Oberstaufener Tunnel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Oberstaufener Tunnel
Oberstaufener Tunnel
Tunnelportal vom Bahnhof Oberstaufen aus gesehen
Nutzung Eisenbahntunnel
Verkehrsverbindung Allgäubahn (zweigleisig)
Ort Oberstaufen
Länge 144 m
Anzahl der Röhren 1
Querschnitt hufeisenförmig
Bau
Bauherr Königreich Bayern / DB Netz AG
Fertigstellung 1853 / 2016
Betrieb
Betreiber DB Netz AG
Lage
Oberstaufener Tunnel (Bayern)
Red pog.svg
Red pog.svg
Koordinaten
Nordportal 47° 33′ 4″ N, 10° 1′ 38″ O
Südportal 47° 32′ 58″ N, 10° 1′ 42″ O

Der Oberstaufener Tunnel ist der einzige Eisenbahntunnel im Zuge der Bahnstrecke München–Lindau.

Parameter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Tunnel liegt kurz vor dem Bahnhof Oberstaufen (Streckenkilometer 101,3). Er ist heute 144 Meter lang[Anm. 1] und der einzige Tunnel im Verlauf der Strecke.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tunnel von Süden mit Blick auf den Haltepunkt Oberstaufen – vor der Sanierung

Tunnel und Strecke entstanden im Zuge der Ludwig-Süd-Nord-Bahn. Die Planungen sahen zuerst den Bau der Gleise um den Berg Staufen vor, da jedoch südlich der Donau im Königreich Bayern kein Eisenbahntunnel vorhanden war, befahl König Maximilian II den Bau dieses Tunnels.[1] Der Tunnel hatte dabei ursprünglich eine Länge von 124 Metern.[2] Der Abschnitt von Immenstadt nach Oberstaufen, in dem der Tunnel liegt, wurde am 1. Mai 1853 eröffnet.[3] Das Tunnelprofil wurde für den damaligen Betrieb angemessen, jedoch relativ eng, gewählt. Außerdem war es unregelmäßig: Er schwankte zwischen 43 und 56 . Der enge Querschnitt führte ab dem Ende des 20. Jahrhunderts dazu, dass die Strecke erheblichen betrieblichen Einschränkungen unterlag. So konnten weder Doppelstockwagen noch Containerzüge verkehren. Letzteres ist wichtig, weil die Allgäubahn Ausweichstrecke ist, wenn es zu einer Störung der teilweise eingleisigen Arlbergbahn kommt.[4]

Ausbau 2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2016 wurde der Tunnel grundlegend umgebaut und saniert: Zunächst wurde der Tunnelquerschnitt auf 70 m² erheblich vergrößert. Dies erlaubt jetzt die Durchfahrt von Doppelstockwagen und beladenen Containerwagen. Er erhielt eine neue Innenverschalung und Vorbauten, die den ursprünglichen Tunnel um 20 Meter verlängern.[5]

Aufgrund schwieriger geologischer Verhältnisse sowohl innerhalb des Tunnels als auch vor der nördlichen Tunnelausfahrt verzögerte sich der Abschluss der Bauarbeiten um fast zwei Monate. Am 7. Dezember 2016 wurde der Tunnel für erste Züge, am 11. Dezember 2016 für den gesamten Verkehr freigegeben. Die Kosten der Maßnahme betrugen einschließlich einer 9,5 km langen Streckensanierung mit drei Brücken und dem Wiedereinbau von vier Weichen im Bahnhof Oberstaufen 25 Mio. €.[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • hbi: Tunnelsanierung bei Oberstaufen endlich beendet. In: Eisenbahn-Revue International 2/2017, S. 95.
  • Eisenbahnatlas Deutschland. 9. Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2014, ISBN 978-3-89494-145-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. So: Schweers+Wall: Eisenbahnatlas, in Verbindung mit hbi: Tunnelsanierung; Tunnelportale gibt 160 m an.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. König Ludwig II. gab ihn vor über 160 Jahren in Auftrag: Halbzeit bei der Sanierung des Bahntunnels in Oberstaufen, Stefan Binzer, Allgäuer Zeitung, 24. Juni 2016
  2. Schweers+Wall: Eisenbahnatlas.
  3. Dilken.
  4. hbi: Tunnelsanierung.
  5. hbi: Tunnelsanierung.
  6. hbi: Tunnelsanierung.