Obertaufkirchen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Obertaufkirchen
Obertaufkirchen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Obertaufkirchen hervorgehoben

Koordinaten: 48° 16′ N, 12° 17′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Mühldorf am Inn
Höhe: 457 m ü. NHN
Fläche: 31,65 km2
Einwohner: 2584 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 82 Einwohner je km2
Postleitzahl: 84419
Vorwahl: 08082
Kfz-Kennzeichen: MÜ, VIB, WS
Gemeindeschlüssel: 09 1 83 135
Gemeindegliederung: 82 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Sportplatz 5
84419 Obertaufkirchen
Website: www.obertaufkirchen.de
Erster Bürgermeister: Franz Ehgartner (Heimattreue)
Lage der Gemeinde Obertaufkirchen im Landkreis Mühldorf am Inn
Mühldorfer HartZangbergWaldkraiburgUnterreitTaufkirchen (Landkreis Mühldorf am Inn)SchwindeggSchönberg (Oberbayern)ReichertsheimRechtmehringRattenkirchenPolling (bei Mühldorf am Inn)ObertaufkirchenOberneukirchen (Oberbayern)OberbergkirchenNiedertaufkirchenNiederbergkirchenNeumarkt-Sankt VeitMühldorf am InnMettenheim (Bayern)MaitenbethLohkirchenKraiburg am InnKirchdorf (bei Haag in Oberbayern)Jettenbach (Oberbayern)HeldensteinHaag in OberbayernGars am InnErhartingEgglkofenBuchbach (Oberbayern)Aschau am InnAmpfingLandkreis LandshutLandkreis Rottal-InnLandkreis RosenheimLandkreis EbersbergLandkreis AltöttingLandkreis ErdingLandkreis TraunsteinKarte
Über dieses Bild

Obertaufkirchen ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Mühldorf am Inn. Der gleichnamige Hauptort ist Sitz der Gemeindeverwaltung.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obertaufkirchen liegt in der Region Südostoberbayern und liegt teils im Isental. Das Gemeindegebiet wird von drei Tälern durchzogen: dem Rimbachtal, dem Ornautal mit dem seit den 1960er Jahren regulierten Ornaubach und dem Kagental mit dem Kagenbach.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt 82 Ortsteile:[2]

Es gibt die Gemarkungen Oberornau und Obertaufkirchen. Der Ortsteil Rimbachau entstand erst in den 1970er Jahren als Feriensiedlung. Er ist bebaut mit sogenannten Schwedenhäusern (Holzbauweise und Spitzdach bis zum Boden). Vor dieser Zeit war es die Au von Rimbach ohne Namen und Bebauung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obertaufkirchen gehörte zum Rentamt Landshut und zum Landgericht Neumarkt des Kurfürstentums Bayern. Mittels der Obmannschaft Obertaufkirchen übte das Erzstift Salzburg bis zu seiner Aufhebung im Jahr 1803 die niedere Gerichtsbarkeit über seine hiesigen Untertanen aus. Im wenige Meter nordöstlich gelegenen Weiler Hohenthann war ein wohl einmal eindrucksvolles Schloss wie der Wening-Stich von 1710 zeigt, dort das aber bereits als Ruine.[3] Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1.759 auf 2.591 um 832 Einwohner bzw. um 47,3 %.

  • 1961: 1637 Einwohner
  • 1970: 1682 Einwohner
  • 1987: 1722 Einwohner
  • 1991: 2016 Einwohner
  • 1995: 2220 Einwohner
  • 2000: 2329 Einwohner
  • 2005: 2403 Einwohner
  • 2010: 2427 Einwohner
  • 2015: 2555 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amtierender Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Franz Ehgartner (Heimattreue). Vorherige Bürgermeister: Rudolf Hartinger Obertaufkirchen Sebastian Bauer Obertaufkirchen Mesmering

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Obertaufkirchen
Blasonierung: „Unter Schildhaupt mit zwei Reihen Wolkenpfahlfeh in Blau und Silber, in Silber ein blauer Wellenbalken, überdeckt von einem roten Taufstein.“[4]

Wappenführung seit 1981.

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pfarrkirche Obertaufkirchen ist dem hl. Sankt Martin und der hl. Magdalena geweiht.

Das große Gotteshaus vereinigt eine bemerkenswerte Menge verschiedener Stile. Sogar vom ersten Steinbau im Stil der Romanik, entstanden um 1150, sind sichtbare Partien (z. B. Portal) erhalten, ebenso vom spätgotischen Nachfolger, der ab 1450 in Gestalt kam. Die Barockisierung, Rokoko-Gestaltung folgte um 1777. 1910–1911 kam es per Neubau zu einer Vergrößerung im Bereich des vorderen Langhauses und des Chors, die im neubarocken Stil zur Ausführung gelangte.

Die Filialkirche Frauenornau ist der hl. Maria (Mariä Heimsuchung) geweiht.

Sie war schon zu sehr früher Zeit eine beliebte Wallfahrtskirche. Es ist ein spätgotischer Bau mit einer eindrucksvollen Rokokoausstattung von 1774.

Die Filialkirche Annabrunn ist der hl. Anna geweiht.

Die Edle Frau von Fugger Besitzerin von Schloss Schwindeck ließ dieses Baudenkmal erstmals als Kapelle anno 1686 erstellen, um den Wallfahrern, die das Annabrünnlein besuchten, die Möglichkeit einer geistigen Einkehr zu geben. Bereits ein Jahr später wurde die Kapelle erweitert.

Die Filialkirche Kirchkagen ist dem hl. Petrus geweiht.

Auch diese spätgotische Kirche im Weiler Kirchkagen ist sehenswert.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Arbeitsort gab es 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 38 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, im produzierenden Gewerbe waren es 336 Personen und im Bereich Handel und Verkehr 42 Personen. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 87 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 696. Im verarbeitenden Gewerbe (sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden) gab es zwei Betriebe, im Bauhauptgewerbe sechs Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 126 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2186 ha. Davon waren 1222 ha Ackerfläche und 963 ha Dauergrünfläche. Im Ortsteil Steinkirchen entstand in den 1970er Jahren ein Zentrum für Metallverarbeitung durch die ortsansässige Firma Grundner Lüftungsbau. Mittlerweile sind aus dieser Firma 3 einzelne Betriebe hervorgegangen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einen Kilometer südlich vom Ort Obertaufkirchen verläuft die Bundesautobahn A 94 München-Passau und die Anbindung erfolgt über die Kreisstraße MÜ 22 mit der Anschlussstelle Schwindegg (16). Die A 94 durchschneidet auf einer Länge von 3,8 Kilometer das Gemeindegebiet in Ost-West-Richtung mit Geländeeinschnitten und zwei Großbrücken. Die Verkehrsfreigabe des umstrittenen Trassenabschnittes Pastetten-Heldenstein erfolgte am 1. Oktober 2019.

Die Kreisstraße MÜ 22 stellt eine wichtige regionale Verbindungsstraße in Nord-Süd-Richtung dar.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • Kindergärten: 75 Kindergartenplätze mit 88 Kindern
  • Volksschulen: eine mit 15 Lehrern und 248 Schülern

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Konrad Huber (* 6. Januar 1950), in Obertaufkirchen geborener Politiker und Landrat
  • Peter Jaschke (* 1. März 1952), in Obertaufkirchen geborener ehem. Handball-Nationaltorwart
  • Franz Feckl (* 17. November 1955), in Obertaufkirchen geborener Koch, mit einem Stern im Guide Michelin ausgezeichnet

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Obertaufkirchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20120105/155435&attr=OBJ&val=413
  3. http://steffenvoelkel2.de/24.november.2010%20073.jpg@1@2Vorlage:Toter Link/steffenvoelkel2.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  4. Eintrag zum Wappen von Obertaufkirchen in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte