Obrighoven-Lackhausen

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Obrighoven-Lackhausen
Stadt Wesel
Wappen von Obrighoven-Lackhausen
Koordinaten: 51° 40′ 22″ N, 6° 38′ 53″ O
Höhe: 27 m ü. NN
Fläche: 26,79 km²
Einwohner: 11.137 (31. Dez. 2015)
Bevölkerungsdichte: 416 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1969
Postleitzahl: 46485
Vorwahl: 0281

Obrighoven-Lackhausen ist ein Stadtteil der niederrheinischen Hansestadt Wesel mit den Ortsteilen Lackhausen, Obrighoven und Wittenberg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteile im Stadtteil Obrighoven-Lackhausen
Name Fläche in km² Einwohner 2015 Einw. je km²
Lackhausen 8,15 3.170 389
Obrighoven 8,76 4.960 566
Wittenberg 9,88 3.007 304
Gesamt 26,79 11.137 416
Geburtshaus Konrad Dudens in Lackhausen
Issel nahe der Bärenschleuse
Heidelandschaft Aaper Vennekes als Teil der Drevenacker Dünen

Der Stadtteil Obrighoven-Lackhausen liegt im Osten des Weseler Stadtgebiets. Von Norden nach Süden umfasst er die Ortsteile Lackhausen, Obrighoven und Wittenberg, deren Siedlungskerne jeweils stadtnah liegen, wohingegen eine deutlich größere Fläche im Osten, Nordosten und im Süden des Stadtteils ländlich geprägt und wenig besiedelt ist. Durch seinen Norden verläuft die Issel, in seinem Süden wird er durch die Lippe begrenzt. In Ost-West-Richtung verläuft die Bundesstraße 58 durch den Stadtteil. Sie trennt das nördlich von ihr gelegene Obrighoven vom südlich der Straße gelegenen Wittenberg. In seinem Norden und Nordosten ist der Stadtteil stark landwirtschaftlich geprägt. Im Bereich des Ortsteils Wittenberg zwischen der B 58 und der Lippe befinden sich hingegen vor allem ausgedehnte Waldgebiete, die Teil des Naturschutzgebiets Drevenacker Dünen sind. Die Drevenacker Dünen gehören zum größeren Naturpark Hohe Mark-Westmünsterland.[1] Innerhalb der Drevenacker Dünen liegen auch die Aaper Vennekes, die neben Wald auch typische Heideflächen umfassen.

Zwischen den Siedlungskernen des Stadtteils Obrighoven-Lackhausen beträgt die Distanz ins Zentrum von Wesel rund drei bis fünf Kilometer. Im Westen und Südwesten grenzt der Stadtteil an den Stadtteil Wesel mit den dort gelegenen Ortsteilen Blumenkamp, Feldmark, Schepersfeld, Fusternberg und Lippedorf, jedoch nicht unmittelbar an die Innenstadt. Im Norden besteht eine Grenze zur Stadt Hamminkeln, von Obrighoven aus besteht mit der Bundesstraße 70 eine direkte Verbindung nach Brünen. Im Osten und Südosten grenzt Obrighoven-Lackhausen an die Gemeinde Hünxe, deren Ortsteile Drevenack und Krudenburg am nächsten gelegen sind.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mittelalter bestand ein Kirchspiel Wesel, das neben der Stadt die kleinen Bauerschaften Flüren, Lackhausen und Obrighoven einschloss. Teilweise wurde Obrighoven weiter in Hasselt und Bliestern unterteilt. Ab dem 16. Jahrhundert wurde das Gebiet überwiegend von Protestanten, meist Anhängern des Calvinismus, und einer katholischen Minderheit bewohnt. Die Bauerschaften blieben in Religionsfragen von der Stadt abhängig, da eigene Kirchen im Gebiet von Obrighoven-Lackhausen erst 1924 und 1931 entstanden. Schon 1684 wurde mit der Reformierten Schule am Lauerhaas allerdings eine Bildungseinrichtung geschaffen.

1824 entstand durch die Vereinigung von Obrighoven und Lackhausen die Gemeinde Obrighoven-Lackhausen, welche zum Amt Wesel gehörte. Kurz darauf wurde mit Konrad Duden (1829–1911) ihr bekanntester Bürger geboren. Nach Zahlen von 1832 hatte sie 1.007 Einwohner, die sich etwa gleichmäßig auf die Dorfschaften Obrighoven und Lackhausen aufteilten. Dazu nennt die Statistik mehrere alleinstehende Höfe.[3] Die Gemeinde wurde von Wesel mitverwaltet, bis sie 1848 eine selbstständige Bürgermeisterei im Kreis Rees wurde. 1933 hatte sie 3.135 Einwohner.[4] Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs fiel sie unter Weseler Verwaltung, wurde aber 1948 wieder selbstständig. Am 1. Juli 1969 wurde sie endgültig nach Wesel eingemeindet.[5] Ende 2015 hatte sie 11.137 Einwohner mit Haupt- oder Nebenwohnsitz.[6]

Ehemalige Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Heinrich Hecheltjen (1848–1883)
  • Carl Bagel (1884–1910)
  • Friedrich Kreipe (1911–1919)
  • Friedrich Werner (1920–1935)
  • Peter Röhrig (1936–1937)
  • Wilhelm Diemer (1938–1945)
  • Friedrich Mölleken (1948–1969)

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindestraßen erschließen Obrighoven-Lackhausen zu der Bundesstraße 70 hin, die dort Brüner Landstraße heißt. Sie zweigt von der Bundesstraße 58 ab, die in Ost-West-Richtung durch den Stadtteil führt und östlich der Stadt eine Anschlussstelle zur A 3 besitzt. ÖPNV-Anschlüsse bestehen in den Ortsteilen mehrere, in jeweils nur wenigen hundert Metern Entfernung.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. WaldLandschaft (hohemark-westmuensterland.de)
  2. Statistik auf geoportal-wesel.de (geoportal-wesel.de)
  3. Statistik und Topographie des Regierungs-Bezirks Düsseldorf, 1836
  4. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Rheinprovinz, Kreis Rees. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  5. Obrighoven-Lackhausen (wesel.de)
  6. Bevölkerungszahlen (wesel.de)