Obervellach

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Dieser Artikel gilt der Gemeinde Obervellach im Mölltal. Für die Ortschaft im Gailtal siehe Hermagor.
Obervellach
Wappen von Obervellach
Obervellach (Österreich)
Obervellach
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Spittal an der Drau
Kfz-Kennzeichen: SP
Fläche: 104,4 km²
Koordinaten: 46° 56′ N, 13° 12′ OKoordinaten: 46° 55′ 55″ N, 13° 12′ 8″ O
Höhe: 686 m ü. A.
Einwohner: 2.284 (1. Jän. 2016)
Postleitzahl: 9821
Vorwahl: 04782
Gemeindekennziffer: 2 06 27
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Obervellach 21
9821 Obervellach
Website: www.obervellach.gv.at
Politik
Bürgermeister: Anita Gössnitzer (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(19 Mitglieder)
7 ÖVP, 7 MUT, 3 SPÖ, 2 FPÖ
Lage der Marktgemeinde Obervellach im Bezirk Spittal an der Drau
Bad Kleinkirchheim Baldramsdorf Berg im Drautal Dellach im Drautal Flattach Gmünd in Kärnten Greifenburg Großkirchheim Heiligenblut am Großglockner Irschen Kleblach-Lind Krems in Kärnten Lendorf Lurnfeld Mallnitz Malta Millstatt am See Mörtschach Mühldorf Oberdrauburg Obervellach Radenthein Rangersdorf Reißeck Rennweg am Katschberg Sachsenburg Seeboden am Millstätter See Spittal an der Drau Stall Steinfeld (Kärnten) Trebesing Weißensee Winklern KärntenLage der Gemeinde Obervellach im Bezirk Spittal an der Drau (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Obervellach ist eine Marktgemeinde mit 2284 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016) im Süden von Österreich im Bezirk Spittal an der Drau in Kärnten.

Obervellach ist gesetzlich anerkannter Luftkurort.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Mölltal südlich des Tauernhauptkammes. Ein Teil der Gemeinde liegt im Nationalpark Hohe Tauern.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Obervellach gliedert sich in die vier Katastralgemeinden Obervellach, Pfaffenberg, Lassach und Söbriach. Das Gemeindegebiet umfasst folgende 19 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2015[2]):

Obervellach vom Zwenberg aus gesehen
Hauptplatz in Obervellach
Burg Groppenstein
Burg Niederfalkenstein
Filialkirche heilige Maria in Stallhofen
Die Seilbahn zum ehemaligen Bahnhof im Juli 1970
  • Dürnvellach (172)
  • Kaponig (13)
  • Lassach Schattseite (44)
  • Lassach Sonnseite (36)
  • Leutschach (9)
  • Obergratschach (11)
  • Obervellach (688)
  • Obervellach-West (90)
  • Oberwolliggen (5)
  • Pfaffenberg (68)
  • Raufen (7)
  • Räuflach (305)
  • Semslach (288)
  • Söbriach (141)
  • Stallhofen (188)
  • Stampf (2)
  • Untergratschach (136)
  • Untervocken (36)
  • Unterwolliggen (10)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein „Velach“ wurde im 10. Jahrhundert in einer Urkunde des Bischofs Abraham von Freising, der zwischen 957 und 993 regierte, erstmals erwähnt. Der Name dürfte sich vom slowenischen bel (weiß) ableiten (vgl. Vellach). Im 12. Jahrhundert erwarb ein Görzer Ministerialengeschlecht in Obervellach gräfliche Rechte und erhielt vom Bistum Freising ein Gebiet, zu dem auch das heutige Gemeindegebiet zählte. Die Grafen von Görz machten 1164 die Burg Oberfalkenstein zu ihrem Sitz, und 1256 wurde Obervellach erstmals urkundlich als Marktsiedlung der Grafen von Görz-Tirol bezeichnet. 1460 kam der Markt unter landesfürstlich-habsburgische Herrschaft.

Obervellach ist ein traditioneller Bergbauort, im Spätmittelalter wurden aus dem gewonnenen Silber in Obervellach auch Silbermünzen hergestellt, im Jahr 1313 wurde ein Obervellacher Münzmeister genannt. Der Abbau von Gold und Silber erreichte im 16. Jahrhundert seine bedeutendste Phase, Kaiser Maximilian I. bestimmte 1509 den Markt Vellach zum Sitz des Oberstbergmeisteramtes in Innerösterreich. Mit dem Niedergang des Edelmetallbergbaues im 17. Jahrhundert verarmte der Markt, hinzu kamen Überschwemmungen und Vermurungen durch den Kaponigbach (Gießen). Nach dem Fund von Kupfer 1689 in der Großfragant erholte sich der Ort wirtschaftlich wieder.

Im August 1825 besuchte der Wiener Alpinist und Hofkammerbeamte Josef Kyselak (1798–1831) bei seiner Österreichwanderung auch Obervellach.[3] Positiv überrascht stellt er fest: Dieser 61 Häuser zählende Markt, obgleich gegen seinen einstigen Wert bedeutend verringert, ist das Asyl der Reisenden und Stolz der Umgebung. Hier trifft man nicht nur Häuser mit Stockwerken, sondern auch Keller, die genußbaren Wein, und Wirte die wohlzubereitete Speisen liefern. Dei Einwohner sind gutmütig, und was in einem solchen Eiswinkel am meisten auffällt - nicht neugierig! Ihr mäßiger Feldbau, Bearbeitung des dasigen Kupferbergwerkes, so wie die Viehzucht, welche auf den zahlreichen Almen den besten Gewinn bietet, fesseln sie zu sehr, um nicht Anderer Tun und Lassen zu bekritteln. In weiterer Folge schildert er den Fußweg durch Dürnwellach weiter nach Mallnitz.

Im Jahr 1849 wurde Obervellach Sitz eines Bezirksgerichtes, und im Jahr darauf entstand die Großgemeinde Obervellach, der damals auch Mallnitz, Penk und Flattach angehörten, die allerdings 1896 selbständige Ortsgemeinden wurden. In Obervellach befindet sich ein Hochdruckwasserkraftwerk der Österreichischen Bundesbahnen (Inbetriebnahme 1929).[4] Drei Peltonturbinen leisten 16 MW bei einer Fallhöhe von 323 m.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut Volkszählung 2001 hatte Obervellach 2.540 Einwohner, davon waren 94,8 % österreichische und 2,8 % deutsche Staatsbürger. 87,4 % der Bevölkerung bekannten sich zur römisch-katholischen, 7,6 % zur evangelischen Kirche und 1,0 % war islamischen Glaubens, 3,5 % ohne religiöses Bekenntnis.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Obervellach

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obervellach liegt an der Tauernbahn, die oberhalb des Ortes verläuft. Nächste Bahnstation ist heute Mallnitz-Obervellach. Bis 1999 gab es einen Bahnhof Kaponig, früher Obervellach (D-Zug Halt), der bis Ende 1975 mit einer eigenen Seilbahn erreichbar war. Zum Bahnhof in Mallnitz besteht eine Busverbindung.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat von Obervellach hat 19 Mitglieder und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2015 wie folgt zusammen:

  • 7 ÖVP
  • 7 Mut für Obervellach Miteinander-Unabhängig-Tatkräftig
  • 3 SPÖ
  • 2 FPÖ

Direkt gewählter Bürgermeister ist seit einer Stichwahl vom 17. April 2016 Frau Anita Gössnitzer (ÖVP), nachdem der bisherige Amtsinhaber Wilhelm Pacher (ÖVP) im Januar 2016 aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten ist.[5]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaiser Ferdinand I. verlieh dem Markt am 29. Februar 1560 ein Wappen mit felsigen Bergen (Zaguten und Gröneck) über einem Wellenband, das die Möll symbolisiert. Die Bedeutung der drei Sterne ist ungeklärt. Anlässlich der 1000-Jahr-Feier ließ die Gemeinde 1963 das Wappen neu gestalten, die Bescheinigung der Wappenführung durch die Kärntner Landesregierung, die auch die Berechtigung zur Führung einer Fahne einschließt, wurde jedoch erst im Juli 2001 ausgestellt.

Die Blasonierung des Wappens lautet:

„In Rot auf erniedrigtem blauem Wellenbalken silbern zwei felsige, am Fuße schrägrechts verlaufend grüne Berge, im Schildhaupt überhöht von drei goldenen Sternen.“[6]

Die Fahne ist Blau-Weiß mit eingearbeitetem Wappen. Die Tinkturen Blau und Silber kommen im Wappen zwar nicht vor, die Gemeinde wollte aber mit dieser Farbgebung den historischen Bezug zum Hochstift Freising bzw. zu Bayern zum Ausdruck bringen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Chronik der Marktgemeinde Obervellach (3 Bände), Marktgemeinde Obervellach im Mölltal (Hrsg.), [2011], ohne ISBN
  • Matthias Maierbrugger: Obervellacher Urlaubsbegleiter. Wanderrouten - Geschichte - Kultur. Verlag Johannes Heyn, Klagenfurt 1986, ISBN 3-85366-466-0

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Obervellach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gesetzlich anerkannte Luftkurorte in Österreich, auf www.oehkv.at, abgerufen am 7. Juni 2015
  2. Statistik Austria, Bevölkerung am 1.1.2015 nach Ortschaften
  3. Oberwellach In: Goffriller, Gabriele (Hg.): Kyselak. Skizzen einer Fußreise durch Österreich. Salzburg, 2009. S. 132-133.
  4. http://www.oebb.at/infrastruktur/de/_p_3_0_fuer_Kunden_Partner/3_6_Bahnstromversorgung/3_6_1_Energieversorgungsanlagen/Kraft-_und_Umformerwerke/Werksgruppe_Mitte.jsp
  5. Gemeindeamt - Gemeinde Obervellach - http://www.obervellach.gv.at/verwaltung.html
  6. zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 210