Offene Rennbahn Oerlikon

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Offene Radrennbahn Oerlikon
Tribüne der Radrennbahn (2017)

Die offene Rennbahn Oerlikon ist eine Radrennbahn im Zürcher Ortsteil Oerlikon. Sie wurde im August 1912 fertiggestellt und ist damit die älteste in Betrieb stehende Sportanlage der Schweiz. Die weltweit erste Spannbetonkonstruktion war für damalige Verhältnisse ein architektonisches Meisterwerk. Die Bahn hat eine Länge von 333 Metern und eine Kurvenneigung von 44,5 Grad. Die Tribünen bieten Platz für ca. 3000 Zuschauer. Auf der Radrennbahn werden Wettkämpfe in den verschiedenen Disziplinen des Bahnradsports ausgetragen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Radrennbahn auf der Hardau in Zürich
Oerlikon auf einer Luftbildfotografie von Walter Mittelholzer, am linken Bildrand die offene Rennbahn Oerlikon (vor 1920)

Die erste Radrennbahn von Zürich befand sich von 1892 bis 1912 auf der Hardau, sie war 400 Meter lang. Für die in Mode gekommenen Steherrennen erwies sich die Bahn jedoch als ungeeignet.

1912 wurde diese Bahn von der neuen Bahn in Oerlikon abgelöst. 1923 wurden dort erstmals Bahn-Radweltmeisterschaften durchgeführt. In den Jahren 1929, 1936, 1946, 1953, 1961 und 1983 war die Bahn ebenfalls Austragungsort für Weltmeisterschaften. Damit fanden insgesamt nur auf der 1967 abgerissenen Radrennbahn Stade vélodrome du Parc des Princes in Paris mehr Weltmeisterschaften statt als in Zürich-Oerlikon. Zwischen 1988 und 1990 wurde dreimal das CSI Zürich in der offenen Rennbahn ausgetragen.

Die Anlage wurde seit ihrem Bestehen mehrmals saniert, u. a. auch von der bekannten Rennfahrer- und Architektenfamilie Schürmann, die bis heute führend im Bau von Radrennbahnen ist. Das Volk hat sich bei Abstimmungen in der Vergangenheit mehrmals für ein Fortbestehen der Bahn ausgesprochen. Trotzdem ist die Zukunft ungewiss, da verschiedene Interessenten das Gelände für ein neues Eishockey-Stadion nutzen möchten (als Ersatz für das benachbarte Hallenstadion).

Erfolgreiche Radrennfahrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viele Rennfahrer begannen auf der offenen Rennbahn Oerlikon ihre Karriere. Insgesamt hat die Rennbahn elf, zum Teil mehrfache Weltmeister, hervorgebracht.

Bereits in den 1920er-Jahren reüssierten Ernst Kaufmann und Paul Suter (Steher) als Weltmeister. In den 1940- und 1950er-Jahren waren Oscar Plattner, Hugo Koblet, Ferdy Kübler und Walter Bucher (Steher) erfolgreiche Lokalmatadoren und WM-Medaillengewinner. Sie lösten damit eine Radsport-Euphorie in der Schweiz aus. Für sportliche Glanzleistungen sorgten Robert Dill-Bundi, Urs Freuler und Max Hürzeler (Steher) und Kurt Betschart sowie Bruno Risi und Franco Marvulli mit dem mehrfachen Gewinn des WM-Titels in ihrer jeweiligen Bahnradsport-Disziplin.

Im August 2012 feierte die offene Rennbahn ihr hundertjähriges Bestehen.

Rennbetrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Betrieb wird von der Interessengemeinschaft Offene Rennbahn (IGOR) und ihrem Präsidenten Alois Iten geleitet. Jeweils von Mai bis September werden bei guter Witterung jede Woche die Dienstagabendrennen veranstaltet. Daneben ist die Radrennbahn Ort für verschiedene Veranstaltungen wie das Spektakel «Indianapolis in Oerlikon», das 2016 zum 14. Male ausgetragen wurde und bei dem historische Rennwagen und Motorräder ausgestellt und vorgeführt werden.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Schnyder (Hrsg.): Rennbahn Oerlikon. 100 Jahre Faszination Radsport. AS Verlag, Zürich 2012, ISBN 978-3-909111-95-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Offene Rennbahn Oerlikon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Martina Mäder: Oldtimer-News: Indianapolis in Oerlikon - am 26. Juli 2016 bebt die Rennbahn wieder. In: Zwischengas. 26. Juli 2016, abgerufen am 17. Mai 2017.

Koordinaten: 47° 24′ 34,6″ N, 8° 33′ 4,6″ O; CH1903: 683975 / 251571