Odilo Lechner

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Altabt Odilo Lechner

Odilo Lechner OSB (* 25. Januar 1931 in München als Hans Helmut Lechner) ist ein deutscher Benediktinermönch und emeritierter Abt der Abtei St. Bonifaz (München) und des Priorates Andechs. Bei seinem Ausscheiden 2003 war er der weltweit dienstälteste Benediktinerabt.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lechner wurde als einziges Kind eines Bankbeamten in München-Bogenhausen geboren. Nach seinem Abitur 1949 im niederbayerischen Kloster Metten studierte er Philosophie und Theologie in München und Innsbruck (dort als Mitglied des Collegium Canisianum). 1952 trat er in die Benediktinerabtei St. Bonifaz ein, wo er den Ordensnamen Odilo annahm. Seine Profess fand am 7. November 1953 statt. Am 23. Dezember 1956 wurde Odilo Lechner in der Basilika St. Bonifaz in München von Erzbischof Joseph Kardinal Wendel zum Priester geweiht.

Mit der philosophischen Dissertation über Idee und Zeit der Metaphysik Augustins wurde er 1964 an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg promoviert.

Odilo Lechner hatte im Alter von erst 33 Jahren am 8. September 1964 die Leitung des Münchner Innenstadt-Klosters Sankt Bonifaz sowie zugehörig des in Oberbayern liegenden Kloster Andechs als 7. Abt übernommen. Seine Wahl erfolgte am 14. Juli 1964 als Koadjutor von Abt Hugo Lang. Die Benediktion wurde durch Julius Kardinal Döpfner, den Erzbischof von München und Freising, vorgenommen und war die erste Konzelebration im Erzbistum München und Freising.[2] In der Amtszeit Lechners wurde die kriegszerstörte Basilika Sankt Bonifaz wieder aufgebaut. 1982 leitete er den Trauergottesdienst für Carl Orff.[3]

Pater Johannes Eckert trat 2003 die Nachfolge von Lechner an.

Der Wahlspruch von Lechner heißt Dilatato cordeMit weitem Herzen und stammt aus dem Psalm 119.

Altabt Odilo Lechner OSB hat zahlreiche Veröffentlichungen publiziert. Er ist bis heute als Kolumnist, Buchautor, Firmspender und Referent sowie als Zelebrant, Prediger und Seelsorger tätig.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zitate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Deutschland ist sicher nicht wertlos; aber Werte verschieben sich in einer Gesellschaft, die sich im Wandel befindet, die mit Globalisierung zu kämpfen hat und mit einer besorgniserregenden demographischen Entwicklung konfrontiert ist.“

Odilo Lechner, Berlin, 25. Oktober 2005

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Weite dein Herz. Lebenskunst aus dem Kloster, Heyne Verlag 2002, ISBN 3453861515
  • Warum ich bete. Gespräche mit Gott, Heyne Verlag 2003, ISBN 3453874447
  • Engel. Begegnungen mit Gottes Boten, Heyne Verlag 2004, ISBN 3453879449
  • Wege zum Leben Benedikts Weisung für die Zukunft, Heyne Verlag 2005, ISBN 3453120302
  • mit Karl L. Schweisfurth, Hans-Günther Kaufmann: Sieben Geheimnisse für ein gutes Leben, Heyne Verlag 2003, ISBN 3453874455
  • zusammen mit Michael Cornelius: Die Weisheit der Wüstenmönche. Von der Kunst, das Leben zu meistern, Heyne Verlag 2005, ISBN 3453120280
  • Vom Weg der Weisheit. Ein Gespräch mit Michael Langer und Bildern von Hans-Günther Kaufmann, EOS Verlag 2011, ISBN 9783830674627
  • Zeichen auf dem Weg. Stationen meines Lebens, Verlag Herder 2011, ISBN 9783451323904

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Katholische Nachrichten-Agentur, 11. August 2014: Benediktiner Odilo Lechner vor 50 Jahren zum Abt geweiht.
  2. O. Lechner: Das Zweite Vatikanische Konzil: Ordensleben und Spiritualität, in: Generation Konzil. Freiburg i. Br. 2013. S. 111.
  3. Orff-Schulwerk-Informationen, Heft Nr. 29, Mai 1982 (Zugriff 11. Januar 2013; PDF; 3,7 MB)
  4. Bundespräsidialamt
Vorgänger Amt Nachfolger
Hugo Lang Abt von Sankt Bonifaz, München
1964–2003
Johannes Eckert
Augustin Mayer Vorsitzender der Salzburger Äbtekonferenz
1972–1982
Christian Schütz
Augustin Mayer
Albert Brettner
Abtpräses der Bayerischen Benediktinerkongregation
1972–1978
1984–1993
Albert Brettner
Gregor Zasche