Oberrieden ZH

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ZH ist das Kürzel für den Kanton Zürich in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Oberrieden zu vermeiden.
Oberrieden
Wappen von Oberrieden
Staat: SchweizSchweiz Schweiz
Kanton: Kanton ZürichKanton Zürich Zürich (ZH)
Bezirk: Horgen
BFS-Nr.: 0137i1f3f4
Postleitzahl: 8942
UN/LOCODE: CH ORN
Koordinaten: 686209 / 236976Koordinaten: 47° 16′ 41″ N, 8° 34′ 41″ O; CH1903: 686209 / 236976
Höhe: 460 m ü. M.
Höhenbereich: 406–627 m ü. M.
Fläche: 2,79 km²
Einwohner: 5083 (31. Dezember 2018)[1]
Einwohnerdichte: 1759 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Bürgerrecht)
21,2 % (31. Dezember 2018)[2]
Gemeindepräsident: Martin Arnold (SVP)
Website: www.oberrieden.ch
Oberrieden, von Erlenbach aus gesehen

Oberrieden, von Erlenbach aus gesehen

Lage der Gemeinde
UfenauLützelauZürichseeGreifenseeSihlseeTeufenbachweiherHorgnerbergweiherAusee (Wädenswil)TürlerseeZugerseeKanton SchwyzKanton St. GallenKanton ZugBezirk AffolternBezirk DietikonBezirk HinwilBezirk MeilenBezirk UsterBezirk ZürichAdliswilHorgenKilchberg ZHLangnau am AlbisOberrieden ZHRichterswilRüschlikonThalwilWädenswilKarte von Oberrieden
Über dieses Bild
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Oberrieden (ehem. Obrendrieden) ist eine politische Gemeinde im Bezirk Horgen des Kantons Zürich in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberrieden liegt auf mehreren Geländeterrassen am linken Ufer des Zürichsees, etwa 11 km südöstlich von Zürich. Die westliche Gemeindegrenze reicht über den Zimmerberg in das Sihltal hinunter, die östliche bis in die Mitte des Zürichsees. Die nördliche Nachbargemeinde ist Thalwil, die südliche der Bezirkshauptort Horgen.

Die Gemeindefläche beträgt 276 Hektaren, wovon 15 % Landwirtschaft, 42 % Wald, 14 % Verkehr und 27 % Siedlungen sind.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die ältesten nachweisbaren Besiedlungsspuren kann man anhand von Holzresten, Silex-Werkzeug und Keramikscherben bis in die Jahre 3051–3037 vor Christus – die Jungsteinzeit – zurückverfolgen.
  • 1620 wurde in Oberrieden die erste Schule gegründet.
  • Nachdem sich bereits die Kirchgemeinde, die damals die vierte Wacht Horgens war, von Horgen getrennt hatte, wurde Oberrieden am 13. Mai 1773 auch eine politisch selbstständige Gemeinde.
Luftbild (1955)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung

In Blau ein sechszackiger silberner Stern

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberrieden zählt 5071 Einwohner (2017), wobei der Ausländeranteil 21 % beträgt. In den letzten fünf Jahren stieg die Einwohnerzahl um 2,1 %. 19 % der Oberriedner Bevölkerung sind 0–19 Jahre alt. 57 % sind zwischen 20 und 64 Jahre alt und 24 % sind älter als 64 Jahre. In Oberrieden existieren 2294 Haushalte (2015).

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1634 246
1750 690
1850 832
1900 1224
1950 1987
1960 1375
1990 4385
2010 4936

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Öffentlicher Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es führen zwei Bahnstrecken durch das Gemeindegebiet, die Linksufrige Zürichseebahn und die Bahnstrecke Thalwil–Arth-Goldau, weshalb die Gemeinde über zwei Bahnhöfe verfügt. Die Bahnstation Oberrieden Dorf wird von der S 24 ThayngenSchaffhausen/WeinfeldenWinterthurZürich FlughafenZürich HBThalwilHorgen OberdorfZug bedient. Am unteren Bahnhof hält die S 8 WinterthurWallisellenZürich HBThalwilPfäffikon SZ .

In der Hauptsaison (Juni bis September) bedient die Zürichsee-Schiffahrtsgesellschaft Oberrieden dreimal täglich in Richtung Rapperswil bzw. Zürich. Die Buslinien 145 und 136 der Zimmerberg Busbetriebe fahren zusammen sechs Bushaltestellen auf dem Gemeindegebiet an.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das älteste Haus Oberriedens wurde 1294 erbaut und steht heute unter Denkmalschutz.
  • Ein weiterer historischer Bau ist der alte «Spycher im Länz», der 1553 erbaut wurde und heute der Gemeinde gehört.
  • Ein Prunkstück des Dorfes ist die 1761 von Hans Ulrich Grubenmann erbaute reformierte Kirche Oberrieden, die heute von der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde genutzt wird.
  • Neben dem 1798 erbauten Haus «Chrüzbüel» steht seit 1988 die als Rotunde errichtete römisch-katholische Kirche Heilig Chrüz.
  • Zwei Prestigebauten Oberriedens sind die beiden Villen «Schönfels» und «Sonnenbühl».
  • Ein historisch signifikanter Industriebau ist die Flugzeugfabrik im «Usser Scheller», die von 1923 bis 1935 vom Piloten und Flugzeugbauer Alfred Comte betrieben wurde.
  • Aussichtspunkte in der Gemeinde sind die "Frohe Aussicht", das «Laugerenried» und das «Aebnet», erreichbar über den Lottereteweg.

Als Veranstaltung bekannt geworden ist das alljährlich stattfindende «Open-air Oberrieden.»

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • John Brack (1950–2006), Schweizer Countrymusiker
  • Alfred Comte (1895–1965), Flugpionier und Flugzeugbauer, betrieb eine Flugzeugfabrik in Oberrieden
  • Max Dünki (1932–2011), Politiker (EVP, Nationalrat 1983–1999), Gemeindeschreiber, wohnte in Oberrieden
  • Maria Fierz (1878–1956), Förderin der Frauenrechte
  • Hannes Gruber (* 1928), Kunstmaler
  • Steff Gruber (* 1953), Filmemacher, Fotograf, Autor, Internetpionier
  • Gerold Hilty (1927–2014), Romanist, Sprachwissenschaftler
  • Theo Hotz (1928–2018), Architekt, geboren in Oberrieden
  • Heiri Leuthold (1967–2009), Sozialgeograph
  • Fritz Peter (1925–1994) Sänger
  • Hans H. Staub (1908–1980), Atomphysiker, heimatberechtigt in Oberrieden
  • Peter Surava (1912–1995), Journalist, verstorben in Oberrieden
  • Dominique Rinderknecht (* 1989), Miss Schweiz 2013, Model

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich, Band II: Die Bezirke Bülach, Dielsdorf, Hinwil, Horgen und Meilen. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 15). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1943. DNB 365803049.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Oberrieden ZH – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2019, abgerufen am 22. Dezember 2019.
  2. Daten zur Wohnbevölkerung nach Heimat, Geschlecht und Alter (Gemeindeporträt). Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 22. Dezember 2019.
  3. Wahlen 2019. Abgerufen am 25. Februar 2020.