Oedekoven

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Koordinaten: 50° 43′ 12″ N, 7° 1′ 13″ O

Oedekoven
Gemeinde Alfter
Höhe: 112 (76–160) m ü. NHN
Fläche: 4,34 km²
Einwohner: 5730 (14. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 1.320 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. August 1969
Postleitzahl: 53347
Vorwahl: 0228
Rathaus der Gemeinde Alfter

Rathaus der Gemeinde Alfter

Oedekoven ist der drittgrößte Ortsteil der Gemeinde Alfter im nordrhein-westfälischen Rhein-Sieg-Kreis. Der Ort hat heute rund 5.600 Einwohner, die auf einer rund 700 Hektar großen Fläche leben.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oedekoven liegt westlich der Stadt Bonn am südlichen Ende des Vorgebirges an einem Bach namens Hardtbach und grenzt unmittelbar an die Bonner Ortsteile Duisdorf und Lessenich/Meßdorf an.

Ursprünglich war der Ort landwirtschaftlich geprägt. Die ehemals landwirtschaftlich genutzte Oedekovener Heide auf der Hochebene der Ville ist heute Zentrum des Pferdesports. Der unmittelbar an die Heide angrenzende Kottenforst ist ein beliebtes Naherholungsgebiet.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fachwerkhaus in der Staffelsgasse

Neben der regen Bautätigkeit im Wohnsektor entwickelten sich in Oedekoven in den letzten Jahren Handel und Industrie. So findet man im Ort ein Gewerbegebiet (Alma-Einkaufspark) mit vielseitigen Einkaufsmöglichkeiten, sowie mehrere Fitness- und Sonnenstudios. Im Ort befinden sich außerdem das einzige Altenheim sowie die einzige weiterführende Schule (Gemeinschaftshauptschule Alfter) der Gemeinde Alfter, eine Grundschule, mehrere Kindergärten und eine katholische öffentliche Bücherei. Von den drei „Mittelgemeinden“ Oedekoven, Gielsdorf und Impekoven hat sich Oedekoven hinsichtlich der Bevölkerungszahl am schnellsten entwickelt. So wurden in den letzten Jahren um den Kramersbruch herum viele Wohnhäuser gebaut. Dennoch findet man im alten Ortskern (Staffelsgasse, Ginggasse) noch viele sehenswerte alte Fachwerkhäuser.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung der Gemeinde Oedekoven ist auf das Jahr 795 datiert. Zu dieser Zeit hieß der Ort noch Odenkoven (Hof mit reichem Landbesitz). Professor Gerhard Mürkens deutete den Ortsnamen von Odinghova (Hof der Leute des Odo) ab. In Odo sah Mürkens eine mögliche Kurzform des Namens Otbert, welcher um das Jahr 795 als Stammvater der Pfalzgrafen bei Rhein, der Ezzonen beziehungsweise Hezeliniden lebte, und in der Gemarkung Oedekoven angesiedelt war.

1670 umfasste Oedekoven 55 Häuser. Landesherrlich gehörte die Ortschaft bis Ende des 18. Jahrhunderts zum Kurfürstentum Köln und unterstand als Teil des Dingstuhls Duisdorf der Verwaltung des Amtes Bonn.[2]

Mairie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mairie Oedekoven löste für das Gebiet der heutigen Gemeinde Alfter und angrenzende Stadtteile Bonns während der französischen Besatzungszeit der linken Rheinseite unter Napoleon Bonaparte die Verwaltungsstrukturen des Kurfürstentums Köln ab. Sie war Vorgänger der preußischen Bürgermeisterei Oedekoven. Zur Mairie gehörten die Ortsteile Oedekoven, Gielsdorf, Impekoven und Witterschlick, sowie die gesamte Gemeinde Alfter und die Orte Buschdorf, Lessenich/Meßdorf und Duisdorf der Stadt Bonn.

Bürgermeisterei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die preußische Bürgermeisterei Oedekoven umfasste neben dem Gebiet der heutigen Gemeinde Alfter einen Teil der westlichen Stadtteile Bonns. Als Verwaltungseinheit war sie Nachfolgerin der Mairie Oedekoven und Vorgänger des Amtes Duisdorf. Sie erhielt den Namen Oedekoven von der gleichnamigen Ortschaft als Sitz des Bürgermeisteramtes, welches in den 1970er-Jahren abgerissen wurde. Sie umfasste das Gebiet wie unter Mairie Oedekoven beschrieben.

Eingemeindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oedekoven war bis 1969 eine selbständige Gemeinde. Am 1. August 1969 wurde sie nach Alfter eingemeindet.[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Mariä Himmelfahrt

Die katholische Kirche St. Mariä Himmelfahrt wurde von dem Architekten Emil Steffann (1899–1968), einem der bedeutendsten Kirchenbaumeister des 20. Jahrhunderts, geplant und gebaut. Ihre Fenster stammen von dem Künstler Hans Lünenborg (1904–1990). Der Baubeginn der Kirche erfolgte im Jahr 1955.

Kapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oedekoven, Kapelle, Ansicht von der Ginggasse

Kirche, Kapelle und Fachwerkhäuser im alten Ortskern sind die bedeutenden Sehenswürdigkeiten des Ortes.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oedekoven ist über die Bundesstraße 56 und über die Alma-Brücke zur Bundesautobahn 565 an das Fernstraßennetz angeschlossen. Die Brücke ist Bestandteil der Landesstraße 113n (Nord-West-Umfahrung Bonn) und wurde am 6. Dezember 2006 für den Verkehr freigegeben. Die Brücke ersetzt den inzwischen zurückgebauten Bahnübergang am Schöntalweg. Bedingt durch die häufigen und langen Schließzeiten bildeten sich im Umfeld häufig lange Staus. Die Brücke, die erst nach jahrzehntelanger Planung und juristischen Auseinandersetzungen gebaut wurde, stellt für die Erreichbarkeit des Ortes sowie des Gewerbegebietes (Alma-Einkaufspark) eine spürbare Verbesserung dar.

Personennahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort verfügt über zwei Buslinien (605 und 633), die in einem 20/30-Minuten-Takt Verbindungen in die Stadt Bonn und ihre Vororte bieten. Die beiden Buslinien fahren insbesondere auch den Bahnhof Bonn-Duisdorf an, von dem aus man durch die Voreifelbahn die Stadt Bonn, sowie die Städte Rheinbach, Euskirchen, und ihre Vororte erreicht. Die Buslinien erschließen ebenfalls die Stadtbahnhaltestelle Alfter / Alanus Hochschule, an der die Straßenbahnlinie 18 (Köln-Dellbrück – Bonn) sowie die Straßenbahnlinie 68 (Bornheim – Bonn) verkehren. Der Ortsteil Oedekoven ist mit der Linie N9 an das Bonner Nachtbus-Netz angeschlossen.

Familienname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Familienname Oedekoven ist dem gleichnamigen Ortsnamen abgeleitet und insbesondere im Rheinland recht verbreitet.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der katholischen öffentlichen Bücherei finden Lesungen statt, in der Mehrzweckhalle gelegentlich Konzerte. Außerdem gibt es unter anderem einen Fußball-, einen Tennis- und einen Tischtennisverein sowie eine Jugendgruppe der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Oedekoven – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gemeindestruktur. Gemeinde Alfter, 14. Dezember 2015, abgerufen am 7. Februar 2016.
  2. Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz, 2. Band: Die Karte von 1789. Bonn 1898, S. 58.
  3. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, DNB 107824388, S. 82.