Oedesse

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Koordinaten: 52° 23′ 12″ N, 10° 13′ 53″ O

Oedesse (Edemissen)
Gemeinde Edemissen
Wappen von Oedesse (Edemissen)
Höhe: ca. 65 m ü. NHN
Einwohner: 717 (30. Mrz. 2012)
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 31234
Vorwahl: 05176
Oedesse (Edemissen) (Niedersachsen)
Oedesse (Edemissen)

Lage von Oedesse (Edemissen) in Niedersachsen

Deckel des ehemaligen Kalischachtes

Deckel des ehemaligen Kalischachtes

Oedesse ist eine Ortschaft in der Gemeinde Edemissen im Landkreis Peine in Niedersachsen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Oedesse liegt nördlich der Kreisstadt Peine zwischen den beiden Oberzentren Hannover und Braunschweig – am Rande der Südheide.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Oedesse wurde erstmals urkundlich im Jahre 1323 als Oesedessen erwähnt. Von 1532 bis 1885 gehörte der Ort zur Gografschaft Edemissen im Amt Meinersen. Danach kam er zum Landkreis Peine, zu dem er bis heute gehört. 1965 erfolgte der Zusammenschluss der selbständigen Gemeinden Edemissen, Alvesse, Blumenhagen, Mödesse, Voigtholz-Ahlemissen und seit 1971 auch Oedesse zur Samtgemeinde Edemissen. Im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen kam es am 1. März 1974 zur Bildung der Einheitsgemeinde Edemissen aus den Ortschaften der Samtgemeinde Edemissen und weiteren acht selbständigen Gemeinden.[1] Der Ortsteil Klein Oedesse wird vermutlich durch die Ansiedlung „Dreiers Haus“ entstanden sein.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1821 83
1848 102
1. Dezember 1871 ¹ 130
1. Dezember 1885 ¹ 208
1. Dezember 1905 ¹ 187
16. Juni 1925 ¹ 256 (257)
16. Juni 1933 ¹ 374
17. Mai 1939 ¹ 339
31. Dezember 1945 -
29. Oktober 1946 ¹ 633 (692)
Jahr Einwohner
13. September 1950 ¹ 618
6. Juni 1961 ¹ 578
1. März 1964 567
27. Mai 1970 ¹ 593

¹ Volkszählungsergebnis

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die protestantische Glaubensrichtung festigte sich schon im frühen 16. Jahrhundert. Die Ortschaft Oedesse gehört zum Kirchspiel der Martin-Luther-Kirchengemeinde Edemissen im Kirchenkreis Peine.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeister ist Dirk Dannenberg (SPD), Stellvertreter ist Uwe Heuer (SPD).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der unteren Hälfte des gold-blau geteilten Schildes liegt ein silbernes Zahnrad in perspektivischer Ansicht, das sich auf einen von der Preussag übernommenen Betrieb für Oelbohrgeräte bezieht und in dessen Nabe zwei goldene Ähren gesteckt sind, um auf die Prägung der Oedesser durch Landwirtschaft und Industrie hinzuweisen. Weil Oedesse jahrhundertelang zu den welfischen Landen gehörte, schreitet der rot bewehrte blaue lüneburgische Löwe in der oberen Schildhälfte.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Osterfeuer
  • Maibaum aufstellen
  • Dorffest

Vereinswesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Freiwillige Feuerwehr Oedesse
  • Landfrauen Ortsgruppe Oedesse
  • Oischer Jungs
  • Schützenverein von 1924 e.V.
  • Seniorenkreis Oedesse
  • Sozialverband Oedesse
  • Turn- und Sportgemeinschaft Oedesse von 1981 e.V.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bergbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Hannoversche Kaliwerke

Im April 1905 begann die Hannoversche Kaliwerke AG in Klein Oedesse mit der Abteufung des Schachtes Oedesse im Gefrierverfahren. Im Jahre 1912 war die Endteufe im Salzstock Berkhöpen bei 905 Metern erreicht. Von 1913 bis 1925 wurde Kalisalz gefördert. Im Jahre 1911 wurde noch ein zweiter Schacht Berkhöpen abgeteuft, 1915 mit 670 Meter seine Endsohle erreicht. Erst 1918 wurden die beiden Schächte in 540 Meter und 660 Meter Teufe miteinander verbunden. Der Schacht Berkhöpen diente von nun an als Wetterschacht. 1925 wurde die Kaliquote an den Ascherslebener Konzern übertragen und der Abbau in Klein Oedesse eingestellt. Am 12./13. August 1936 kam es zu einem Wassereinbruch (Laugeneinbruch) in der stillgelegten Schachtanlage, die innerhalb sehr kurzer Zeit vollkommen absoff. Die Anlage wurde 1937 auf „Abbruch“ verkauft und der Bauschutt in die Schächte verfüllt. Der Schacht Oedesse ist bis etwa zur Hälfte mit Feststoffen verfüllt, der Rest bis kurz unter die Oberfläche steht voll Wasser (Salzlauge). Der Schachtmund ist mit einem Betondeckel verschlossen.[2][3]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben Kindergärten sind heute in Edemissen Grundschule (in drei Ortsteilen auch verlässliche Grundschule), Hauptschule und Realschule. In Peine sind weiterführende Schulen wie Gymnasium und Berufsbildende Schule eingerichtet.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt eine Busverbindung nach Edemissen und Peine. Die Autobahnanschlüsse Peine, Watenbüttel-Braunschweig und Hämelerwald-Lehrte sind für Berufspendler eine Anbindung an Braunschweig, Wolfsburg, Salzgitter und Hannover. Die Bahnhöfe Peine, Dedenhausen und Hämelerwald sind auch für Bahnreisende erreichbar.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Verein der Heimatgeschichte Edemissen e.V.: Die Gemeinde Edemissen, Sutton 2007. ISBN 978-3-86680-202-5
  • Jürgen Dieckhoff: Edemissen - Wohlfühlgemeinde, Gemeinde Edemissen 1999

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Oedesse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 217.
  2. Geschichte des Kalibergbaus geht zu Ende. „Peiner Allgemeine Zeitung“ vom 28. Dezember 2011
  3. Thomas Reuter: Die Schächte des Kalibergbaues in Deutschland. In: Stadtverwaltung Sondershausen (Hrsg.): SONDERSHÄUSER HEFTE zur Geschichte der Kali-Industrie. Nr. 13. Stadtverwaltung Sondershausen, Fachbereich Kultur, Sondershausen 2009, ISBN 978-3-9811062-3-7, S. 32, 82.