Oberschöna

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
Oberschöna
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Oberschöna hervorgehoben
Koordinaten: 50° 54′ N, 13° 15′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Mittelsachsen
Höhe: 370 m ü. NHN
Fläche: 44,29 km2
Einwohner: 3346 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 76 Einwohner je km2
Postleitzahl: 09600
Vorwahlen: 037321,
03731 (Kleinschirma), 037207 (Bräunsdorf), 037328 (Langhennersdorf)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: FG, BED, DL, FLÖ, HC, MW, RL
Gemeindeschlüssel: 14 5 22 430
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
An der Hauptstraße 10
09600 Oberschöna
Webpräsenz: www.gemeinde-oberschoena.de
Bürgermeister: Rico Gerhardt (CDU)
Lage der Gemeinde Oberschöna im Landkreis Mittelsachsen
Altmittweida Augustusburg Bobritzsch-Hilbersdorf Brand-Erbisdorf Burgstädt Claußnitz Döbeln Dorfchemnitz Eppendorf Erlau (Sachsen) Flöha Frankenberg/Sa. Frauenstein (Erzgebirge) Freiberg Geringswalde Großhartmannsdorf Großschirma Großweitzschen Hainichen Halsbrücke Hartha Hartmannsdorf (bei Chemnitz) Königsfeld (Sachsen) Königshain-Wiederau Kriebstein Leisnig Leubsdorf (Sachsen) Lichtenau (Sachsen) Lichtenberg/Erzgeb. Lunzenau Mittweida Mühlau (Sachsen) Mulda/Sa. Neuhausen/Erzgeb. Niederwiesa Oberschöna Oederan Ostrau (Sachsen) Penig Rechenberg-Bienenmühle Reinsberg (Sachsen) Rochlitz Rossau (Sachsen) Roßwein Sayda Seelitz Striegistal Taura Waldheim Wechselburg Weißenborn/Erzgeb. Zettlitz Zschaitz-Ottewig SachsenKarte
Über dieses Bild

Oberschöna ist eine seit dem 1. Januar 1997 zusammengeschlossene Gemeinde im Landkreis Mittelsachsen in Sachsen[2], bestehend aus fünf Dörfern und einer Eisenbahnsiedlung. Hervorgegangen ist der Gemeindeverbund aus einem kommunalen landwirtschaftlichen Rat, beziehungsweise ab 1973 aus dem Gemeindeverwaltungsverband „An der Striegis“, dem neben Bräunsdorf, Kleinschirma, Langhennersdorf, Oberschöna und Wegefarth auch der heute zu Freiberg gehörige Stadtteil Kleinwaltersdorf angehörte.

Ortsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberschöna besteht aus folgenden Gemeindeteilen:

Ortsteile:

Eisenbahnsiedlung

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Waldhufendorf Oberschöna liegt im Osterzgebirge, 6 km westlich von Freiberg, 6 km nördlich von Brand-Erbisdorf und 30 km östlich von Chemnitz in einer Höhenlage von 350 m bis 390 m über NN. Die Gemeinde befindet sich im Tal der Großen Striegis. Durch den Ort führt die Bundesstraße 173, eine Staatsstraße führt nach Brand-Erbisdorf.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Striegistal Großschirma
Hainichen Nachbargemeinden Freiberg
Oederan Brand-Erbisdorf

Der Ortsteil Oberschöna grenzt im Westen an die Siedlung Bahnhof Frankenstein, im Norden an den Ortsteil Wegefarth, im Westen an den Ortsteil Kleinschirma, im Südwesten an die Brand-Erbisdorfer Ortsteile St. Michaelis und Linda und im Südosten an den Oederaner Ortsteil Kirchbach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rittergut Oberschöna (um 1860)
Rittergut Oberschöna. Wohnhaus auf den Grundmauern des ehem. Schlosses

Oberschöna wurde 1183 erstmals urkundlich erwähnt. In einer Urkunde von 1185, in der die Grenzen der östlich gelegenen Besitzungen des Klosters Altzella beschrieben werden, wird auch der vier Eckhardschen Dörfer gedacht. Diese waren Lehen des hessischen Klosters Hersfeld. Später schlussfolgerte man sicher, dass Oberschöna, Linda, aber auch Wegefarth und vermutlich St. Michaelis zu diesen Dörfern gehörten.

Seit 1445/1447 war in Oberschöna ein Rittersitz bzw. Vorwerk vorhanden, das seit 1551 als Rittergut bezeichnet wurde. Dieses war vom 14. Jahrhundert bis 1761 im Besitz der Familie von Schönberg, danach besaß es bis 1771 der Amtshauptmann von Gersdorff, danach bis mindestens 1860 die Familie von Carlowitz. Zur Grundherrschaft Oberschöna gehörten neben Oberschöna die Orte Oberreichenbach und Kirchbach. Bis ins 16. Jahrhundert unterstanden auch die Stadt Hainichen und die Dörfer Wingendorf und Frankenstein dem Rittergut Oberschöna, sie kamen aber später unter die Grundherrschaft des Ritterguts Wingendorf.

Oberschöna lag nach der Säkularisation des Klosters Altzella im 16. Jahrhundert[3] bis 1856 im kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Kreisamt Freiberg.[4] Ab 1856 gehörte der Ort zum Gerichtsamt Freiberg und ab 1875 zur Amtshauptmannschaft Freiberg.[5] Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Herrenhaus des Ritterguts Oberschöna abgerissen. Ein Wirtschaftsgebäude ist bis heute erhalten geblieben.[6]

Durch die zweite Kreisreform in der DDR kam Oberschöna im Jahr 1952 zum Kreis Freiberg im Bezirk Chemnitz (1953 in Bezirk Karl-Marx-Stadt umbenannt), der ab 1990 als sächsischer Landkreis Freiberg fortgeführt wurde und 2008 im Landkreis Mittelsachsen aufging.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Bräunsdorf[7] 1. März 1994 Zusammenschluss mit Langhennersdorf zu Bräunsdorf-Langhennersdorf
Bräunsdorf-Langhennersdorf[7] 1. Januar 1997
Kleinschirma[7] 1. Januar 1994
Langhennersdorf[7] 1. März 1994 Zusammenschluss mit Bräunsdorf zu Bräunsdorf-Langhennersdorf
Oberschöna, Gutsbezirk um 1922
Wegefarth[8][9] 1. Juli 1950

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Einwohnerzahlen der Gemeinde Oberschöna beziehen sich auf den 31. Dezember des voranstehenden Jahres mit Gebietsstand Januar 2007:

1982 bis 1988

  • 1982 − 3.843
  • 1983 − 3.833
  • 1984 − 3.808
  • 1985 − 3.737
  • 1986 − 3.664
  • 1987 − 3.565
  • 1988 − 3.574

1989 bis 1995

  • 1989 − 3.503
  • 1990 − 3.437
  • 1991 − 3.401
  • 1992 − 3.415
  • 1993 − 3.543
  • 1994 − 3.688
  • 1995 − 3.775

1996 bis 2002

  • 1996 − 3.844
  • 1997 − 3.868
  • 1998 − 3.915
  • 1999 − 3.903
  • 2000 − 3.864
  • 2001 − 3.836
  • 2002 − 3.803

2003 bis 2013

  • 2003 − 3.784
  • 2004 − 3.773
  • 2005 − 3.711
  • 2006 − 3.679
  • 2007 − 3.665
  • 2012 − 3.397
  • 2013 − 3.347
Kirche Oberschöna
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[10]
Wahlbeteiligung: 63,0 %
 %
60
50
40
30
20
10
0
52,6 %
37,0 %
8,5 %
1,9 %
FW MS

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 18 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • CDU: 10 Sitze
  • Freie Wähler Mittelsachsen e. V.: 7 Sitze
  • LINKE: 1 Sitz

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rico Gerhardt (CDU) wurde im Juni 2015 zum Nachfolger von Helmut Zönnchen (CDU) gewählt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Dehio (Hrsg.): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bd. Sachsen II Regierungsbezirk Leipzig und Chemnitz; 2. Auflage; Deutscher Kunstbuchverlag; Berlin 1998, ISBN 3-422-03048-4, S. 755f
  • Freiberger Land (= Werte unserer Heimat. Band 47). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1988.
  • M. Koch (Hrsg.): 777 Jahre Kleinschirma 1224–2001; Medienzentrum der TU Bergakademie; Freiberg 2001; 66 S.
  • A. H. Königsdörffer: Verwüstung der Kirchfahrt Langhennerdorf bei Freiberg im dreißigjährigen Kriege und ihre Wiederherstellung; Freiberg 1879
  • G. A. Poenicke, F. Heise: Album der Schlösser und Rittergüter im Kgr. Sachsen. Bd. IV Erzgebirgischer Kreis; Ritterschaftlicher Album Verein; Leipzig 1856; 224 S.
  • J. G. Preußer, M. Kaupisch: Langhennersdorf mit Bräunsdorf, Reichenbach und Seifersdorf. in: Sachsens Kirchengalerie. 1 Bd.; Schmidt Verlag; Dresden 1838; S. 197–202
  • A. Sauer, A. Rothpletz: Erläuterungen zur geologischen Specialkarte des Kgr. Sachsen – Section Freiberg-Langhennersdorf Blatt 79; Engelmann Verlag; Leipzig 1887; 60 S. 6
  • O. Voigt: Die Parochie Langhennersdorf. in: G. Buchwald (Hrsg.): Neue Sächsische Kirchengalerie. Ephorie Freiberg; Strauch Verlag; Leipzig 1900; S. 299–324
  • Richard Witzsch: Zwischen Chemnitz und Freiberg. Bd. II Die Dörfer an der Striegis; Roßberg Verlag; Frankenberg 1929; Striegistal 2012
  • Richard Steche: Oberschöna. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 3. Heft: Amtshauptmannschaft Freiberg. C. C. Meinhold, Dresden 1884, S. 114.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden, siehe 1997
  3. Oberschöna auf www.burgen-und-schloesser.net
  4. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 72 f.
  5. Die Amtshauptmannschaft Freiberg im Gemeindeverzeichnis 1900
  6. Das Rittergut Oberschöna auf www.sachsens-schloesser.de
  7. a b c d Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Gebietsänderungen
  8. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  9. Verzeichnisse der seit Mai 1945 eingemeindeten Gemeinden und Nachweis über die Aufgliederung der selbständigen Gutsbezirke und Staatsforstreviere, 1952, Herausgeber: Ministerium des Innern des Landes Sachsen
  10. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Oberschöna – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Oberschöna – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wiktionary: Langhennersdorf – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen