Obstbaum

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Die Süßkirsche (Baum des Jahres 2010) ist ein in Europa häufig anzutreffender Obstbaum

Obstbäume sind Bäume, die Obst – vorwiegend roh essbare Früchte − tragen.

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obstbäume werden meist planmäßig angebaut und sind dann in Gärten oder Plantagen zu finden. Traditionelle Formen des Obstanbaus waren die Obstwiese, später meist Streuobstwiese genannt, die Obstallee und der Obstgarten.

Die typischen Ausbauformen der Obstbäume (Spalier, Spindelbusch, Halb- & Hochstamm) entstehen durch eine Kombination von Pflanzenveredelung und Schnitt der Pflanzen. Die natürliche, also nicht durch Zuchtwahl kultivierte, unveredelte und ungeschnittene Form wäre meist von geringerem, insbesondere aber unregelmäßigem Ertrag sowie nicht vorhersagbarem Geschmack und nicht vorhersagbarer Qualität der Früchte.

Typische Obstbäume sind die Bäume der Rosengewächse (Kernobst: Kulturapfel, Kultur-Birne, Quitte; Steinobst: Kirschbaum), Mandelbaum (auch ein Steinobst), Walnussbaum, im weiteren Sinne der Nussfrucht auch Pistazie, Edelkastanie, einige Ölbaumgewächse (wie der Olivenbaum), die Zitrusfrüchte, oder Palmen (Dattel, die auch eine Nussfrucht ist), und baumartige Vertreter vieler andere Pflanzenfamilien mit verschiedenen Formen der Früchte.

Sehr verbreitet sind mittlerweile die Spindelbüsche, bei denen bekannte Tafelsorten auf schwachwüchsigen Unterlagen veredelt werden, damit eine relativ niedrige Endhöhe bis etwa 3 m nicht überschritten wird.

Einige Obstbäume tragen an steilen Ästen keine Früchte, daher werden sie teils heruntergebunden, so dass sie zum Boden einen Winkel von 45° oder weniger bilden.

Ast, mit Bast hochgebunden, damit er vom Gewicht der Äpfel nicht bricht. Der Knoten schneidet nicht ein und kann problemlos gelöst werden.

Krankheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gravierende Auswirkungen auf Obstbäume hat in jüngerer Zeit der Feuerbrand. Er führt zu größeren Fällaktionen, auch der ökologisch wertvollen Hochstamm-Bäume.

Ökologische Funktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hochstamm-Obstbäume sind ökologisch sehr wertvoll, da sie vielen Vogelarten Lebensraum bieten. Sie werden aber immer seltener, da ihre Bewirtschaftung nicht so rationell vonstatten geht (siehe unter Hochstamm). Das Projekt Mundraub kartographiert Obstbäume in Deutschland, um sie als Bestandteil der Kulturlandschaft zu bewahren.

Pflanzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Pflanzung sollte der Stamm gegebenenfalls durch Bast, Stroh, Jutegewebe oder gelochte Stammschutzhülsen vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden. Im Winter kann die Erwärmung des kalten Stammes durch die Sonne sonst zum Reißen der Rinde führen.

Im dritten Jahr kann die Rinde alternativ auch durch einen Kalkanstrich geschützt werden, der im Herbst bis zum Kronenansatz aufgestrichen wird. Fertige Mischungen sind oft kostspielig. Löschkalk wird mit zehn Teilen Wasser gemischt. Die Zugabe von Hornmehl kann die Verarbeitbarkeit und Festigkeit verbessern. Die Mischung sollte eine Zeitlang quellen und mehrfach mit dem Quast aufgetragen werden. Vor dem Auftrag sollte die Rinde mit einer Bürste gereinigt werden. [1]

Pflege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um den bestmöglichen Ertrag zu erlangen, ist eine stetige und sorgfältige Pflege der Bäume nötig. Ein Kernfaktor ist dabei der richtige Schnitt, welcher regelmäßig erfolgen sollte. Generell ist zu sagen: Mit einem Schnitt im Sommer kann man das Wachstum beruhigen und mit einem Schnitt im Winter das Wachstum fördern. Hinzu kommt, dass der Winterschnitt die Fruchtbarkeit und die Gesundheit des Baumes unterstützt. Zu beachten ist, dass die Wundheilung stattfinden muss, damit die Triebe des Baumes nicht geschwächt werden. Das erschwert den Schnitt im Winter auf Grund der Temperaturen. Daher gilt, nicht bei einer Außentemperatur unter 5 Grad die Bäume zu beschneiden.[2]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Obstbaum – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  • Ein Garten voller Bäume. Forschungsprojekt zum wirtschaftlichen Nutzen von ökologisch wertvollen Obstbäumen (Schweizer Forschung für Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sauerkirsche, Prunus cerasus - Pflanzen, Pflege & Schneiden, In: Gartenlexikon.de
  2. www.garten.de: Obstbaumschnitt: Der richtige Zeitpunkt, 13. März 2014.