Ockholm

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Ockholm führt kein Wappen
Ockholm
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ockholm hervorgehoben
Koordinaten: 54° 40′ N, 8° 50′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Nordfriesland
Amt: Mittleres Nordfriesland
Höhe: 1 m ü. NHN
Fläche: 18,64 km2
Einwohner: 301 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 16 Einwohner je km2
Postleitzahl: 25842
Vorwahl: 04674
Kfz-Kennzeichen: NF
Gemeindeschlüssel: 01 0 54 093
Adresse der Amtsverwaltung: Theodor-Storm-Straße 2
25821 Bredstedt
Webpräsenz: www.ockholm.de
Bürgermeisterin: Claudia Weinbrandt (WGO)
Lage der Gemeinde Ockholm im Kreis Nordfriesland
AchtrupAhrenshöftAhrenviölAhrenviölfeldAlkersumAlmdorfArlewattAventoftBargumBehrendorfBohmstedtBondelumBordelumBorgsumBosbüllBraderupBramstedtlundBredstedtBreklumDagebüllDrageDrelsdorfDunsumElisabeth-Sophien-KoogEllhöftEmmelsbüll-HorsbüllEnge-SandeFresendelfFriedrich-Wilhelm-Lübke-KoogFriedrichstadtGalmsbüllGardingGarding  KirchspielGoldebekGoldelundGrödeGrothusenkoogHallig HoogeHaselundHattstedtHattstedtermarschHögelHolmHörnum (Sylt)HorstedtHudeHumptrupHumptrupHusumImmenstedtJoldelundKampen (Sylt)KarlumKatharinenheerdKlanxbüllKlixbüllKoldenbüttelKolkerheideKotzenbüllLadelundLangeneßLangenhornLeckLexgaardList auf SyltLöwenstedtLütjenholmMidlumMildstedtNebelNeukirchenNieblumNiebüllNorddorf auf AmrumNorderfriedrichskoogNordstrandNordstrandNorstedtOckholmOevenumOldenswortOldersbekOlderupOldsumOldsumOstenfeld (Husum)Oster-OhrstedtOsterheverPellwormPellwormPellwormPoppenbüllRamstedtRantrumReußenkögeRisum-LindholmRodenäsSankt Peter-OrdingSchwabstedtSchwabstedtSchwesingSeethSimonsbergSollwittSönnebüllSprakebüllStadumStedesandStruckumSüderendeSüderhöftSüderlügumSüdermarschSyltTatingTetenbüllTinningstedtTönningTümlauer-KoogUelvesbüllUphusumUtersumViölVollerwiekVollstedtWeltWenningstedt-Braderup (Sylt)Wester-OhrstedtWesterheverWestreWinnertWischWitsumWittbekWittdün auf AmrumWitzwortWobbenbüllWrixumWyk auf FöhrKarte
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Ockholm (friesisch: e Hoolme, dänisch: Okholm) ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ockholm befindet sich an der Nordseeküste in der nordfriesischen Marsch in der Region Mittleres Nordfriesland.

Neben dem Hauptort befinden sich die Ortsteile Schlüttsiel, Bongsiel und der südliche Teil des Hauke-Haien-Koogs im Gemeindegebiet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ockholm gehörte früher zur in der Zweiten Marcellusflut 1362 untergegangenen Beltringharde. Nach der ersten großen Mandränke war es nur eine Hallig. Erstmals sicher erwähnt wurde Ockholm im Zinsbuch des Schleswiger Bischofs von 1462 als ein aus 16 Warften bestehender Ort der Nordergoesharde. Der Name bedeutet vermutlich Insel des Ocke. Archäologische Funde zeigen, dass neben etwas Landwirtschaft vor allem Salztorfabbau vom 11. bis zum 14. Jahrhundert betrieben wurde, bis die Verschlickung der ehemaligen Moore nach dem Wassereinbruch der Marcellusflut diesem Arbeitszweig ein Ende bereitete.

1515 wurde die Hallig mit einem Deich umgeben und dabei gleichzeitig landfest gemacht. Die angrenzenden Langenhorner Alter Koog und Sterdebüller Alter Koog waren vermutlich schon 40 Jahre früher fertiggestellt worden. Nach der Eindeichung wurde eine Kirche gebaut. Durch mehrere Sturmfluten war die vorspringende Halbinsel immer in Gefahr, vor allem, weil sie kaum Vorland besaß. Wehlen am alten Außendeich zeugen von wiederholten Deichbrüchen. Streit mit den Nachbargemeinden wegen der Deichunterhaltung führte dazu, dass notwendige Reparaturen von den überforderten Einwohnern nicht durchgeführt werden konnten.

Im Jahr 1579 legten Flensburger Kaufleute einen Hafen in Ockholm an. Es war ihnen verboten worden, den Husumer Hafen zu benutzen. Er erlangte jedoch zu keiner Zeit eine größere Bedeutung, da die Flensburger doch schon recht bald wieder von Husum aus Handel treiben durften. Der Ockholmer Hafen ging in den folgenden Sturmfluten unter.

Die Burchardiflut von 1634 durchbrach auch die Deiche des Ockholmer Koogs. Er wurde überschwemmt, die Kirche zerstört und 400 Menschen verloren ihr Leben. Der westliche Seedeich wurde fast vollkommen zerstört. Da man die Ausbesserung der Mitteldeiche zum Schutz des Hinterlandes als vorrangig erachtete, wurde erst 1639 unter König Christian IV. von Dänemark begonnen, einen großen Teil des Kooges wieder einzudeichen. Dabei wurde die Deichlinie verkürzt und rückverlegt. Die Eindeichungsarbeiten wurden 1641 vollendet. Die durch die Sturmflut herrenlos gewordenen 800 Demat Land ging in den Besitz des Königs über, der damit auch die hohen Deichlasten übernahm. Später erhielten diese Ländereien der Kammerherr Burchard von Ahlefeldt. 1647 wurde eine neue Kirche erbaut.

1735 wurde mit dem Bau der Abdämmung des Bongsieler Kanals begonnen. Er hatte zum Ziel, die Entwässerung von insgesamt zehn Kögen zu verbessern.

1766 berief sich der Flensburger Rat auf die alten Hafenprivilegien und richtete, allen Husumer Protesten zum Trotz, einen Hafen am Bongsiel ein. Von hier aus sollten Waren aus und nach Holland angelandet werden. Allerdings erwiesen sich die schlechten Wege durch die vor allem im Winter unzureichend entwässerten Köge als zu beschwerlich.

Akt zur Überfahrt in den Louisenkoog

Im Laufe der Jahrhunderte wurden rings um den Ockholmer Koog weitere Köge eingedeicht: 1577 der Waygaarder Koog, 1652 der Blumenkoog, 1799 der Louisen-Reußen-Koog, 1926 der Sönke-Nissen-Koog und 1959 der Hauke-Haien-Koog. Mit letzterem wurde die Wasserlösung im nördlich angrenzenden Hinterland der ehemaligen Dagebüller Bucht verlagert. Der neu eingerichtete Hafen Schlüttsiel am Rande des Hauke-Haien-Koogs übernahm die Funktion der Entwässerung in die Nordsee vom Bongsiel. In Schlüttsiel wurde auch ein Fährhafen eingerichtet. Von dort bestehen Fährverbindungen zu den Halligen Hooge und Langeneß sowie zur Insel Amrum.

Während des Dritten Reichs befand sich in Ockholm ein Reichsarbeitsdienstlager für Deicharbeiter. In den 1950er Jahren erhielt Ockholm im Rahmen des Programmes Nord Strom- und Wasseranschluss.

Nach der Sturmflut 1962 erhielt Ockholm eine zweite Deichlinie, die den größtenteils unter dem Meeresspiegel liegenden Koog besser schützt. Das Gebiet zwischen den Deichen ist bis heute als Feuchtgebiet erhalten.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kommunalwahlen am 6. Mai 2018 erhielt die Wählergemeinschaft Ockholm (WGO) erneut alle neun Sitze in der Gemeindevertretung.[2]

Bürgermeisterin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Wahlperiode 2018–2023 wurde die seit 1994 amtierende Claudia Weinbrandt (WGO) erneut zur Bürgermeisterin gewählt.

Religion/Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Großteil der Bevölkerung ist protestantischen Glaubens. Die heute im Ortszentrum gelegene Kirche Zum heiligen Kreuz ist das Gotteshaus der Bürger evangelisch-lutherischen Glaubens. Typisch für Nordfriesland ist der abseits des Kirchengebäudes stehende hölzerne Glockenturm (Glockenstapel).

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Peterswarf in Ockholm

Die Siedlung liegt auf 14 Warften, Aufschüttungen, welche die darauf errichteten Gebäuden vor Sturmfluten schützen sollen. Zu den besonders sehenswerten Bauwerken zählen die zahlreichen Einzelsiedlungen auf den Warften. Diese sind ein Relikt aus der Vergangenheit, als Ockholm noch eine Hallig war. Eine besondere Rolle nimmt hierbei die Peterswarf ein. Sie kam unter anderem durch eine Verfilmungen der Theodor-Storm-Novelle Der Schimmelreiter aus dem Jahr 1978 zu Ehren. Passend zur Titelrolle des Films, waren auch im realen Leben die Hofeigentümer häufig Deichgrafen des Ockholmer Koogs.

Nachdem die Burchardiflut die 1555 gebaute „Heilig-Kreuz-Kirche“, die vermutlich außerhalb des heutigen Seedeiches lag, zerstört hatte, wurde 1647 der Nachfolgebau als Saalkirche auf der Kirchwarft errichtet. Die Steine für die Kirche stammten von dem 1629 abgebrannten Frau Mettenhof bei Bordelum und wurden dem Ort vom König geschenkt. Kanzel und Taufstein stammen aus der 1634 untergegangenen Kirche von Evensbüll von Strand.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wirtschaftsstruktur wurde lange Zeit durch die Landwirtschaft geprägt.

Mittlerweile ist der Tourismus eine wichtige Einnahmequelle für die Gemeinde. Dominierend ist hier die Ferienhausvermietung. Im Ortsteil Bongsiel war eine bis weit in die Region bekannte Gaststätte zu Hause. Das mehrfach von der Zeitschrift Der Feinschmecker ausgezeichnete Haus war vor allem bekannt für seine Küche regionaler Spezialitäten.

Handwerklich tätige Gewerbebetriebe sind mehrere vor Ort ansässig. Die älteste Firma des Dorfes ist die „Firma Christian Breckling“. Sie wird in der sechsten Generation geleitet von Lasse Nissen. Es handelt sich um einen Metallbau- und zertifizierten Schweißfachbetrieb mit angeschlossener Tankstelle.

Verkehr

Die Gemeinde ist am besten im Individualverkehr erreichbar. Die Straßenanbindung erfolgt primär über die sogenannte Bäderstraße, welche nördlich von Bredstedt von der B 5 in westlicher Richtung abzweigt. Nach gut zehn Kilometern auf dieser Trasse erreicht man das Ortszentrum der Gemeinde.

Im ÖPNV ist die Gemeinde aus Richtung Langenhorn erreichbar. Die Fahrzeiten der Busse sind allerdings weitgehend auf den Schülertransport von und zur dortigen Schule ausgerichtet und verkehren somit nur zu entsprechenden Tageszeiten und nicht an Wochenenden und während der Schulferien. Der Ortsteil Schlüttsiel ist etwas besser angebunden. Dorthin verkehrt zweimal täglich (auch am Wochenende) eine Buslinie der Verkehrs- und Tarifgemeinschaft Nordfriesland Regional von Niebüll aus. Diese Strecke wird zurzeit bedient vom Unternehmen Autokraft.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Chronik Ockholm – Geschichte eines Nordfriesischen Dorfes. Gemeindevertretung Ockholm 1997.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ockholm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2017 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Ergebnis Gemeindewahl Ockholm 2018. auf der Webseite Amt Mittleres Nordfriesland (PDF), abgerufen am 21. September 2018