Oblast Uljanowsk

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Subjekt der Russischen Föderation
Oblast Uljanowsk
Ульяновская область
Flagge Wappen
Flagge
Wappen
Föderationskreis Wolga
Fläche 37.181 km²[1]
Bevölkerung 1.292.799 Einwohner
(Stand: 14. Oktober 2010)[2]
Bevölkerungsdichte 35 Einw./km²
Verwaltungszentrum Uljanowsk
Offizielle Sprache Russisch
Ethnische
Zusammensetzung
Russen (72,6 %)
Tataren (12,2 %)
Tschuwaschen (8,0 %)
Mordwinen (3,6 %)
Ukrainer (1,1 %)
(Stand: 2002)
Gouverneur Sergei Morosow
Gegründet 19. Januar 1943
Zeitzone UTC+4
Telefonvorwahlen (+7) 842xx
Postleitzahlen 432000–433999
Kfz-Kennzeichen 73, 173
OKATO 73
ISO 3166-2 RU-ULY
Website www.ulgov.ru
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Koordinaten: 53° 43′ N, 48° 2′ O

Die Oblast Uljanowsk (russisch Ульяновская область/ Uljanowskaja oblast) ist eine Oblast in Russland. Sie liegt im Föderationskreis Wolga beiderseits der durch den Kuibyschewer Stausee verbreiterten Wolga. Im Norden und Nordwesten grenzt sie an Tatarstan, Tschuwaschien und Mordwinien.

Die Oblast wurde am 19. Januar 1943 in der Russischen SFSR der Sowjetunion aus bis dahin zu den Oblasten Kuibyschew und Pensa gehörigen Gebietsteilen gebildet.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Region ist bereits seit Jahrtausenden besiedelt. Ab dem 7. Jahrhundert gehörte sie zum Gebiet der Wolgabulgaren. Jahrhundertelang waren sie allerdings dem Reich der Chasaren gegenüber tributpflichtig. Erst nach dem Ende des Chasarenreichs im Jahr 966 wurden das Reich der Wolgabulgaren wirklich unabhängig. Ab 922 verbreitete sich der Islam unter den Bewohnern der Region. Später – im Jahr 1236 – wurden sie den Mongolen tributpflichtig. Als die Macht der Mongolenherrscher geringer wurde, entstand 1437/1438 das Khanat Kasan. Im Jahr 1552 eroberten die Russen unter ihrem Zaren Iwan dem Schrecklichen dieses Khanat und es teilte danach die Geschichte Russlands. Im Verlaufe der Zeit nahm die Zahl russischer Siedler zu. 1648 wurde die Stadt Sinbirsk (ab 1780 Simbirsk, heut Uljanowsk) gegründet. Von 1708 bis 1780 war es Teil des Gouvernements Kasan. 1780 wurde das Gebiet von Kasan abgetrennt. Von 1780 bis 1796 trug es den Namen Statthalterschaft Simbirsk, danach bis 1924 Gouvernement Simbirsk. Zu Ehren von Lenin trug es 1924 bis 1928 den Namen Gouvernement Uljanowsk. Am 14. Mai 1928 wurde dieses Gouvernement Teil der neuen Oblast Mittlere Wolga. Diese wurde bereits im darauf folgenden Jahr, am 20. Oktober 1929, in Krai Mittlere Wolga umbenannt. Nach der Umbenennung in Krai Kuibyschew (1936 Oblast) gehörte es bis zum 19. Januar 1943 zu dieser Verwaltungseinheit. Seither ist es eine eigenständige Oblast.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den letzten Volkszählungen in den Jahren 2002 und 2010 gab es eine Bevölkerungszahl von 1.382.811 respektive 1.292.799 Bewohnern. Somit sank die Einwohnerzahl in diesen acht Jahren um 90.012 Personen (-6,51 %). In Städten wohnten 2010 950.630 Menschen. Dies entspricht 73,53 % der Bevölkerung (in Russland 73,72 %). Bis zum 1. Januar 2014 sank die Einwohnerschaft weiter auf 1.267.561. Die Verteilung der verschiedenen Volksgruppen sah folgendermaßen aus:

Die Swijaga bei Uljanowsk
Bevölkerung des Oblasts nach Volksgruppen
Nationalität VZ 1989 Prozent VZ 2002 Prozent VZ 2010 Prozent
Russen 1.016.815 72,83 1.004.588 72,65 901.272 69,71
Tataren 159.093 11,39 168.766 12,20 149.873 11,59
Tschuwaschen 116.539 8,35 111.316 8,05 94.970 7,35
Mordwinen 61.061 4,37 50.229 3,63 38.977 3,01
Ukrainer 17.710 1,27 15.588 1,13 10.484 0,81
Aserbaidschaner 2.805 0,20 5.006 0,36 4.649 0,36
Armenier 1.448 0,10 4.745 0,34 4.520 0,35
Zigane 1.240 0,09 2.034 0,15 3.301 0,26
Weißrussen 4.617 0,33 3.891 0,28 2.647 0,20
Deutsche 1.838 0,13 2.963 0,21 1.872 0,14
Einwohner 1.396.193 100,00 1.382.811 100,00 1.292.799 100,00

Anmerkung: die Anteile beziehen sich auf Gesamtzahl der Einwohner. Also mitsamt dem Personenkreis, der keine Angaben zu seiner ethnischen Zugehörigkeit gemacht hat (2002 97 resp. 2010 67.890 Personen)

Die Bevölkerung des Gebiets besteht zu über 70 % aus Russen. Weitere größere Volksgruppen sind die Tataren, Tschuwaschen und Mordwinen. Deren Anzahl sinkt allerdings ebenso wie die der Russen. Aus dem Nordkaukasus, Transkaukasus und Zentralasien dagegen fand seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs eine Zuwanderung statt. Nebst den oben aufgeführten Nationalitäten auch viele Usbeken (1959: 198; 2010: 1.435 Personen), Tadschiken (1959: 202; 2010: 1.375) und Georgier (1959: 147; 2010: 449).

Die Russen bilden in 16 der 21 Rajons die Bevölkerungsmehrheit (mit 56 bis 89 % Anteil). Im Nikolajewski Rajon sind sie zudem mit 43 % die stärkste Volksgruppe. Den niedrigsten Anteil von Russen weist der Starokulatkinski Rajon aus (nur 2 %). Die Tataren sind im Starokulatkinski Rajon in der Mehrheit (95 %); im Nowomalyklinski Rajon sind sie mit 31,6 % die stärkste Volksgruppe. Die Tschuwaschen sind die Bevölkerungsmehrheit im Zilninski Rajon (58 %) und bilden eine starke Minderheitengruppe im Mainski Rajon (25 %). Die Mordwinen sind in keinem Rajon Bevölkerungsmehrheit; in den drei Rajons Kusowatowski (27 %), Nikolajewski (30 %) und Nowomalyklinski (28 %) aber bedeutende Minderheitengruppen.

Wichtige Volksgruppen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den wichtigsten Industriezweigen gehören der Maschinenbau, die Leicht- und die Nahrungsmittelindustrie.

Verwaltungsgliederung und größte Orte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Oblast Uljanowsk gliedert sich in 21 Rajons und 3 Stadtkreise. Die bedeutendste Stadt neben dem Verwaltungszentrum Uljanowsk ist die Großstadt Dimitrowgrad. Alle anderen Orte der Oblast haben weniger als 20.000 Einwohner. Insgesamt gibt es in der Oblast 6 Städte und 29 Siedlungen städtischen Typs.

Gontscharow-Haus in Uljanowsk
Größte Städte
Name Russisch Einwohner
(14. Oktober 2010)[2]
Uljanowsk Ульяновск 614.786
Dimitrowgrad Димитровград 122.580
Insa Инза 18.803
Barysch Барыш 17.149
Nowouljanowsk Новоульяновск 16.033

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Oblast Uljanowsk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Administrativno-territorialʹnoe delenie po subʺektam Rossijskoj Federacii na 1 janvarja 2010 goda (Administrativ-territoriale Einteilung nach Subjekten der Russischen Föderation zum 1. Januar 2010). (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  3. Ukas des Präsidiums des Obersten Sowjets der UdSSR vom 19. Januar 1943 (russisch)