Oberschützen

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Oberschützen
Wappen Österreichkarte
Wappen fehlt
Oberschützen (Österreich)
Oberschützen
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Oberwart
Kfz-Kennzeichen: OW
Fläche: 44,36 km²
Koordinaten: 47° 21′ N, 16° 12′ OKoordinaten: 47° 20′ 59″ N, 16° 12′ 30″ O
Höhe: 355 m ü. A.
Einwohner: 2.415 (1. Jän. 2017)
Postleitzahl: 7432
Vorwahl: 03353
Gemeindekennziffer: 1 09 16
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptplatz 1
7432 Oberschützen
Website: www.oberschuetzen.at
Politik
Bürgermeister: Hans Unger (ÖVP)
Gemeinderat: (2017)
(23 Mitglieder)
15
5
2
1
15 
Von 23 Sitzen entfallen auf:
Lage der Gemeinde Oberschützen im Bezirk Oberwart
Bad Tatzmannsdorf Badersdorf Bernstein Deutsch Schützen-Eisenberg Grafenschachen Großpetersdorf Hannersdorf Jabing Kemeten Kohfidisch Litzelsdorf Loipersdorf-Kitzladen Mariasdorf Markt Allhau Markt Neuhodis Mischendorf Neustift an der Lafnitz Oberdorf im Burgenland Oberschützen Oberwart Pinkafeld Rechnitz Riedlingsdorf Rotenturm an der Pinka Schachendorf Schandorf Stadtschlaining Unterkohlstätten Unterwart Weiden bei Rechnitz Wiesfleck Wolfau BurgenlandLage der Gemeinde Oberschützen im Bezirk Oberwart (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Oberschützen ist eine Gemeinde mit 2415 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im Burgenland im Bezirk Oberwart in Österreich. Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Felsőlövő.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Südburgenland. Der Ort Oberschützen liegt eingebettet zwischen zwei Hügeln.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burgenländische Seite des Grenzsteines, der das Dreiländereck kennzeichnet.

Das Gemeindegebiet umfasst folgende fünf Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. 2015[1]):

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Aschau, Oberschützen, Schmiedrait, Unterschützen und Willersdorf.

Oberschützen bildet mit seinem Ortsteil Schmiedrait sowie der steirischen Gemeinde Schäffern und der niederösterreichischen Gemeinde Hochneukirchen-Gschaidt das Dreiländereck Burgenland, Steiermark und Niederösterreich.

Deutscher Ortsname Ungarischer Ortsname Kroatischer Ortsname Ortsname in Romani
Aschau im Burgenland Hamvasd - Hamvasd
Oberschützen Felsőlövő Gornje Šice Uprutni Schica
Schmiedrait Határfő - -
Unterschützen Alsólövő Dolnje Šice Telutni Schica
Willersdorf Villámos - -

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zum Königreich Ungarn, dessen westlicher, deutschsprachiger Teil nach den Verträgen von St. Germain und Trianon der Republik Österreich zugesprochen wurde.

Zur Zeit des ungarischen Grenzschutzsystems Gyepű war Oberschützen eine Siedlung freier, ungarischer Bogenschützen. Diese wurden nach Beteiligung an dem Aufstand 1271 in die Nähe von Güssing vertrieben und es siedelten deutsche Kolonisten. Vom 1392 erfolgten Kauf und Anschluss an die Herrschaft Bernstein durch die Kanizsay bis zum Freikauf von der Herrschaft 1840 war Oberschützen Teil dieser. In der Zeitspanne von der Excorporation aus Ungarn 1447 bis zur Reincorporation 1647 war es mit dem gesamten Rest der Herrschaft Teil Niederösterreichs.

In den Jahren 1822 bis 1827 terrorisierte die Räuberbande Stradafüßler das Grenzgebiet zur Steiermark und Niederösterreich. Das heutige Burgenland wurde von der Bande als Rückzugsraum genutzt und besonders das ehemalige Waldwirtshaus in der Sixtina sowie das heute nicht mehr existierende Waldwirtshaus in der Wartenau bei Unterschützen waren oft Treffpunkt der Stradafüßler.[2] Ihr Anführer, der berühmt berüchtigte Holzknechtseppl, unterhielt eine Liebesbeziehung mit Anna Weber, der Besitzerin des Waldwirtshauses in der Wartenau. Der Legende nach wurde die Bande am 12. März 1827 von alarmierten Soldaten dort verhaftet und nach Pinkafeld gebracht, wobei Historiker dieses konkrete Datum anzweifeln.[3]

Seit 1898 durfte offiziell – aufgrund der Standardisation der geografischen Namen – nur der ungarische Ortsname Felsőlövő verwendet werden.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1971 wurden die Gemeinden Aschau im Burgenland, Schmiedrait, Unterschützen und Willersdorf mit Oberschützen zusammengelegt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahlen
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
61,77 %
(+9,81 %p)
22,40 %
(-3,48 %p)
7,16 %
(+0,39 %p)
8,67 %
(n. k.)
keine
(-15,38 %p)
Sonst.
2012

2017


Der Gemeinderat hat 23 Mitglieder.

Bürgermeister
  • bis 2016 Günter Toth (ÖVP)
  • seit 2016 Hans Unger (ÖVP)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anschlussdenkmal Oberschützen
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Oberschützen
Regelmäßige Veranstaltungen
  • Im Oktober 2010 fand der erste Jenő-Takács-Klavierwettbewerb[4] in Oberschützen statt, an dem junge Pianistinnen und Pianisten aus Österreich, Ungarn, Deutschland, Israel, Serbien und Lettland teilnahmen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bahn: Seit dem Sommer 2005 ist die Eisenbahnlinie zwischen Oberwart und Oberschützen, ein Nebenast der Pinkatalbahn, wieder für Züge befahrbar. Ein gemeinnütziger Verein (FROWOS-Freunde der Bahnlinie Oberwart-Oberschützen) hat die Strecke revitalisiert und betreibt Bummelfahrten mit Motordraisinen.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberschützen, Evangelisches Internat (um 1900)

Oberschützen beherbergt derzeit eine für seine Größe außergewöhnliche Anzahl an Bildungsstätten. Vorhanden sind ein Kindergarten, eine Volksschule, eine Sporthauptschule, zwei Gymnasien und ein Institut der Kunstuniversität Graz.

1814 wurde mit dem Bau einer evangelischen Volksschule begonnen. Bald darauf erlebte die Oberschützen durch das Wirken des Pfarrers Gottlieb August Wimmer, dem die Gemeinde die Gründung seiner höheren Schulen verdankt, einen bedeutenden Aufschwung.

Als nach dem Ende des Ersten Weltkriegs das vormalige Deutschwestungarn als neues Bundesland Burgenland zu Österreich kam, waren die Evangelische Lehrerbildungsanstalt (LBA) (heute Evang. RG und ORG) und das Evang. RG heute BG/BRG/BORG Oberschützen die einzigen höheren Schulen des jüngsten Bundeslandes. 1938 wurden beide Schulen im Zuge des Anschlusses verstaatlicht und als staatliche Schulen bis 1945 weitergeführt. 1946 wurden das frühere Evang. RG als Bundesrealgymnasium und das Internat als Bundeskonvikt wiedereröffnet. Die ehemalige Lehrerbildungsanstalt blieb zunächst geschlossen und nahm erst 1958 als Evangelische Lehrerbildungsanstalt Oberschützen wieder den Betrieb auf.

Eine weitere Bereicherung des Bildungsangebotes erfuhr der Schulort Oberschützen 1965 durch die Errichtung einer Expositur der Grazer Musikakademie (heute Institut Oberschützen der Kunstuniversität Graz). Die Expositur war zunächst in verschiedenen Gebäuden provisorisch untergebracht, bis schließlich im Jahr 1982 das Kultur- und Hochschulzentrum fertiggestellt war und dort in einem Teil des Kulturzentrums eine Heimat gefunden wurde. Im Jahre 1966 bekam Oberschützen eine Hauptschule; das neue Hauptschulgebäude mit einem Turnsaal war 1972 fertig.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Österreichische Kunsttopographie. Bd. XL. Die Kunstdenkmäler des Politischen Bezirkes Oberwart. Wien 1974. S. 286–305.
  • Wolfgang Krug: Last der Erinnerung. NS-Denkmalskult am Beispiel Oberschützen. Edition Lex Liszt 12. ISBN 3-901757-07-4
  • Harald Prickler: Geschichte der Herrschaft Bernstein. Burgenländische Forschungen 41. 1960.
  • Ludwig Volker Toth: Evangelische Kirchen im Burgenland. Sichtbar - erlebbar. Salzburg (Edition Tandem) 2011, S. 110 - 113.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Oberschützen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Bevölkerung am 1. Jänner 2015 nach Ortschaften
  2. Johann Anton Laschober: Aus dem Leben eines Räuberhauptmannes aus Edlitz – unsere Heimatgemeinde, Edlitz 1992, Herausgeber Marktgemeinde Edlitz
  3. Christoph Tepperberg: Der Holzknechtseppl aus Festschrift 680 Jahre Marktgemeinde Riedlingsdorf, Riedlingsdorf 2011, Herausgeber Marktgemeinde Riedlingsdorf
  4. Erster Jenő-Takács-Klavierwettbewerb. ORF Burgenland, abgerufen am 7. November 2010.
  5. Dr. Kerekes: Ungarndeutsche Dichterporträts: Wilhelm Knabel, Werischwarer Zeitung Online, 7. Dezember 2009, abgerufen am 26. Juli 2010