Oberndorf in Tirol

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Oberndorf in Tirol
Wappen Österreichkarte
Wappen von Oberndorf in Tirol
Oberndorf in Tirol (Österreich)
Oberndorf in Tirol
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Kitzbühel
Kfz-Kennzeichen: KB
Fläche: 17,71 km²
Koordinaten: 47° 30′ N, 12° 23′ OKoordinaten: 47° 29′ 55″ N, 12° 23′ 5″ O
Höhe: 687 m ü. A.
Einwohner: 2.194 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 124 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6372
Vorwahl: 05352
Gemeindekennziffer: 7 04 13
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Josef-Hager Straße 15
6372 Oberndorf in Tirol
Website: www.oberndorf-tirol.at
Politik
Bürgermeister: Johann Schweigkofler (Bürgermeisterliste)
Gemeinderat: (2010)
(13 Mitglieder)

7 Bürgermeisterliste, 4 Für Oberndorf, 3 GEO - Generation Oberndorf, 1 Zukunft Oberndorf

Lage der Gemeinde Oberndorf in Tirol im Bezirk Kitzbühel
Aurach bei Kitzbühel Brixen im Thale Fieberbrunn Going am Wilden Kaiser Hochfilzen Hopfgarten im Brixental Itter Jochberg Kirchberg in Tirol Kirchdorf in Tirol Kitzbühel Kössen Oberndorf in Tirol Reith bei Kitzbühel Schwendt St. Jakob in Haus St. Johann in Tirol St. Ulrich am Pillersee Waidring Westendorf TirolLage der Gemeinde Oberndorf in Tirol im Bezirk Kitzbühel (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Oberndorf in Tirol ist eine Gemeinde mit 2194 Einwohnern (Stand: 1. Jänner 2017) im Bezirk Kitzbühel, Tirol (Österreich).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Kitzbühel im Leukental, an der Kitzbüheler Ache zwischen Kitzbühel und St. Johann in Tirol. Das Gemeindegebiet setzt sich neben dem Hauptort aus mehreren Weilern zusammen und reicht bis zum Kitzbüheler Horn.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Going am Wilden Kaiser, Kitzbühel, Reith bei Kitzbühel, St. Johann in Tirol

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte Oberndorfs reicht, wie auch in den anderen Orten in der Umgebung, weit zurück. Die Örtlichkeit wird in Aufzeichnungen der Fürstpropstei Berchtesgaden von 1125–1136 als „Oberndorf“ ersturkundlich genannt.[1] 1151 wird auch der Weiler Wiesenschwang in einer päpstlichen Besitzbestätigung für Kloster Rott als „Wisinchsuuanch“ urkundlich erwähnt.[2] Im Jahre 1422 wurde erstmals eine Pfarrkirche, geweiht dem Patrozinium der Apostel Philippus und Jakobus, erwähnt. Im 16. Jahrhundert wurde in Oberndorf vorwiegend Bergbau betrieben. Vor allem ist der größte Schacht am Rerobichl des Bezirkes Kitzbühel, der Heilig-Geist-Schacht, mit seinen beachtlichen 886 m Tiefe ein Meisterwerk des damaligen Bergbaus. In nur 55 Jahre erreichte man diese Tiefe. Es wurde hauptsächlich Silber abgebaut. Der Bergbau wurde 1774 eingestellt und wurde danach mehrmals wieder aufgenommen, jedoch ohne größere Erfolge. Im Jahre 1969 und 1970 wollte die südafrikanische Union Corporation Limited den Bergbau erneut beginnen, scheiterte jedoch an einer Bürgerinitiative, denn es sind immer noch Silber- und Kupfervorkommen in weitaus tieferen Gegenden am Rerobichl vorhanden.

1875 wurde die Giselabahn, die durch Oberndorf führt, eröffnet. 1881 eröffnete man die Haltestelle östlich der Gemeinde.

Am 15. November 1898 eröffnete man das neue Schulhaus. Sieben Jahre später fand die Enthüllungsfeier des Hagerdenkmals statt.

Im Jahre 1909 wurde in Oberndorf ein eigener Feuerwehrverein gegründet, da ein Jahr zuvor zahlreiche Brände stattfanden. Sogar die Kirche wurde arg in Mitleidenschaft gezogen.

1912 verursachten sintflutartige Regenfälle eine große Überschwemmung. Dabei wurde viel Ackerland zerstört.

Im Jahr 1927 wurde Oberndorf von St. Johann in Tirol getrennt und zur selbständigen Gemeinde erhoben, nachdem schon 1892 und 1911 Anläufe in diese Richtung gescheitert waren. 1892 gab es bereits einen Gemeinderatsbeschluss über eine Aufteilung in drei Gemeinden St. Johann-Dorf, St. Johann-Land und Oberndorf, dies fand jedoch bei der Landesregierung keine Zustimmung. Am 8. Februar 1927 kam folgender Gesetzesbeschluss zustande: „Mit 1. Juli 1927 ist Oberndorf eine selbstständige Gemeinde!“ Bei den ersten Gemeinderatswahlen im Jahre 1927 wurde Mathias Hager, Adlerbauer, zum ersten Bürgermeister gewählt.

1961 ging erstmals ein Skilift in Betrieb.

Am 1. Januar 1966 eröffnete die Raiffeisenkasse St. Johann in Tirol und Oberndorf ihre Pforten. Dabei wurde die alte Schmiede- und Wagnerwerkstätte verwendet.

Im Jahre 1984 wurde die Umfahrungsstraße durch den Landeshauptmann Ök. Rat Eduard Wallnöfer offiziell eröffnet. Somit wurden die täglichen Verkehrsprobleme im Ort behoben und die Lebensqualität erheblich verbessert.

Heute ist Oberndorf eher noch ein bäuerliches Dorf, hat aber in den letzten Jahren massiv an Einwohner gewonnen. So wurde im Jahre 2005 erstmals die 2.000-Einwohnergrenze überschritten. Des Weiteren siedeln sich immer mehr Industriebetriebe an. In den kommenden Jahren wird sich die Einwohnerzahl weiter erhöhen.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat hat 13 Mitglieder.

Bürgermeister
  • seit 1992 Johann Schweigkofler

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das 1975 verliehene Wappen enthält ein Bergwerksymbol: einen goldenen Berghäckel (ehemals Amts- und Würdezeichen in der Bergbauverwaltung) auf schwarzem Grund und einen tiefen Schacht in Rot. Damit verweist es auf die große Zeit des Kupferbergbaus. Aus dieser stammt der bis 1870 tiefste Schacht der Welt, der durch die leicht schräge Schildteilung in rotes und schwarzes Feld symbolisiert wird.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Oberndorf in Tirol

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtigste Wirtschaftszweige sind der Tourismus und ein Hartsteinwerk. Bis zum 18. Jahrhundert wurde am Rerobichl Kupferbergbau betrieben.

In Oberndorf haben mehrere Industriebetriebe ihren Standort, darunter die Firma Fritz Egger GmbH & Co, die zu den führenden Holzwerkstoff- und Spanplattenherstellern in Europa zählt. Die Konzernzentrale der Klausner-Gruppe befindet sich in Oberndorf.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberndorf hat eine Haltestelle der Salzburg-Tiroler-Bahn.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1938 malte der aus Oberndorf stammende Maler Alfons Walde ein 43 X 61 cm großes Bild in Öl auf Malpappe mit dem Titel Dorfsommer (Oberndorf in Tirol).

2009–2012 war Oberndorf Station des FIS Skicross World Cup. Das Nachtrennen war das am besten besuchte Rennen der Serie.

Seit 2015 wird in Oberndorf das größte Rennen der Spartan Race Serie in Österreich immer im September ausgetragen.

Blick auf Oberndorf - Richtung Wilder Kaiser

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde
Personen mit Bezug zum Ort

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Oberndorf in Tirol – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Martin Bitschnau, Hannes Obermair: Tiroler Urkundenbuch, II. Abteilung: Die Urkunden zur Geschichte des Inn-, Eisack- und Pustertals. Band 1: Bis zum Jahr 1140. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2009, ISBN 978-3-7030-0469-8, S. 276, Nr. 318.
  2. Martin Bitschnau, Hannes Obermair: Tiroler Urkundenbuch, II. Abteilung: Die Urkunden zur Geschichte des Inn-, Eisack- und Pustertals. Band 2: 1140–1200. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2012, ISBN 978-3-7030-0485-8, S. 72, Nr. 464.