Odo Casel

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Odo Casel OSB (* 27. September 1886 in Koblenz; † 28. März 1948 in Herstelle; gebürtig Johannes Casel) war Liturgiewissenschaftler und Mitbegründer der Mysterientheologie. Er gilt als Bahnbrecher und Führer der katholischen Liturgischen Bewegung, ab 1921 gab er das Jahrbuch [heute: Archiv] für Liturgiewissenschaft heraus.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Casel trat 1905 in die Benediktinerabtei Maria Laach ein. Er studierte 1908 bis 1912 im internationalen Benediktinerkolleg Sant’Anselmo in Rom Katholische Theologie und 1913 bis 1918 in Bonn Klassische Philologie, wo er auch 1918 promoviert wurde. Ab 1922 war er Spiritual der Benediktinerinnenabtei in Herstelle bei Höxter und prägte Aufbau und Entfaltung dieser Abtei entscheidend mit.

Denken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Casels Hauptverdienst ist die Wiederentdeckung der Einheit von Glaubensgeheimnis und Kulthandlung. Da jenes weniger statische Satzwahrheit als vielmehr Durchgang ist, nämlich Durchgang Christi vom Tod zum Leben, aus der gottentfremdeten Welt heim zum Vater, ist dieser, der Gottesdienst, insbesondere die Eucharistie, aktuelles Hineingenommenwerden und Sich-Hineinbegeben der Kirche und der einzelnen Gläubigen in den Osterdurchgang des Herrn. Das einmalige, vergangene Heilsgeschehen (Mysterium des Kreuzes, Paschamysterium) wird wirksame Gegenwart durch den Heiligen Geist (Mysterium der Kirche).

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Gedächtnis des Herrn in der altchristlichen Liturgie: Die Grundgedanken des Messkanons. 1918
  • De philosophorum graecorum silentio mystico scrips. 1919 (= Dissertation Bonn 1918)
  • Die Liturgie als Mysterienfeier. 1923
  • Das christliche Kult-Mysterium. 1932
  • Art und Sinn der ältesten christlichen Osterfeier. In: Jahrbuch für Liturgiewissenschaft 1934
  • Das christliche Festmysterium. 1941
  • Glaube, Gnosis, Mysterium. 1941
  • Mysterium des Kommenden. 1952
  • Vom wahren Menschenbild: Vorträge. 1953
  • Mysterium des Kreuzes. o.J. (1954)
  • Mysterium der Ekklesia: Von der Gemeinschaft aller Erlösten in Christus Jesus. Aus Schriften und Vorträgen. 1961
  • Vom Spiegel als Symbol. Aus nachgelassenen Schriften. 1961
  • Odo Casel veröffentlichte mehrere Artikel in den von Johannes Pinsk in Berlin herausgegebenen Zeitschriften Liturgische Zeitschrift (1928–1933) und Liturgisches Leben (1934–1939).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Wilhelm Bautz: Casel, Odo. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 1, Bautz, Hamm 1975. 2., unveränderte Auflage Hamm 1990, ISBN 3-88309-013-1, Sp. 946–947.
  • Gerhard Fittkau: Der Begriff des Mysteriums bei Johannes Chrysostomos. Eine Auseinandersetzung mit dem Begriff des "Kultmysteriums" in der Lehre Odo Casels. (Promotionsschrift, Breslau 1944), Peter Hanstein Verlag, Bonn 1953.
  • Maria Judith Krahe: Der Herr ist der Geist. Studien zur Theologie Odo Casels. EOS, St. Ottilien 1986,
  • Alexander Nawar: Opfer als Dialog der Liebe. Sondierungen zum Opferbegriff Odo Casels. Lang, Frankfurt am Main u. a. 1999, ISBN 3-631-33958-5 (Europäische Hochschulschriften. Reihe 23: Theologie 660), (Zugleich: Innsbruck, Univ., Diss., 1998).
  • Arno Schilson: Theologie als Sakramententheologie. Die Mysterientheologie Odo Casels. 2. Auflage. Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz 1987, ISBN 3-7867-0928-9 (Tübinger theologische Studien 18), (Zugleich: Tübingen, Univ., Habil.-Schr., 1981).
  • Paulus Volk: Casel Odo. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 3, Duncker & Humblot, Berlin 1957, ISBN 3-428-00184-2, S. 164 (Digitalisat).
  • Renate Maria Winkelmann-Jahn: Fülle der Zeit – erfüllte Zeit. Zur Begründung von Mystagogie nach Alfred Petzelt und Odo Casel. EOS, St. Ottilien EOS 1999, ISBN 3-88096-977-9 (Pietas liturgica – Studia 11).

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]