Ockenheim

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Wappen Deutschlandkarte
Ockenheim
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Ockenheim hervorgehoben

Koordinaten: 49° 57′ N, 7° 58′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Mainz-Bingen
Verbandsgemeinde: Gau-Algesheim
Höhe: 261 m ü. NHN
Fläche: 6,03 km2
Einwohner: 2735 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 454 Einwohner je km2
Postleitzahl: 55437
Vorwahl: 06725
Kfz-Kennzeichen: MZ, BIN
Gemeindeschlüssel: 07 3 39 048
Adresse der Verbandsverwaltung: Hospitalstraße 22
55435 Gau-Algesheim
Website: www.ockenheim.de
Ortsbürgermeister: Arnold Müller[2] (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Ockenheim im Landkreis Mainz-Bingen
Breitscheid (Hunsrück)BacharachManubachOberdiebachOberheimbachNiederheimbachWeiler bei BingenTrechtingshausenWaldalgesheimMünster-SarmsheimBingen am RheinIngelheim am RheinBudenheimGrolsheimGensingenHorrweilerAspisheimWelgesheimZotzenheimBadenheimSprendlingenSankt Johann (Rheinhessen)Wolfsheim (Gemeinde)OckenheimGau-AlgesheimAppenheimNieder-HilbersheimBubenheim (Rheinhessen)Ober-HilbersheimEngelstadtSchwabenheim an der SelzJugenheim in RheinhessenStadecken-ElsheimEssenheimOber-OlmKlein-WinternheimNieder-OlmSörgenlochZornheimBodenheimGau-BischofsheimHarxheimNackenheimLörzweilerMommenheim (Rheinhessen)HahnheimSelzenNiersteinOppenheimDienheimDexheimDalheim (Rheinhessen)KöngernheimFriesenheim (Rheinhessen)UndenheimUelversheimUelversheimLudwigshöheGuntersblumWeinolsheimDolgesheimEimsheimHillesheim (Rheinhessen)WintersheimDorn-DürkheimRhein-Lahn-KreisHessenMainzRhein-Hunsrück-KreisLandkreis Bad KreuznachDonnersbergkreisLandkreis Alzey-WormsKarte
Über dieses Bild

Ockenheim ist eine Ortsgemeinde und eine Ortschaft im Landkreis Mainz-Bingen in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Gau-Algesheim an.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Weinort liegt in Rheinhessen ca. 5 Kilometer südöstlich von Bingen am Rhein. Der Binger Stadtteil Dromersheim grenzt südlich an Ockenheim. Östlich der Gemeinde liegt Gau-Algesheim.

Zu Ockenheim gehört auch die Wohnplätze Kloster Jakobsberg und Auf dem Steinbiegel.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die älteste erhaltene Erwähnung des Ortes stammt von 823.[4] Im Hochmittelalter gehörten die meisten Flächen in Ockenheim Kloster Prüm, die Pfarrkirche jedoch dem St. Andreasstift in Köln. Ockenheim war seit spätestens 893 vorwiegend kurmainzisch. 1325 vertauschte das Kölner Stift seine Patronatsrechte u. a. in Ockenheim gegen Patronatsrechte des Mainzer Liebfrauenstifts (St. Maria ad Gradus in Mainz auch B.M.V., Mariengreden oder Maria ad gradus genannt) nahe Köln. Das Mainzer Liebfrauenstift hielt wesentliche Anteile am Grundbesitz des Ortes und sorgte im Gegenzug für die seelsorgerische Betreuung.

Gottfried Mascop: Gemarkungsplan Ockenheim von 1577

Frühe Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insbesondere nach dem Dreißigjährigen Krieg kam es seinen Pflichten in kaum einer Weise noch nach, so dass die Pfarrkirche – seit dem Frühmittelalter an der Stelle des heutigen Friedhofes – baufällig wurde und blieb. Der Mainzer Kurfürst ließ wie in jedem Ort im nördlichen Rheinhessen einen Burgus errichten – in Ockenheim im Leger am heutigen Antoniuskapellchen/Beginn des Fahrradweges nach Gau-Algesheim. Der Ortskern verlagerte sich von dem Bereich der heutigen Gaulsheimer Straße ('Insel') mehr zur heutigen Bahnhof- und Alleestraße. Hier wurde im 17. Jahrhundert eine Marienkapelle erbaut, die die Ockenheimer als Ersatzkirche benutzten. Als die Kapelle zu klein wurde und vom Liebfrauenstift keine Unterstützung zu erwarten war, wurde die Marienkapelle vergrößert und zur Pfarrkirche (1774).

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Einnahme des linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen wurde die Region 1793 von Frankreich annektiert.

Verzögert durch die Koalitionskriege wurde die Annexion erst nach 1797 konsolidiert, Ockenheim gehörte ab 1798 zum Département Donnersberg und dem dortigen Kanton Bingen. Gerichtlich war im Bereich des Kantons für die Zivilgerichtsbarkeit das Friedensgericht Bingen zuständig, für die Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit bestanden Notariate.[5]

Aufgrund 1815 auf dem Wiener Kongress getroffener Vereinbarungen und eines 1816 zwischen dem Großherzogtum Hessen, Österreich und Preußen geschlossenen Staatsvertrags kam Rheinhessen, und damit auch Ockenheim, zum Großherzogtum Hessen, das dieses neu erworbene Gebiet als Provinz Rheinhessen organisierte. Nach der Auflösung der Kantone in der Provinz 1835 lag Ockenheim im neu errichteten Kreis Bingen.

Das bis dahin für Ockenheim zuständige Friedensgericht Bingen wurde 1879 aufgelöst und durch das Amtsgericht Bingen ersetzt.[6]

Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte die Gemeinde zur französischen Besatzungszone und wurde 1946 Teil des neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

Durch die Erschließung neuer Wohngebiete und eines Gewerbegebietes wuchs der Ort und die ursprüngliche Siedlungsform Ockenheims wurde verändert. Die Einwohnerzahl wuchs von rund 1.450 Ende der 1960er-Jahre auf über 2.600 zum Jahresende 2018.[7]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Rathaus in Ockenheim

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Ockenheim besteht aus 20 Ratsmitgliedern (zuvor waren es 16 Mitglieder, die Erhöhung ergab sich nach rheinland-pfälzischem Wahlrecht durch die steigende Einwohnerzahl), die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:

Wahl SPD CDU FDP BWO Gesamt
2019[8] 2 11 7 20 Sitze
2014[9] 1 10 5 16 Sitze
2009[10] 2 8 1 5 16 Sitze
2004 5 7 4 16 Sitze
  • ;BWO = Bürgerliche Wählergruppe Ockenheim e. V.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeister ist seit 2009[11] Arnold Müller (CDU). Bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 80,97 % in seinem Amt bestätigt.[12]

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahn-Haltepunkt Ockenheim (2004)

Die Gemeinde ist verkehrsgünstig an der A 60 und nahe der A 61 gelegen. Die L420 (ehemals B41)[13] durchquert den Ort.

Der Haltepunkt an der Bahnstrecke Gau Algesheim–Bad Kreuznach wurde 1996 wiedereröffnet, nachdem Ockenheim 1902 erstmals eine Bahnanbindung erhielt. Hier halten Züge der von Vlexx betriebenen Regionalbahn-Linie RB 33 zwischen Mainz und Idar-Oberstein.[14] Ockenheim ist darüber hinaus in das Stadtbusnetz der Stadt Bingen am Rhein eingebunden.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gemeindekindergarten
  • Kath. Kindergarten St. Christophorus
  • Grundschule Ockenheim

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Sportgelände „Auf dem Kissel“ wurde 1990 eingeweiht. Seither kamen unter anderen ein Sportlerheim, Tennisplätze, eine Grillhütte, ein Boulefeld und ein Beachvolleyballplatz hinzu. Zusätzlich bietet Ockenheim sechs Classic-Bundeskegelbahnen.

2013 wurde der alte Tennenplatz auf dem Fußballfeld durch Kunstrasen ersetzt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Burg nordöstlich vor dem Dorf gelegen, mit Wall und tiefem Graben, hatte im Mittelalter Burgmannschaft[15]
Katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Ockenheim

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Töchter und Söhne der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich von Ockenheim, 1228 genannt[15]
  • Wilhelm Ockenheim genannt Ingelheim, genannt 1452 und 1465[16]
  • Heinrich Selzen von Ockenheim, 1314 von dem Mainzer Erzbischof Peter von Aspelt zum Burgherrn aufgenommen[15]

Personen in Verbindung mit Ockenheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thomas Feser (* 1965), Oberbürgermeister der Stadt Bingen am Rhein, wuchs in Ockenheim auf

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Ockenheim – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2021, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. Ortsgemeinde Ockenheim: Verwaltung & Satzungen. Abgerufen am 29. April 2020.
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: 1. Januar 2021[Version 2022 liegt vor.]. S. 161 (PDF; 2,6 MB).
  4. Mittelrheinisches Urkundenbuch, Band I, S. 62–63, Nummer 56
  5. Friedrich Lehne: Historisch-statistisches Jahrbuch des Departements vom Donnersberge für das Jahr 9 der fränkischen Republik. Pfeiffer, Mainz 1801, S. 174; gdz.sub.uni-goettingen.de
  6. Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze (PDF; 18 MB) vom 14. Mai 1879. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 15 vom 30. Mai 1879, S. 197f.
  7. Zeittafel. Website der Gemeinde Ockenheim
  8. Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz
  9. Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz
  10. Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz
  11. Ortsbürgermeister von Ockenheim, Arnold Müller, zur Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik, Verlagsgruppe Rhein Main, abgerufen am 5. Dezember 2019
  12. Direktwahlen 2019. siehe Gau-Algesheim, Verbandsgemeinde, siebte Ergebniszeile. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, abgerufen am 28. September 2019.
  13. Willkommen | Aktuelle Verfügungen | Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz. 29. Januar 2015, abgerufen am 6. August 2021.
  14. vlexx-Streckennetz
  15. a b c Karl Johann Brilmayer: Rheinhessen in Vergangenheit und Gegenwart. 1909, S. 363.
  16. Johann Goswin Widder: Versuch einer vollst. geograph.-histor. Beschreibung der Kurfürstlichen Pfalz. 4. Theil, S. 494.