Offene Bühne

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Eine offene Bühne ist eine Show, in der mehrere Künstler oder Gäste spontan auftreten können. Der im deutschsprachigen Raum oft synonym verwendete Begriff Open Stage ist ein Scheinanglizismus und bezeichnet im Englischen eine nach mehreren Seiten geöffnete „Arenabühne“.[1] Der passende englische Begriff ist open mic / open mike.

Je nach Veranstalter sind verschiedene Darbietungsformen zugelassen, z.B.: Musik, Comedy, Stand-Up, Lesung, Prosa, Lyrik, Tanz, Zauberei, Jonglage und Artistik sowie an bestimmten Orten auch Kurzfilme.

Bekannte Veranstaltungsorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1971 veranstaltete Udo Werner in Köln die Talentprobe. Seit 1984 existiert in Berlin das „Scheinbar kleinste Varieté Deutschlands“. Von 2003 bis 2010 fand die Cosmic Open Stage in der C-base statt. 2002 wurde der Comedy Club Kookaburra von Sanjay Shihora gegründet.

Regional bekannt ist seit 2009 die „Offene Bühne Bergisch Land“, (seit 2012 auch „Offene Bühne Rheinland“ in Bonn). Die „Offene Bühne Köln“, zuvor die längste noch bestehende offene Bühne, wurde 2012 eingestellt. In Bayern existieren seit einigen Jahren viele offene Bühnen, genannt seien hier die drei Münchener Bühnen und die Spielorte in Augsburg, Schloss Blumenthal bei Aichach, Ulm oder Kaisheim.

Im Burgenland (Österreich) gibt es seit 2014 eine Sonderform der offenen Bühne. Die vom Liedermacher Harald Pomper inszenierte und durchgeführte „Offene Bühne Burgenland“ tourt im Laufe eines Jahres durch das gesamte Bundesland Burgenland und macht dabei an verschiedensten Veranstaltungsorten halt. Sie ist somit eine „wandernde“ offene Bühne.

Sprungbrett[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ähnlich wie bei den Poetry Slams touren viele Kleinkünstler von Bühne zu Bühne und es herrscht ein reger Austausch an Ideen und Programmpunkten. Einige Bühnen kooperieren hinsichtlich der Künstlerakquise oder auch im Rahmen gemeinsamer Veranstaltungen direkt miteinander, wie z. B. in Augsburg, wo die Open Stage (Kleinkunstkeller Hempels) mit der offenen Bühne Blumenthal bereits mehrere Events gemeinsam in Bus- und Tramlinien (Open Stage Tram) veranstaltet hat. Im Roxy in Ulm findet regelmäßig eine Open Stage mit mehreren hundert Besuchern statt, die Künstler müssen hier teilweise sehr lange auf einen Auftritt warten, da es lange Anmeldelisten gibt. Bekannte Comedians wie Ausbilder Schmidt, Johann König oder auch Heinz Gröning testeten in der Scheinbar in Berlin schon ihre – später im Fernsehen gezeigten – Nummern.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Offene Bühnen gibt es im Varieté, im Speziellen bei der Jonglage, im Theater, in der Musik und für Lesungen. Bei Jazz-Musik ist die offene Bühne sehr gängig und als „Jamsession“ bekannt. Im Bereich der Jonglage werden oft neue Tricks vor Publikum erprobt. Wegen dieses „Erprobungs“-Charakters kann das Niveau der Darbietungen sehr unterschiedlich sein.

Teilnehmer einer offenen Bühne bekommen in der Regel keine Gage, da hier der „Erprobungs“-Charakter im Vordergrund steht und dem Künstler im Gegenzug eine richtige Bühne mit Tonanlage und Lichtstimmungen zur Verfügung gestellt wird. Bisweilen wird die Anreise bezahlt, Videomaterial übergeben, Essen und Getränke oder Freikarten gestellt. Wenn keine spontanen oder ungeprüften Auftritte gestattet sind, spricht man von einer Mix-Show. Die Übergänge sind fließend.

Auf großen Jonglierconventions wie der Europäischen Jonglierconvention die jedes Jahr stattfindet, gibt es noch eine Unterscheidung:

  • Open Stage ist für jeden offen, jedoch ist die Dauer der Veranstaltung festgelegt, und die vorherige Anmeldung sorgt für eine gewisse Qualität der Darbietungen.
  • Renegade ist für jeden auch ohne Anmeldung offen und findet oft erst um 1 Uhr nachts statt. Die Qualität der Darbietungen ist oftmals schwankend.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Encyclopædia Britannica: open stage, abgerufen am 28. November 2013