Oberreichenbach (Mittelfranken)

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Wappen Deutschlandkarte
Oberreichenbach (Mittelfranken)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Oberreichenbach hervorgehoben

Koordinaten: 49° 35′ N, 10° 46′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Erlangen-Höchstadt
Verwaltungs­gemeinschaft: Aurachtal
Höhe: 346 m ü. NHN
Fläche: 4,82 km2
Einwohner: 1359 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 282 Einwohner je km2
Postleitzahl: 91097
Vorwahl: 09104
Kfz-Kennzeichen: ERH, HÖS
Gemeindeschlüssel: 09 5 72 147
Gemeindegliederung: 1 Gemeindeteil
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulstraße 21
91097 Oberreichenbach
Website: www.oberreichenbach-erh.de
Erster Bürgermeister: Klaus Hacker (FWG)
Lage der Gemeinde Oberreichenbach im Landkreis Erlangen-Höchstadt
Birkach (gemeindefreies Gebiet)Neunhofer ForstMark (gemeindefreies Gebiet)Kraftshofer ForstKalchreuther ForstGeschaidtForst TennenloheErlenstegener ForstBuckenhofer ForstNürnbergNürnbergLandkreis Nürnberger LandFürthLandkreis Neustadt an der Aisch-Bad WindsheimLandkreis FürthErlangenLandkreis AnsbachLandkreis BambergLandkreis BambergLandkreis ForchheimBuckenhofAurachtalEckentalHeroldsbergKalchreuthLonnerstadtMöhrendorfMühlhausen (Mittelfranken)Oberreichenbach (Mittelfranken)SpardorfUttenreuthVestenbergsgreuthWeisendorfWachenrothRöttenbach (bei Erlangen)MarloffsteinHöchstadt an der AischHeßdorfHerzogenaurachHemhofenGroßenseebachGremsdorfBubenreuthBaiersdorfAdelsdorfDormitzer ForstKarte
Über dieses Bild

Oberreichenbach ist eine Gemeinde im Landkreis Erlangen-Höchstadt (Regierungsbezirk Mittelfranken, Bayern).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberreichenbach Luftaufnahme (2020)

Die Gemeinde liegt zwischen Neustadt an der Aisch und Erlangen am westlichen Rande des Naturparks Frankenhöhe.

Unmittelbar westlich des Kirchdorfs befinden sich die Trabelshofteiche, die den Eichenbach speisen, der mit dem Erlesbach ein Kilometer weiter nordöstlich zum Reichenbach zusammenfließt. Im Süden befindet sich das Waldgebiet Bastei, im Westen das Waldgebiet Bettelhütlein und im Südwesten das Bann Holz.[2]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht nur aus der Gemarkung und dem Gemeindeteil Oberreichenbach.[3][4]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn):

Weisendorf, Aurachtal, Emskirchen, Wilhelmsdorf, Gerhardshofen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde 1109 als „Richenbach“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname leitet sich von einem gleichlautenden Gewässernamen ab, dessen Bestimmungswort das mittelhochdeutsche Wort rîche (=reich) ist. Es sollte wohl damit der Fischreichtum des Baches bezeichnet werden. Aus dem Grundwort –bach kann geschlossen werden, dass diese Gegend nicht vor dem 10. Jahrhundert besiedelt wurde, da bis dahin Gewässer mit –aha bezeichnet wurden. 1501 ist erstmals die Form „Obernreichenpach“ bezeugt. Das Präfix Ober- dient zur Unterscheidung des in der Nähe gelegenen Unterreichenbach.[5]

Der Ort war ursprünglich Allod der Grafen Bergtheim. 1136 schenkte Graf Berthold II. von Bergtheim dem Kloster Michelsberg Güter des Ortes zum Allod. 1251 scheint das Kloster diese Eigengüter nicht mehr besessen zu haben. Grundherrschaftliche Ansprüche hatte auch das Kloster Münchaurach.[6]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Oberreichenbach 20 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Fraischvogteiamt Emskirchen-Hagenbüchach aus. Grundherren waren Brandenburg-Bayreuth (Klosteramt Münchaurach: 1 Wirtshaus, 3 Güter, 2 Gütlein; Vogtamt Hagenbüchach: 2 Halbhöfe, 1 Gut), das Hochstift Bamberg (Amt Herzogenaurach: 1 Hof, 2 Güter, 1 Haus), das Rittergut Neuhaus: 5 Güter und die Reichsstadt Nürnberg (Spitalamt: 2 Gütlein). Die Dorf- und Gemeindeherrschaft wurde im Wechsel ganerblich von den Grundherren übernommen.[7]

1810 kam Oberreichenbach zum Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1811 der Steuerdistrikt Oberreichenbach gebildet, zu dem Buch, Trabelshof und Unterreichenbach gehörten. 1813 entstand die Ruralgemeinde Oberreichenbach, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde die Ruralgemeinde Oberreichenbach aufgespalten:

  • Ruralgemeinde Oberreichenbach
  • Ruralgemeinde Unterreichenbach mit Buch
  • Trabelshof zur Ruralgemeinde Ebersbach[8]

Die Gemeinde Oberreichenbach war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Markt Erlbach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Neustadt an der Aisch. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden 10 Anwesen bis 1848 dem Patrimonialgericht Neuhaus. Am 1. April 1836 wurde die Gemeinde dem Landgericht Herzogenaurach zugewiesen, am 1. Oktober 1847 auch dem Rentamt Herzogenaurach.[9] Ab 1862 gehörte Oberreichenbach zum Bezirksamt Höchstadt an der Aisch (1939 in Landkreis Höchstadt an der Aisch umbenannt) und weiterhin vom Rentamt Herzogenaurach (1919 in Finanzamt Herzogenaurach umbenannt, seit 1929: Finanzamt Erlangen). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Herzogenaurach (1879 in das Amtsgericht Herzogenaurach umgewandelt), seit 1959 ist das Amtsgericht Erlangen zuständig.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1818 1840 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 2008 2013 2017
Einwohner 192 236 244 251 247 241 241 255 238 202 218 214 223 227 191 183 186 180 301 335 657 621 763 1229 1218 1302
Häuser[10] 29 36 40 37 36 41 90 295 383
Quelle [11] [12] [12] [13] [12] [14] [12] [12] [15] [12] [12] [16] [12] [12] [12] [17] [12] [12] [12] [18] [19] [20] [21] [22] [22] [22]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat von Oberreichenbach hat zwölf Mitglieder zuzüglich des Ersten Bürgermeisters.

Die vergangenen Kommunalwahlen führten zu folgenden Sitzverteilungen im Gemeinderat:

CSU FWG Gesamt
2002 6 (+1) 6 12(+1) Sitze
2008 5 7 (+1) 12(+1) Sitze
2014 4 8 (+1) 12(+1) Sitze
2020 4 8 (+1) 12(+1) Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist Klaus Hacker (FWG).[23]

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen
Wappen von Oberreichenbach
Blasonierung: „Über von Silber und Schwarz geviertem Schildfuß gespalten von Rot und Gold, vorne der Rumpf einer linksgewendeten silbernen Hindin, die von einem goldenen Pfeil durchbohrt ist, hinten ein rot bewehrter von einer silbernen Schrägleiste überdeckter schwarzer Löwe.“[24]

Die Gemeinde Oberreichenbach führt seit 1985 ein Wappen.

Wappenbegründung: Die Hindin ist das Attribut des Heiligen Ägidius, der als Orts- und Kirchenpatron in Oberreichenbach seit dem 16. Jahrhundert nachweisbar ist. Oberreichenbach unterstand zwei Herrschaften, den Markgrafen von Brandenburg-Bayreuth und dem Hochstift Bamberg. Darauf weisen die Zollernvierung von Silber und Schwarz im Schildfuß und der Bamberger Löwe aus dem Hochstiftswappen hin.
Flagge

Die Gemeindeflagge ist weiß-schwarz.[25]

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Aurachtal.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kreisstraße ERH 15/NEA 11 verläuft am Trabelshof und Oberalbach vorbei nach Brunn (4,8 km südwestlich) bzw. am Nankenhof vorbei nach Münchaurach zur Staatsstraße 2244 (4 km südöstlich). Die Kreisstraße ERH 28 verläuft nach Sintmann (3 km nordöstlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Eckenberg (1,5 km südlich) und nach Unterreichenbach (2,1 km östlich). Ein Wirtschaftsweg führt nach Tanzenhaid (1,6 km nordwestlich).[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Oberreichenbach (Mittelfranken) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b Oberreichenbach im BayernAtlas.
  3. Gemeinde Oberreichenbach in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 27. September 2019.
  4. Gemeinde Oberreichenbach, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 29. November 2021.
  5. W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 170.
  6. F. Krug (Hrsg.): Der Landkreis Erlangen-Höchstadt, S. 162f. = G. Daßler (Hrsg.): Landkreis Höchstadt a. d. Aisch, S. 111.
  7. H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 120.
  8. Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 33–34 (Digitalisat).
    H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 225.
  9. H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 208.
  10. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, von 1871 bis 2017 als Wohngebäude.
  11. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 68 (Digitalisat).
  12. a b c d e f g h i j k l m Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, S. 146, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  13. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 878, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  14. Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1050, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  15. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, Abschnitt III, Sp. 995 (Digitalisat).
  16. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1044 (Digitalisat).
  17. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1078 (Digitalisat).
  18. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, Abschnitt II, Sp. 925 (Digitalisat).
  19. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 681 (Digitalisat).
  20. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 173 (Digitalisat).
  21. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 335 (Digitalisat).
  22. a b c Oberreichenbach (Mittelfranken): Amtliche Statistik des LfStat (S. 6 und 12)
  23. Bürgermeister. Gemeinde Oberreichenbach, abgerufen am 30. September 2020.
  24. Eintrag zum Wappen von Oberreichenbach (Mittelfranken) in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  25. Oberreichenbach. In: kommunalflaggen.eu. Abgerufen am 30. Juni 2020.