Oetwil am See

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Oetwil am See
Wappen von Oetwil am See
Staat: SchweizSchweiz Schweiz
Kanton: Kanton ZürichKanton Zürich Zürich (ZH)
Bezirk: Meilen
BFS-Nr.: 0157i1f3f4
Postleitzahl: 8618
UN/LOCODE: CH OLS
Koordinaten: 697065 / 236372Koordinaten: 47° 16′ 16″ N, 8° 43′ 17″ O; CH1903: 697065 / 236372
Höhe: 538 m ü. M.
Höhenbereich: 487–652 m ü. M.[1]
Fläche: 6,11 km²[2]
Einwohner: 4857 (31. Dezember 2020)[3]
Einwohnerdichte: 795 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
30,0 % (31. Dezember 2020)[4]
Gemeindepräsident: Jürg Hess
Website: www.oetwil.ch
Die Kirche von Oetwil a.S.

Die Kirche von Oetwil a.S.

Lage der Gemeinde
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Oetwil am See ist eine politische Gemeinde im Bezirk Meilen des Kantons Zürich in der Schweiz.

Sie liegt vollständig auf der vom Zürichsee abgewandten Seite des Pfannenstiels am Rand des Zürcher Oberlandes.

Ortsname Oetwil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname Oetwil kommt in der Schweiz dreimal vor: zweimal im Kanton Zürich und einmal im Kanton St. Gallen. Während es sich im Kanton Zürich um zwei selbstständige Gemeinden, Oetwil am See und Oetwil an der Limmat, handelt, ist Oetwil im Kanton St. Gallen ein grosser Weiler innerhalb der Gemeinde Kirchberg. Schon früh zeigte sich das Bedürfnis, die beiden Oetwil im Kanton Zürich voneinander unterscheiden zu können. Bereits 1504 tauchte im Glückshafenrodel des Freischiessens von Zürich beim Wohnort zweier Personen neben «Oettwil» der Zusatz «am Zürichse» auf. Unter anderem aus postalischen Gründen wurde etwa ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in amtlichen Verzeichnissen die vom Zürichsee abgeleitete Beifügung «am See» regelmässig verwendet.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der Gemeindefläche waren per 31. Dezember 2018 60,5 % landwirtschaftliche Nutzflächen, 10,5 % Wald und 22,3 % Siedlungsfläche. 5,3 % der Gemeindefläche dienen dem Verkehr.[5] Oetwil wird zur Unterscheidung von Oetwil an der Limmat Oetwil am See genannt – obwohl der Zürichsee rund 4 Kilometer vom Ort entfernt liegt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die fassbare Geschichte der Gemeinde Oetwil am See umfasst rund 2000 Jahre. Die Ortsgeschichte lässt sich in fünf Epochen gliedern: Die Frühgeschichte (bis ca. 500), das Mittelalter (ca. 500–1500), die Frühe Neuzeit (ca. 1500–1800) und die Moderne mit zwei sehr unterschiedlichen Phasen: Die Zeit von 1800–1960 brachte auf allen Gebieten grosse Veränderungen, die Anzahl der Einwohner verharrte hingegen auf einem relativ tiefen Niveau. Um das Jahr 1960 setzte eine stürmische Entwicklung ein, die das ehemalige Bauerndorf erheblich veränderte.

Die Gegend rund um Oetwil am See bot schon während der Bronze- und der Eisenzeit eine gute Lebensgrundlage. Die archäologisch dokumentierte Geschichte beginnt mit einem römischen Gutshof aus dem 2. bis 4. Jahrhundert in der Bäpur. Nach den Römern drängten im Frühmittelalter die Franken und die Alemannen in die heutige Schweiz. Mit ihnen kamen um das Jahr 860 die Brüder Meginhere und Liuto in das Gebiet zwischen Esslingen und Oetwil am See. Sie sind die ersten namentlich bekannten Siedler auf dem Boden der heutigen Gemeinde Oetwil. Laut einer Urkunde des Klosters St. Gallen aus dem Jahr 854, 860 oder 865 bewirtschafteten sie hier mindestens sieben Hektaren Land. In dieser Urkunde wurde der Ort «Otiniwilare» erstmals namentlich genannt. Im 10. Jahrhundert waren die Siedlung Oetwil und auch der heute zur Gemeinde Oetwil am See gehörende Ort Willikon im Besitz des Klosters Einsiedeln.

1481 wurde erstmals das «Kilchli ze Öttwil» schriftlich erwähnt. Im Umfeld der Kirche entstand schon vor 1641 eine Schule. In den Jahren 1725/26 wurde am Standort der Kapelle die heutige Kirche und 1732 daneben das Pfarrhaus gebaut. Nach und nach entstand in Oetwil ein kleines Dorf.

Ursprünglich waren fast alle Menschen auf dem Gebiet von Oetwil am See als Selbstversorger landwirtschaftlich tätig. Vor allem zu Beginn des 19. Jahrhunderts erreichte die Verarbeitung von importierter Baumwolle in der Gemeinde eine grosse Bedeutung. Im Verlaufe des 20. Jahrhunderts kamen in Oetwil neue wirtschaftliche Tätigkeiten auf.

Der Strassenbau des 19. Jahrhunderts erleichterte im 20. Jahrhundert den Bau von Strassenbahnen. Die Wetzikon-Meilen-Bahn (1903–1950) und die Uster-Oetwil-Bahn (1909–1949) führten durch das Gemeindegebiet und trafen im Gemeindeteil Langholz zusammen. Nach der Stilllegung wurden sie durch die Busse der Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland AG abgelöst.

Oetwil wurde im 9. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt.[6]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung

In Blau ein auf dem rechten Bein stehender silberner, rotbewehrter Storch.

Das Wappen findet seit 1836 Verwendung. Das heutige Wappen wurde am 19. November 1932 vereinfacht und unterscheidet sich von der ursprünglichen Variante durch das fehlende Wasser und Schilf.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ausländeranteil an der Wohnbevölkerung betrug 28,85 % per 31. Dezember 2018.[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die SVP erzielte 2015 bei den Nationalratswahlen in Oetwil am See 45,5 %, die SP 15,1 %, die FDP 11,8 %, die GLP 5,7 %, die Grüne 4,0 %, die CVP 4,3 %, und die EVP 1,3 % der Wählerstimmen.[5]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historisches Luftbild von Walter Mittelholzer vom 23. Juli 1931
Bushaltestelle Oetwil am See Zentrum

Es existieren folgende Buslinien, die durch die Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland (VZO) bedient werden:[7][8]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Edwin Bär (1913–2008), Volksmusikant und Komponist
  • Helen Dahm (1878–1968), Künstlerin
  • Werner Kaegi (1901–1979), Historiker
  • Heinrich Kunz (1793 – 1859), «Spinnerkönig», Bürger von Oetwil am See
  • Eduard Bodmer (1837–1914), Bürger von Oetwil am See, zeitweiliger Eigentümer der Kyburg

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich, Band II: Die Bezirke Bülach, Dielsdorf, Hinwil, Horgen und Meilen. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 15). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1943. DNB 365803049.
  • Werner Bosshard: Oetwil am See: Zwischen Oberland und Zürichsee. Verein Ortsgeschichte Oetwil am See, Oetwil am See 2020, ISBN 978-3-033-07797-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Oetwil am See – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BFS Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Höhen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  2. Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Flächen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  3. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. November 2021
  4. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Ausländeranteil aufgrund Stand 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. November 2021
  5. a b c Gemeinde Oetwil am See, Zahlen / Fakten (zuletzt abgerufen am 10. August 2019).
  6. StiASG, Urk. IV 343. Online auf e-chartae, abgerufen am 25. Juni 2020.
  7. Haltestellen- und Linienfahrpläne. Abgerufen am 26. April 2021.
  8. ZVV-Nachtnetz: Fahrplan und Linienplan. Abgerufen am 26. April 2021.