Oberndorf in Tirol

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Oberndorf in Tirol
Wappen Österreichkarte
Wappen von Oberndorf in Tirol
Oberndorf in Tirol (Österreich)
Oberndorf in Tirol
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Kitzbühel
Kfz-Kennzeichen: KB
Fläche: 17,69 km²
Koordinaten: 47° 30′ N, 12° 23′ OKoordinaten: 47° 29′ 55″ N, 12° 23′ 5″ O
Höhe: 687 m ü. A.
Einwohner: 2.334 (1. Jän. 2021)
Bevölkerungsdichte: 132 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6372
Vorwahl: 05352
Gemeindekennziffer: 7 04 13
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Josef-Hager Straße 15
6372 Oberndorf in Tirol
Website: www.oberndorf-tirol.at
Politik
Bürgermeister: Johann Schweigkofler (Bürgermeisterliste)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2016)
(15 Mitglieder)

7 Bürgermeisterliste, 4 Für Oberndorf, 3 GEO – Generation Oberndorf, 1 Zukunft Oberndorf

Lage von Oberndorf in Tirol im Bezirk Kitzbühel
Aurach bei KitzbühelBrixen im ThaleFieberbrunnGoing am Wilden KaiserHochfilzenHopfgarten im BrixentalItterJochbergKirchberg in TirolKirchdorf in TirolKitzbühelKössenOberndorf in TirolReith bei KitzbühelSchwendtSt. Jakob in HausSt. Johann in TirolSt. Ulrich am PillerseeWaidringWestendorfTirolLage der Gemeinde Oberndorf in Tirol im Bezirk Kitzbühel (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

BW

Oberndorf in Tirol ist eine Gemeinde mit 2334 Einwohnern (Stand: 1. Jänner 2021) im Bezirk Kitzbühel in Tirol (Österreich).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Kitzbühel im Leukental, an der Kitzbüheler Ache zwischen Kitzbühel und St. Johann in Tirol.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet setzt sich neben dem Hauptort aus mehreren Weilern zusammen und reicht bis zum Kitzbüheler Horn.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberndorf wird in Aufzeichnungen der Fürstpropstei Berchtesgaden von 1125 bis 1136 als „Oberndorf“ erstmals urkundlich genannt.[1] 1151 wird auch der Weiler Wiesenschwang in einer päpstlichen Besitzbestätigung für Kloster Rott als „Wisinchsuuanch“ urkundlich erwähnt.[2] Im Jahre 1422 wurde erstmals eine Pfarrkirche, geweiht dem Patrozinium der Apostel Philippus und Jakobus, erwähnt. Im 16. Jahrhundert wurde in Oberndorf vorwiegend Bergbau betrieben. Vor allem war der tiefste Schacht der Erde, der Heilig-Geist-Schacht am Rerobichl, mit seinen beachtlichen 886 m Tiefe ein Meisterwerk des damaligen Bergbaus. In nur 55 Jahre erreichte man diese Tiefe. Es wurde hauptsächlich Silber abgebaut. Der Bergbau wurde 1774 eingestellt und wurde danach mehrmals wieder aufgenommen, jedoch ohne größere Erfolge. Im Jahre 1969 und 1970 wollte die südafrikanische Union Corporation Limited den Bergbau erneut beginnen, scheiterte jedoch an einer Bürgerinitiative, denn es sind immer noch Silber- und Kupfervorkommen in weitaus tieferen Gegenden am Rerobichl vorhanden.

1875 wurde die Giselabahn, die durch Oberndorf führt, eröffnet. 1881 eröffnete man die Haltestelle östlich der Gemeinde.

Am 15. November 1898 eröffnete man das neue Schulhaus. Sieben Jahre später fand die Enthüllungsfeier des Hagerdenkmals statt.

Am 14. Mai 1908 löste ein Brand aus, mit der drei Häuser und die Kirche in Mitleidenschaft gezogen wurden.[3] Im Jahre 1909 wurde in Oberndorf ein eigener Feuerwehrverein gegründet.

1912 verursachten sintflutartige Regenfälle eine große Überschwemmung. Dabei wurde viel Ackerland zerstört.

Im Jahr 1927 wurde Oberndorf von St. Johann in Tirol getrennt und zur selbständigen Gemeinde erhoben, nachdem schon 1892 und 1911 Anläufe in diese Richtung gescheitert waren. 1892 gab es bereits einen Gemeinderatsbeschluss über eine Aufteilung in drei Gemeinden St. Johann-Dorf, St. Johann-Land und Oberndorf, dies fand jedoch bei der Landesregierung keine Zustimmung. Am 8. Februar 1927 kam folgender Gesetzesbeschluss zustande: „Mit 1. Juli 1927 ist Oberndorf eine selbstständige Gemeinde!“ Bei den ersten Gemeinderatswahlen im Jahre 1927 wurde Mathias Hager, Adlerbauer, zum ersten Bürgermeister gewählt.

1961 ging erstmals ein Skilift im Ortsteil Wiesenschwang in Betrieb.

Am 1. Januar 1966 eröffnete die Raiffeisenkasse St. Johann in Tirol und Oberndorf ihre Pforten. Dabei wurde die alte Schmiede- und Wagnerwerkstätte verwendet.

Im Jahre 1984 wurde die Umfahrungsstraße durch den Landeshauptmann Ök. Rat Eduard Wallnöfer offiziell eröffnet. Somit wurden die täglichen Verkehrsprobleme im Ort behoben und die Lebensqualität erheblich verbessert.

Heute ist Oberndorf eher noch ein bäuerliches Dorf, hat aber in den letzten Jahren massiv an Einwohner gewonnen. So wurde im Jahre 2005 erstmals die 2.000-Einwohnergrenze überschritten. Des Weiteren siedeln sich immer mehr Industriebetriebe an. Bis 2019 hat sich die Einwohnerzahl auf 2.245 erhöht.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Oberndorf in Tirol

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtigste Wirtschaftszweige sind der Tourismus und ein Hartsteinwerk. Bis zum 18. Jahrhundert wurde am Rerobichl Kupferbergbau betrieben.

In Oberndorf haben mehrere Industriebetriebe ihren Standort, darunter die Firma Fritz Egger GmbH & Co, die zu den führenden Holzwerkstoff- und Spanplattenherstellern in Europa zählt. Die Konzernzentrale der Klausner-Gruppe befindet sich in Oberndorf.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BW

Die Gemeinderat hat insgesamt 15 Mitglieder.

  • Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Tirol 1998 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 5 Bürgermeister Hans Schweigkofler – Oberndorfer Sozialdemokraten und Unabhängige (SPÖ), 5 Wir Oberndorfer für Hans Brandstätter, 2 FPÖ und 1 Generation Oberndorf.[4]
  • Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Tirol 2004 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 6 Bürgermeisterliste Hans Schweigkofler, 3 ÖVP Oberndorf – Gemeinsam für unser Dorf, 2 AAB – Oberndorf, 1 GEO–Generation Oberndorf und 1 Die "Bürgerlichen".[5]
  • Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Tirol 2010 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: Bürgermeisterliste Hans Schweigkofler, Für Oberndorf – Tiroler Volkspartei, GeO – die nächste Generation Oberndorfs und Arbeiter und Angestellte – Tiroler Volkspartei.[6]
  • Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Tirol 2016 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 7 Bürgermeisterliste, 4 Für Oberndorf, 3 GEO – Generation Oberndorf und 1 Zukunft Oberndorf.[7]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • seit 1992 Johann Schweigkofler (Bürgermeisterliste, SPÖ)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das 1975 verliehene Wappen enthält ein Bergwerksymbol: einen goldenen Berghäckel (ehemals Amts- und Würdezeichen in der Bergbauverwaltung) auf schwarzem Grund und einen tiefen Schacht in Rot. Damit verweist es auf die große Zeit des Kupferbergbaus. Aus dieser stammt der bis 1870 tiefste Schacht der Welt, der durch die leicht schräge Schildteilung in rotes und schwarzes Feld symbolisiert wird.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1938 malte der aus Oberndorf stammende Maler Alfons Walde ein 43 X 61 cm großes Bild in Öl auf Malpappe mit dem Titel Dorfsommer (Oberndorf in Tirol).

2009–2012 war Oberndorf Station des FIS Skicross World Cup. Das Nachtrennen war das am besten besuchte Rennen der Serie.

Seit 2015 wird in Oberndorf das größte Rennen der Spartan Race Serie in Österreich immer im September ausgetragen.

Blick auf Oberndorf – Richtung Wilder Kaiser

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne der Gemeinde
Personen mit Bezug zum Ort

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Oberndorf in Tirol – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Martin Bitschnau, Hannes Obermair: Tiroler Urkundenbuch, II. Abteilung: Die Urkunden zur Geschichte des Inn-, Eisack- und Pustertals. Band 1: Bis zum Jahr 1140. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2009, ISBN 978-3-7030-0469-8, S. 276, Nr. 318.
  2. Martin Bitschnau, Hannes Obermair: Tiroler Urkundenbuch, II. Abteilung: Die Urkunden zur Geschichte des Inn-, Eisack- und Pustertals. Band 2: 1140–1200. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2012, ISBN 978-3-7030-0485-8, S. 72, Nr. 464.
  3. Großer Brand in Oberndorf. In: Tiroler Anzeiger, 15. Mai 1908, S. 4 (Online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/tan
  4. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 1998 in Oberndorf in Tirol. Land Tirol, 15. März 1998, abgerufen am 9. Oktober 2020.
  5. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2004 in Oberndorf in Tirol. Land Tirol, 7. März 2004, abgerufen am 9. Oktober 2020.
  6. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2010 in Oberndorf in Tirol. Land Tirol, 14. März 2010, abgerufen am 9. Oktober 2020.
  7. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2016 in Oberndorf in Tirol. Land Tirol, 28. Februar 2016, abgerufen am 9. Oktober 2020.