Offshore-Windpark Borssele

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
f2f2
Borssele
Lage
Borssele (Nordsee)
Borssele
Koordinaten 51° 32′ 13″ N, 3° 3′ 49″ OKoordinaten: 51° 32′ 13″ N, 3° 3′ 49″ O
Land Niederlande
Gewässer Nordsee
Daten
Typ Offshore-Windpark
Primärenergie Windenergie
Leistung 752 MW (Borssele I und II)
730 MW (Borssele III und IV)
Betriebsaufnahme (2020 sowie 2021) geplantVorlage:Zukunft/In 2 Jahren
Turbine Siemens SWT-8.0-154 (Borssele I und II) sowie MHI Vestas V164-9.5MW (Borssele III und IV)
Stand April 2018

Borssele ist ein in Bauvorbereitung bzw. in Planung befindlicher Offshore-Windpark in der niederländischen Ausschließlichen Wirtschaftszone in der Nordsee. Er besteht aus vier Teilflächen mit jeweils etwa 350 Megawatt sowie einer fünften kleinen Fläche (20 MW) für experimentelle Zwecke.[1] Mit insgesamt etwa 1.400 Megawatt wird er der bis dato größte Windpark der Niederlande sein.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet von Borsselle I und II befindet sich etwa 22 Kilometer vor der Küste der niederländischen Provinz Zeeland bei einer Wassertiefe zwischen 14 und 38 Metern. Borssele I und II bedeckt eine Fläche von etwa 128 km².[2] Die Teilflächen Borsselle III und IV liegen etwa 25 Kilometer vor der Küste.[3]

Teilflächen I und II[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ørsted (vormals DONG Energy) hat die Ausschreibung für den Betrieb der Teilflächen I und II gewonnen. Das Unternehmen bekommt für die ersten 15 Betriebsjahre 72,70 Euro pro Megawattstunde. Anschließend wird der produzierte Strom nach den Marktpreisen vergütet.[4] Mit diesen Werten galt er zu der Zeit als der Offshore-Windpark mit den bisher günstigsten Stromgestehungskosten der Welt.[5] Im Juli 2017 gab DONG bekannt, Siemens als Partner für die Lieferung und die Wartung ausgewählt zu haben. Es wurden 94 Turbinen vom Typ Siemens SWT-8.0-154 mit einer Leistung von 8 Megawatt bestellt. Dies ergibt eine Leistung von insgesamt 752 Megawatt. Diese Leistung versorgt rechnerisch knapp eine Million Haushalte.[2]

Teilflächen III und IV[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die beiden Teilflächen III und IV sollen insgesamt über eine installierte Leistung von 730 MW verfügen, die mit 77 Windkraftanlagen vom Typ MHI Vestas V164-9.5MW erzeugt werden soll.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 8. Juli 2016 wurden die Details für die Ausschreibung der Teilflächen III und IV vom niederländischen Wirtschaftsministerium bekannt gegeben, die ähnlich den Regulatorien der Borssele I und II war. Die Ausschreibung der beiden Projekte lief vom 15. bis zum 29. September 2016.[6]

Der Baubeginn für den Windpark ist für das zweite Halbjahr 2018 geplant. Die Inbetriebnahme des Windparks soll 2021 erfolgen.Vorlage:Zukunft/In 3 Jahren

Vergütung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 12. Dezember 2016 erhielt ein von Shell, Eneco, Van Oord und Diamond Generating Europe (einer Tochtergesellschaft von Mitsubishi) gegründetes Konsortium namens Blauwwind II C.V.[1] den Zuschlag für den Betrieb der beider Teilflächen. Das Konsortium wird in den ersten 15 Betriebsjahren eine Einspeisevergütung von 54,50 Euro pro Megawattstunde erhalten; anschließend wird der produzierte Strom nach den Marktpreisen vergütet werden. Damit beträgt der tatsächlich realisierte Zuschlagspreis weniger als die Hälfte des zuvor festgelegten Höchstpreises (119,75 Euro pro Megawattstunde).[7]

Teilfläche V[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Teilfläche V ist für etwa 20 MW verfügbarer Leistung geeignet. Sie soll für die Demonstration innovativer Technologien genutzt werden. Schwerpunkt dabei sind die Kostenreduktion der Offshore-Windpark und die Förderung der niederländischen Wirtschaft. Bis Ende 2017 wurde die Ausschreibung für die Teilfläche durchgeführt.[1] Im April 2018 wurde das Ergebnis der Ausschreibung bekannt. In der Teilfläche sollen zwei Windenergieanlagen vom Typ V164 mit jeweils 9,5 Megawatt Leistung installiert werden. Dabei sollen Innovationen wie ein Erosionsschutz, ein Beschichtungssystem oder eine neue Verbindung zwischen Turm und Fundament erprobt werden. Errichtet werden die beiden Turbinen von einem Konsortium um Van Oord Renewable Finance, Investri Offshore und Green Giraffe Holding. Dabei erhält das Konsortium eine Forschungsförderung in Höhe von 15 Millionen Euro sowie eine Förderung für die Stromabnahme in Höhe von 35 Millionen Euro. Bis 2021 soll die Inbetriebnahme des Projektes erfolgen.Vorlage:Zukunft/In 3 Jahren Die beiden Windenergieanlagen können rechnerisch 25.000 niederländische Haushalte mit Strom versorgen.[8]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Public Consultation for Borssele V Tender Opens. In: offshoreWIND.biz. 4. Januar 2017, abgerufen am 5. Februar 2017 (englisch).
  2. a b DONG Orders Siemens Gamesa Turbines for Dutch Offshore Wind Farm. In: offshorewind.biz. 6. Juli 2017, abgerufen am 6. Juli 2017 (englisch).
  3. a b Partners Group Asks DNV GL for Borssele Investment Advice. In: offshorewind.biz. 7. Februar 2018, abgerufen am 7. Februar 2018 (englisch).
  4. DONG Energy Winner of Dutch Borssele I & II Tender. In: offshoreWIND.biz. 5. Juli 2016, abgerufen am 18. August 2016 (englisch).
  5. Preissturz in den Niederlanden. Nordsee-Windpark liefert Strom für 7,27 Cent. In: Wirtschaftswoche. wiwo.de, 18. Juli 2016, abgerufen am 1. September 2016.
  6. Borssele III & IV Tender Specifics Revealed. In: offshoreWIND.biz. 12. Juni 2016, abgerufen am 18. August 2016 (englisch).
  7. Oil & Gas Giant to Build Dutch Borssele III & IV Offshore Wind Farms. In: offshoreWIND.biz. 12. Dezember 2016, abgerufen am 13. Dezember 2016 (englisch).
  8. MHI Vestas Turbines for Dutch Offshore Wind Innovation Site. In: offshorewind.biz. 6. April 2018, abgerufen am 18. April 2018 (englisch).