebietsfläche von 3,652 km².[5] Im Zuge der Gebietsreform wurde diese am 1. Mai 1978 nach Wittelshofen eingegliedert.[6]

Baudenkmal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Evangelisch-lutherische Pfarrkirche, ehemals St. Michael, kleine Saalkirche mit Ostturm des 14./15. Jahrhunderts, Langhaus von 1779; mit Ausstattung; Friedhofsmauer mit eingelassenen Grabsteinen, im Kern wohl noch spätmittelalterlich.
  • Überwiegend erd- und zweigeschossige Wohnstallhäuser im Typ der Gegend, 2. Hälfte des 19. Jh., mit Straßengiebel. Bemerkenswert die erdgeschossigen Beispiele:[7]
    • Haus Nr. 9: Mit übergiebelten Zwerchhaus. Türsturz bezeichnet 1852.
    • Haus Nr. 10: Laut Giebelinschrift erbaut 1862 durch Andreas Neidlein.
    • Haus Nr. 14: Mitte 19. Jh. Auf den Gesimsstücken der Giebelecken jeweils sitzend farbig angestrichener Sandsteinlöwe.
    • Haus Nr. 34: Mit Zwerchhaus wie Nr. 9. Geschweifter, profilierter Türsturz, Schlussstein bezeichnet 1808.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 2017
Einwohner 179 205 222 193 190 193 211 215 217 215 216 216 211 220 216 214 212 202 184 297 268 237 189 185 183 148
Häuser[8] 37 32 36 41 44 41 43 43 41
Quelle [9] [10] [11] [11] [12] [11] [13] [11] [11] [14] [11] [11] [15] [11] [11] [11] [16] [11] [11] [11] [17] [11] [5] [18] [19]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es führen Gemeindeverbindungsstraßen nach Bernhardswend, nach Dorfkemmathen, an der Neumühle vorbei nach Untermichelbach und zur Staatsstraße 2218, die von Wassertrüdingen nach Dinkelsbühl führt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Obermichelbach (Wittelshofen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Obermichelbach im BayernAtlas
  2. http://www.kloster-auhausen.de/k_kloster_glock.html
  3. J. K. Bundschuh, Bd. 4, Sp. 199.
  4. Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 29 (Digitalisat).
  5. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 763 (Digitalisat).
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 707.
  7. A. Gebeßler, S. 174. Denkmalschutz aufgehoben, Objekte evtl. abgerissen.
  8. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  9. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 67 (Digitalisat).
  10. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 75 (Digitalisat). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 204 Einwohner.
  11. a b c d e f g h i j k l m n Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 168, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  12. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1001, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  13. kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1167, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  14. Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1099 (Digitalisat).
  15. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1164 (Digitalisat).
  16. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1202 (Digitalisat).
  17. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1038 (Digitalisat).
  18. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 171 (Digitalisat).
  19. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 333 (Digitalisat).