Odernheim am Glan

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Odernheim am Glan
Odernheim am Glan
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Odernheim am Glan hervorgehoben
49.7654111111117.7048141Koordinaten: 49° 46′ N, 7° 42′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bad Kreuznach
Verbandsgemeinde: Bad Sobernheim
Höhe: 141 m ü. NHN
Fläche: 13,26 km²
Einwohner: 1687 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 127 Einwohner je km²
Postleitzahl: 55571
Vorwahl: 06755
Kfz-Kennzeichen: KH
Gemeindeschlüssel: 07 1 33 076
Adresse der Verbandsverwaltung: Marktplatz 11
55566 Bad Sobernheim
Webpräsenz: www.odernheim.de
Ortsbürgermeister: Achim Schick (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Odernheim am Glan im Landkreis Bad Kreuznach
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Über dieses Bild
Odernheim im 17. Jahrhundert (Matthäus Merian)
Odernheim im Nordwesten des Départements du Mont-Tonnerre zu Beginn des 19. Jahrhunderts

Odernheim am Glan ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Bad Sobernheim an.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Odernheim befindet sich an der Mündung des Glans in die Nahe. Zu den Nachbargemeinden Odernheims zählen Rehborn, Staudernheim, Duchroth, Boos und Lettweiler.

Zu Odernheim am Glan gehören auch die Wohnplätze Am Kapellenberg, Birkenhof, Charlottenhof, Elsenpfuhl, Heddarterhof, Niedermühle, Sonnenberghof, Disibodenberg und Disibodenbergerhof.[2]

Paläontologie[Bearbeiten]

Bei Odernheim am Glan erstreckte sich in der Rotliegend-Zeit, dem älteren Abschnitt des Perm, vor etwa 290 Millionen Jahren ein Süßwassersee, in dem bis zu zwei Meter lange räuberische „Urlurche“ (Sclerocephalus haeuseri) lebten. Weltweit bekannt sind die kleinen Branchiosaurier (Kiemensaurier) Apateon pedestris und Micromelerpeton credneri von Odernheim. An dieser Fundstelle kamen auch fossile Eintagsfliegen zum Vorschein. Fossilien aus Odernheim werden im Paläontologischen Museum in Nierstein gezeigt.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde 976 erstmals urkundlich erwähnt und erhielt 1349 das Stadtrecht. 1108 wurde auf dem Disibodenberg am Zusammenfluss von Glan und Nahe bei Odernheim ein Benediktinerkloster gegründet. 1112 traten Jutta von Sponheim (um 1092–1136), Hildegard von Bingen (1098–1179) und ein weiteres Mädchen in eine eigens für sie eingerichtete Frauenklause des Benedikterklosters auf dem Disibodenberg ein. Ungeachtet ihres Beinamens „von Bingen“ hielt sich Hildegard die längste Zeit ihres Lebens auf dem Disibodenberg bei Odernheim auf. 1147 trat Hildegard nach einer Vision dafür ein, auf dem Rupertsberg am Zusammenfluss von Nahe und Rhein bei Bingen ein Frauenkloster errichten zu lassen. Dorthin wollte sie mit der immer größer werdenden Frauengruppe des Benediktinerklosters auf dem Disibodenberg ziehen. 1150 zog Hildegard mit 18 Nonnen vom Disibodenberg in das Frauenkloster auf dem Rupertsberg ein.

Odernheim gehörte seit dem 12. Jahrhundert als Lehen, später auch voll, zu den Grafen von Veldenz und gelangte 1444 zum Herzogtum Pfalz-Zweibrücken. Während des bayerisch-pfälzischen Erbfolgekriegs wurde Odernheim 1504 fast ganz zerstört. Auch im pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 wurde Odernheim in Brand gesteckt. Im Rahmen eines Gebietsaustausches gelangte der Ort 1786 von Zweibrücken zur Kurpfalz. Bereits kurze Zeit später brach allerdings die Französische Revolution aus. Französische Truppen annektierten das Gebiet links des Rheins. Odernheims Stadtrechte wurden entzogen und der Ort wurde Mairie im französischen Staatsgebiet im Kanton Obermoschel im Arrondissement Kaiserslautern im Département du Mont-Tonnerre. Nach dem Wiener Kongress gehörte Odernheim zu Bayern, wo es bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs verblieb. Bei der rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde Odernheim 1970 der neugebildeten Verbandsgemeinde Sobernheim im Landkreis Bad Kreuznach zugeordnet. In kirchlicher Hinsicht gehört Odernheim weiterhin zur Evangelischen Kirche der Pfalz und zum Bistum Speyer.

Statistik zur Einwohnerentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Odernheim am Glan, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[3]

Jahr Einwohner
1815 845
1835 1.192
1871 1.333
1905 1.604
1939 1.664
Jahr Einwohner
1950 1.809
1961 1.983
1970 1.991
1987 1.800
2005 1.774

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Odernheim besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[4]

Wahl SPD CDU WGR WGR Gesamt
2014 6 8 2 16 Sitze
2009 6 8 1 1 16 Sitze
2004 9 5 2 16 Sitze

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Silber auf grünem Dreiberg rechts ein goldenes Hochkreuz, auf das ein links danebenstehender blauer, goldbewehrter und rotbezungter Löwe die Pranke legt“.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Sehenswert ist der historische Ortskern mit dem Rathaus von 1541 und der teilweise erhaltenen Stadtmauer mit Stadttor, sowie das „Zweibrücker Schloss“. Besonders erwähnenswert ist die Ruine des Klosters Disibodenberg, wo Hildegard von Bingen einen Teil ihres Lebens verbrachte und ihre bedeutenden Werke begann.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Odernheim am Glan

Vereine[Bearbeiten]

Odernheim besitzt eine sehr vielfältige Vereinswelt. Zu den Vereinen zählen unter anderen ein Turnverein, ein Fußballverein sowie mehrere Gesangvereine.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Zu den alljährlichen Odernheimer Veranstaltungen zählt die Kerb im Herbst und der Weihnachtsmarkt in der Adventszeit.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Zahlreiche mittelständische Unternehmen sowie Handwerksbetriebe sind im Ort ansässig.

Verkehr[Bearbeiten]

  • Odernheim ist an den Landesstraßen 234 und 235 sowie der Kreisstraße 78 gelegen. Die nächstgelegenen Bundesstraßen sind die B 41 sowie die B 420 welche je 6–7 Kilometer entfernt sind.
  • Odernheim erhielt 1896 durch Eröffnung der als unmittelbare Fortsetzung der Lautertalbahn gebauten Strecke Lauterecken–Odernheim Anschluss an das Eisenbahnnetz; ein Jahr später erfolgte der Lückenschluss nach Staudernheim. Dieses Teilstück ging 1904 in der in dem Jahr vollständig eröffneten Glantalbahn auf, die jedoch inzwischen stillgelegt ist. Da sich diese in Odernheim in die beiden Äste nach Staudernheim und nach Bad Münster verzweigte, wurde der Bahnhof Odernheim zu einem Eisenbahnknotenpunkt untergeordneter Bedeutung. Die Strecke einschließlich der beiden Verzweigungen ist inzwischen stillgelegt. Die Glantalbahn wird heute als Draisinenstrecke genutzt.
  • Die ÖPNV-Anbindung wird über die Regiolinie der Busgesellschaft ORN erreicht, die in Lauterecken, Altenglan und Staudernheim bzw. Bad Sobernheim Anschluss an das Schienennetz der Deutschen Bahn herstellt. Außerdem gibt es eine Busverbindung nach Bad Münster am Stein.

Bildung[Bearbeiten]

Odernheim besitzt einen Kindergarten sowie eine Grundschule.

Tourismus[Bearbeiten]

Odernheim ist an der Eisenbahn-Draisinenstrecke zwischen Altenglan und Staudernheim gelegen, was den Ort zunehmend bei Touristen bekannt macht. Mehrere Gästehäuser bieten Übernachtungsmöglichkeiten im Ort.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Bekannte Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Daniel Häberle (1864-1934), Pfälzer Heimatforscher, in Odernheim begraben und Ehrenbürger
  • Henry Nadig, Mechaniker und Entwickler eines der ersten Benzin-getriebenen Autos in den USA 1891
  • Hubertus Mynarek, * 6. April 1929, Philosoph, Theologe und Kirchenkritiker

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Odernheim am Glan – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011). (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 17 (PDF; 2,3 MB)
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen