Odlo

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Odlo International AG

Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft[1]
Gründung 1946
Sitz Hünenberg SchweizSchweiz Schweiz
Leitung Knut Are Høgberg (CEO)
Mitarbeiterzahl 733 (FTE), davon 125 am Standort Hünenberg (2019)
Branche Sportbekleidung
Website www.odlo.com

Die Odlo International AG[1] ist ein international tätiger Schweizer Hersteller von Outdoor-Bekleidung und funktionellen Sportbekleidungen mit norwegischen Wurzeln. Das Unternehmen mit Sitz in Hünenberg beschäftigt über 740 Mitarbeiter. Im europäischen Markt ist ODLO im Segment der funktionellen Sportunterbekleidung Marktführer. Weitere Kollektionen werden in den Segmenten Outdoor, Running, X-Country, Bike, Tec Shirts, Kids und Accessoires angeboten. Die Marktanteile bei Funktionswäsche bewegen sich je nach Land zwischen 30 % und 50 %. ODLO stellt 72 % der Produkte in Europa und im Nahen Osten her, mehrheitlich in eigenen Produktionsstätten (in Portugal und Rumänien). 28 % der Produkte werden in Asien produziert. ODLO-Produkte werden weltweit in über 5000 Verkaufsstellen, hauptsächlich im Sportfachhandel, angeboten. Es gibt etwa 1500 eigens eingerichtete Verkaufsflächen in Geschäften und Warenhäusern. Das Schweizer Unternehmen führt auch eigene ODLO-Geschäfte. Das Unternehmen wurde von 1979 bis 2009 in zweiter Generation von Odd Roar Lofterød jun. geführt, der im September 2012 in Oslo nach langer Krankheit verstarb.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen wurde 1946 vom Norweger Odd Roar Lofterød sen. (* 1915) gegründet. Dieser leitete das Unternehmen bis 1979. 1933 wurde Odd Roar Lofterød sen. Langlaufmeister des Bezirkes Oslo. Im Jahr 1935 legte er die Strecke Oslo–Gibraltar–Oslo mit dem Fahrrad zurück.

1946 liess Odd Lofterød die Marke Odlo weltweit schützen. 1947 wurde mit der Herstellung von Damenunterwäsche begonnen. Kurz darauf entwickelte Odlo eine Trainingshose aus Helanca-Fasern – quasi für seinen Sohn. Denn Odd Roar jun. war Mitglied des Eisschnelllauf-Jugendkaders in Norwegen. Nach dem enormen Erfolg dieser Hose brachte Odd Roar 1963 eine Weiterentwicklung auf den Markt, den ersten elastischen und funktionellen Anzug für Langläufer und Eisschnellläufer. Er setzte sich, wie schon die Trainingshose, aus der Helanca-Faser zusammen. 1964 trug die norwegische Nationalmannschaft diesen Anzug und war erfolgreich bei den Olympischen Spielen in Innsbruck. Die Erfolgsserie setzte sich fort, 1972 trugen 25 Nationalmannschaften die Odlo-Wettkampfbekleidung zu den Olympischen Spielen in Sapporo.

1973 wurde die Marke Odlo Termic geschaffen. Odlo Termic war die erste vollsynthetische Sportunterwäsche. Odd Roar Lofterød sen. übergab 1979 seinem Sohn Odd Roar jun. die Firma. 1986 erkannte Lofterød mit seinen damaligen Partnern Victor Villiger und Didi Serena, dass die Zukunft einer Sportmarke nicht in der Spezialisierung, sondern vielmehr in Globalisierung von Marketing und Produktion liegt. So gründeten sie die Odlo International AG, bei Zug in der Schweiz, als neuen Hauptsitz der Marke. 1987 wurde das Athletic Clothing System lanciert, auf Basis des Schicht-für-Schicht-Prinzips. Nach dem Erfolg in der Skilanglaufbekleidung im Winter zog Odlo mit Segmenten auch für die Sommersaison nach: Running, Cycling und Outdoor.

1999 wurden eigene Tochtergesellschaften in Deutschland, Schweiz, Österreich und Frankreich gegründet sowie Vertretungen in Belgien, Dänemark, Finnland, Griechenland, Hong Kong, Italien, Niederlanden, Norwegen, Polen, Russland, Slowenien, Slowakei, Tschechien, Spanien, Ukraine, UK. Im Jahr 2000 nahm die Odlo Sports Group Bjørn Dæhlie und Kjus Systems Skiwear als Marken auf. Mittlerweile hat Odlo sich von beiden wieder getrennt.

Das Unternehmen entwickelte 2002 die Faser «effect by ODLO» und brachte eine Wäsche mit geruchshemmenden Silberionen auf den Markt. Seit 2004 werden sämtliche Unterwäscheprodukte mit der neuen Faser ausgerüstet. 2003 überarbeitete das Unternehmen sein Logo und veröffentlichte einen neuen Slogan. Im Jahr 2006 gewann Odlo zusammen mit einem interdisziplinären Projektteam den MedTec Award für die Konzeption eines Sensorshirts, mit dem ein Elektrokardiogramm erstellt werden kann. Neben anderen Preisen gewann Odlo im 2010 den red dot design award für gutes Design – mit dem Rennanzug von Biathleten Ole Einar Bjørndalen.

Sozialverantwortung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nichtregierungsorganisation Erklärung von Bern verglich 2010 mittels Umfragen und Internetrecherchen bei 77 Modelabels die Standards der Arbeitsbedingungen in Produktionsländern. Odlo wurde dabei in die beste Kategorie „Fortgeschrittene“ von fünf Kategorien eingestuft.[2] Das Unternehmen ist seit 2008 Mitglied der Fair Wear Foundation.

Sponsoring[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ODLO rüstet folgende Teams aus:

  • Swiss Ski Verband (Nordisch)
  • Norwegischer Biathlon Verband
  • Französischer Ski Verband (Nordisch)
  • Slowenischer Ski Verband (Nordisch)
  • Japanischer Biathlon Verband
  • Scott-Sram Mountainbike Team

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Eintrag der «Odlo Sports Group AG» im Handelsregister des Kantons Zug (Memento des Originals vom 22. Januar 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hrazg.ch
  2. Hippe Label – unfaire Produktion, Tages-Anzeiger