Off-the-grid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Ausdruck Off-the-grid (OTG) oder Off-Grid bezeichnet im Allgemeinen eine selbstgenügsame Lebensweise, die geringe Abhängigkeit von öffentlichen Einrichtungen aufweist. Im Deutschen lässt sich der Begriff am besten übersetzen mit „netzunabhängig“.

Autonomie[Bearbeiten]

Off-the-grid Häuser sind autonom, d.h. sie sind weder an örtliche Wasser-, Strom- oder Gasleitungen angeschlossen und ebenfalls nicht ans städtische Abwassersystem, sondern erfüllen diese Erfordernisse alle selbstständig. Dieses Konzept erlangte kürzlich gesteigerte Bekanntheit durch die Aussagen einiger Personen des öffentlichen Lebens, wie z.B. Ed Begley junior, der in der amerikanischen Realityshow Living With Ed auftritt. Auch die Schauspielerin Daryl Hannah verbreitete den Off-Grid-Gedanken, indem sie ihr Anwesen in Colorado nach diesem Konzept einrichten ließ.

Elektrizität[Bearbeiten]

Der Strom kann direkt vor Ort mithilfe erneuerbarer Energien erzeugt werden, durch Solar, Wind- oder Wasserkraft. Alternativ gibt es Gemeinden, die völlig darauf verzichten, wie z.B. die Amischen oder die Mennoniten.

Wasser[Bearbeiten]

Zu den genutzten Wasserquellen vor Ort gehören Brunnen, Seen und Flüsse. Je nach verwendeter Quelle und Wasserqualität kommen dann zusätzlich Pump- und Filtrationssysteme zum Einsatz. Außerdem kann Regenwasser aufgefangen und benutzt werden.

Beliebtheit[Bearbeiten]

Am 13. April 2006 berichtete die Zeitschrift USA Today, dass ungefähr 180.000 Familien in den Staaten netzunabhängig leben würden und gab als Quelle Richard Perez an, den Herausgeber des Home Power Magazine. Eine Wachstumsrate von 33 % pro Jahr vorausgesetzt hieße das, dass 2007 eine Viertelmillion Haushalte in den USA netzunabhängig geführt worden seien. Da die meisten Menschen in der Dritten Welt niemals die Chance hatten, eine Netzspeisung zu erlangen, geht man heutzutage von geschätzten 1,7 Milliarden netzunabhängigen Menschen weltweit aus.

Umwelteinflüsse[Bearbeiten]

In den USA ermuntert z. B. besonders der Staat Kalifornien die Erzeugung von Sonnen- und Windkraft, die direkt an das Stromnetz angeschlossen wird, um so die Verwendung von giftigen Batterien zur Nachtlagerung zu vermeiden. Netzunabhängigkeit kann sowohl rein idealistische Gründe haben, oder um Umweltschädigungen zu verringern, denn das vor Ort verfügbare, erneuerbare Energien begrenzt sind, führt zu einem weniger Strom verbrauchenden Lebensstil. Nick Rosen gibt in seinem Buch „How to live off-grid“ sieben Hauptgründe für eine autonome Energieversorgung an. Die beiden ersten sind Geldersparnis und die Verringerung der CO2-Emissionen. Andere Argumente tendieren in die Richtung von Überlebensstrategien im Falle eines Zusammenbruchs der Ölwirtschaft.

Ökonomische Aspekte[Bearbeiten]

Wenn Netzparität erreicht werden kann, ist es unter Umständen günstiger, seinen eigenen Strom zu erzeugen, als ihn aus dem Netz zu beziehen. Das hängt vor allem von den Installationskosten und der Verfügbarkeit erneuerbarer Energien ab, außerdem natürlich vom Preis für den Netzanschluss.

Afrika[Bearbeiten]

Seit 2010 wurden in Afrika kleine, kostengünstige Solarsysteme verfügbar und in Dörfern in Kenia und andernorts auf den Hüttendächern installiert. Die Verwendung günstiger Solarpanels und LED-Lampen machte diese Systeme finanziell verfügbar.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Bilder[Bearbeiten]