Observantenkirche (Münster)

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Die Observantenkirche

Die Observantenkirche ist ein Kirchengebäude in der Altstadt von Münster an der Schlaunstraße, Ecke Rosenstraße. Die Observantenkirche ist Eigentum des Landes Nordrhein-Westfalen.

Geschichte und Bauwerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kirchbau ist eine ehemalige Klosterkirche der Franziskaner-Observanten und wurde Ende des 17. Jahrhunderts erbaut. Das Barockportal wurde im Jahr 1700 vollendet. Ausgerichtet ist das Gebäude nicht in Ost-Westrichtung, sondern in Nord-Süd-Richtung.

Nach Auflösung des Klosters 1811/12 fiel das Gebäude in die Nutzung des preußischen Militärs. Es blieb bis 1819 geschlossen, dann entfernte man das Kirchenportal und die Heiligenstatuen. Turm und Sakristei riss man ab und zog in die Kirche eine Zwischendecke ein, das untere Stockwerk wurde als Pferdestallung genutzt, zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch als Requisitenkammer des Theaters.[1]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die fast völlig zerstörte Kirche wiederaufgebaut. Sie ist innen schlicht gehalten. Auf eine Rekonstruktion der barocken Ausstattung wurde verzichtet.

Seit 1961 dient sie als Evangelische Universitätskirche und als Konzertkirche der studentischen Chöre der evangelisch-theologischen Fakultät der Universität Münster.

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Orgeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Observantenkirche hat drei Orgeln. Für konzertante Zwecke stehen eine kleine zweimanualige Orgel mit Pedal und ein Orgelpositiv zur Verfügung.

Bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts stand in der Kirche eine historische Orgel aus dem 17. Jahrhundert. Nach der Auflösung der Klöster wurde das kunstvolle Orgelgehäuse verkauft. Es befindet sich heute mit einem Orgelwerk von 1896 in der Liebfrauenbasilika (Zwolle).[2]

Die Hauptorgel auf der Südempore wurde 1962 von der Orgelbaufirma Paul Ott (Göttingen) nach einem Dispositionsentwurf von Rudolf Reuter erbaut. Das Schleifladen-Instrument hat 36 Register auf drei Manualen und Pedal. Das Brustwerk ist zugleich Schwellwerk, die Schwelltüren werden über einen Handhebel bedient. Die Spiel- und Registertrakturen sind mechanisch. Nachfolgend die Disposition der Hauptorgel.[3]

I Rückpositiv C–g3
1. Gedackt 8′
2. Prinzipal 4′
3. Rohrflöte 4′
4. Gemshorn 2′
5. Sifflöte 113
6. Sesquialter II 223
7. Scharff V 1′
8. Dulzian 16′
9. Krummhorn 8′
Tremulant
II Hauptwerk C–g3
10. Quintade 16′
11. Prinzipal 8′
12. Spitzflöte 8′
13. Oktave 4′
14. Gedackt 4′
15. Nasat 223
16. Oktave 2′
17. Mixtur VI 223
18. Trompete 16′
19. Trompete 8′
III Brustschwellwerk C–g3
20. Holzgedackt 8′
21. Blockflöte 4′
22. Prinzipal 2′
23. Oktave 1′
24. Quinte 113
25. Terz 135
26. Regal 8′
Tremulant
Pedal C–f1
27. Prinzipal 16′
28. Subbaß 16′
29. Oktave 8′
30. Gedackt 8′
31. Holzflöte 4′
32. Nachthorn 2′
33. Hintersatz V
34. Posaune 16′
35. Trompete 8′
36. Cornett 4′
  • Koppeln I/II, III/II, I/P, II/P, III/P

Glocken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dachreiter der Observantenkirche hängen drei Glocken.[4]

Nr.
 
Name
 
Gussjahr
 
Gießer
 
Durchmesser
(mm)
Masse
(kg)
Schlagton
(HT-1/16)
1 1959 800 h1 + 3
2 1959 669 d2 + 5
3 1959 585 e2 + 7

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Berthold Bockholt: Die Orden des hl. Franziskus in Münster. Eine allgemeine Übersicht über das Wohnen und Wirken der drei Orden des heiligen Franziskus in Münster i. W. mit besonderer Berücksichtigung der Franziskanerobservanten. Münster 1917, S. 42ff.
  2. vgl. die Informationen zur Orgel auf der Website der Liebfrauenbasilika Zwolle
  3. Informationen zu den Orgeln der Observantenkirche, insbesondere zur großen Ott-Orgel (Memento des Originals vom 10. März 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.orgelmagazin.de
  4. Informationen zu den Glocken (Memento des Originals vom 21. Dezember 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.muenster.org (PDF-Datei; 90 kB)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 51° 57′ 56″ N, 7° 37′ 24″ O