Offshore-Windpark DanTysk

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Offshore-Windpark „DanTysk“
Lage
Offshore-Windpark „DanTysk“ (Nordsee)
Offshore-Windpark „DanTysk“
Koordinaten 55° 9′ 0″ N, 7° 10′ 30″ OKoordinaten: 55° 9′ 0″ N, 7° 10′ 30″ O
Land Deutschland
Gewässer Nordsee
Daten
Typ Offshore-Windpark
Primärenergie Windenergie
Leistung 288 MW
Eigentümer Vattenfall / Stadtwerke München
Projektbeginn 1999
Betriebsaufnahme Dezember 2014
Gründung Monopiles
Turbine 80 × Siemens SWT-3.6-120
Website Projekthomepage DanTysk
Stand 2016

DanTysk ist ein Offshore-Windpark in der Nordsee. Er liegt in der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone rund 70 km westlich der Insel Sylt und umfasst eine Fläche von 71 km² bei Wassertiefen von 21 bis 31 Metern. Die Windenergieanlage DT 22 ist der nördlichste Landpunkt Deutschlands.[1]

Der Windpark speist seit Dezember 2014 Strom ins deutsche Stromnetz ein[2]; er wurde am 30. April 2015 offiziell von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel eröffnet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 7. März 2000 stellte die Gesellschaft für Energie und Oekologie mbH (GEO mbH) mit Sitz in Enge-Sande den Antrag zum Bau und Betrieb von 300 Windenergieanlagen (WEA) mit je 5 MW Leistung. Daraufhin wurden am 23. August 2005 vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) 80 WEA als „Pilotphase“ genehmigt.[3]

Im April 2007 kaufte die Vattenfall Europe New Energy GmbH die Rechte am Projekt „DanTysk“. Mit Gründung der Vattenfall Europe Windkraft GmbH wurde 2009 die Ausführung des Windparks in eine speziell für Windenergie gegründete Gesellschaft der Vattenfall-Europe-Gruppe überführt. Ursprünglich geplant war die Errichtung von insgesamt 300 WEA mit bis zu 1500 MW Leistung. Durch die Baugenehmigung wurde die ursprünglich vorgesehene Fläche aufgeteilt, direkt westlich des genehmigten Feldes „DanTysk“ wird derzeit das Windpark-Projekt „Nordpassage“ mit ebenfalls 80 WEA von Vattenfall Europe Windkraft weiterentwickelt.

Seit Oktober 2010 sind die Stadtwerke München mit 49 % an DanTysk beteiligt.

Bauverlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im September 2009 wurden die geophysikalischen Untersuchungen und die Baugrund-Erkundungen abgeschlossen, Mitte 2011 waren auch die meisten Vertragsausschreibungen vergeben. Ursprünglich waren Anlagen mit 5 MW Leistung vorgesehen, letztendlich kamen jedoch Turbinen des Typs Siemens SWT-3.6-120 mit 3,6 MW Leistung und einem Rotordurchmesser von 120 m, Nabenhöhe von 88 m und Gesamthöhe von 148 m zum Einsatz.[4][5] Als Basishafen für den Bau des Windparks diente das nahe gelegene dänische Esbjerg, wo die von Siemens gelieferten Maschinenhäuser zunächst gelagert wurden.[6]

Am 1. Dezember 2012 wurde um das erweiterte Baufeld (500 m um die äußeren Windenergieanlagen) eine Sicherheitszone eingerichtet[7], im Februar 2013 wurde mit den Bauarbeiten begonnen.[8] Das Errichterschiff Seafox 5 pendelte zwischen Vlissingen (Niederlande), wo Monopiles und sog. Transition Pieces aufgeladen wurden, und dem Baufeld, wo diese als Fundament gerammt und aufgestellt wurden. Haupt-Auftragunternehmer ist das dänisch-deutsche Aersleff Bilfinger Berger Joint Venture (ABJV). Daneben laufen die Arbeiten zur Innerpark-Verkabelung, ab November 2013 werden die Windturbinen auf die Fundamente montiert.[9]

Ende Juli 2013 traf die Umspannplattform „DanTysk“ aus Rotterdam auf dem Baufeld ein und wurde anschließend am geplanten Standort am östlichen Rand des Windparks errichtet. Der Strom der einzelnen WEA wird hier gesammelt, von 33 kV auf 155 kV transformiert und von hier über ein rund 10 km langes Anschlusskabel an die Konverterplattform „SylWin alpha“ übergeben.[10]

Mitte Dezember 2013 waren alle 80 Fundamente errichtet.[11] Die Errichtung der Windenergieanlagen begann Mitte April 2014; im Juli 2014 waren bereits 40 der 80 vorgesehenen Anlagen errichtet.[12] Ende August wurde die letzte Turbine installiert. Der Testbetrieb begann Anfang Dezember, im April 2015 ging der Windpark offiziell in Betrieb.[13]

Der Windpark wurde – bisher einzigartig bei einem deutschen Offshore-Windpark – mit einer Wohnplattform für das Servicepersonal ausgestattet. Die Plattform bietet Platz für bis zu 50 Personen und wird während des Betriebs im 14-tägigen Wechsel von Technikern besetzt. Der Bau wurde bei der Rendsburger Werft Nobiskrug in Auftrag gegeben, er begann im Sommer 2013 bei der Schwesterwerft Abu Dhabi MAR in Kiel und wurde später bei der Emder Werft und Dock GmbH (EWD) fertiggestellt.[14] Im Juni 2016 wurde die etwa 100 Mio. Euro teure Plattform vom Kranschiff Stanislav Yudin im Bereich des Windparks aufgestellt.[15][16] Das Fundament dazu, eine rund 40 Meter hohe Jacket-Konstruktion aus Stahl wurde bei den Nordseewerken in Emden gebaut.[17] Die Wohnplattform wird voraussichtlich die Techniker des benachbarten OWP Sandbank beherbergen.

Lage von DanTysk innerhalb der Windparks in der Deutschen Bucht

Anschluss an das Verbundnetz an Land[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Windpark wird über die Konverterplattform „SylWin alpha“, die direkt am südlichen Rand von DanTysk steht, und die hier beginnende und über Büsum bis zur Konverterstation in Büttel reichende HGÜSylWin 1“ an das Stromnetz an Land angebunden. Für Bau und Betrieb dieser Leitung ist die TenneT TSO GmbH verantwortlich. Die Genehmigung dazu erfolgte für die deutsche AWZ vom BSH am 23. Mai 2013.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Direkt westlich des Baufeldes befindet sich die Forschungsplattform FINO 3.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Peter Kleinort: Deutschlands neuer Norden heißt „DanTysk“. In: Täglicher Hafenbericht vom 17. Dezember 2013, S. 15
  2. Offshore-Windpark DanTysk speist ersten Strom ein
  3. http://www.bsh.de/de/Meeresnutzung/Wirtschaft/Windparks/Genehmigungsbescheide/Nordsee/DanTysk/Genehmigungsbescheid_DanTysk.pdf
  4. Siemens liefert 80 Windenergieanlagen für Offshore-Windkraftwerk DanTysk vor Sylt (PDF-Datei; 25 kB) Pressemitteilung von Siemens, abgerufen am 8. November 2011
  5. [1]
  6. Deutsche Windtechnik überwacht „DanTysk“. In: Schiff & Hafen, Heft 8/2013, S. 51, Seehafen-Verlag, Hamburg 2013, ISSN 0938-1643
  7. NfS 45/12, S. 4.3, BSH, Hamburg/Rostock 2012
  8. Alexander Klay: 1,4 Milliarden für Windpark. In: www.weser-kurier.de. 9. Februar 2013
  9. Michael Meyer: Kranhub für 3200 Tonnen. In: Täglicher Hafenbericht vom 7. August 2013, S. 4
  10. Frank Binder: Offshore-Umspannplattform vor Sylt. In: Täglicher Hafenbericht vom 26. Juli 2013, S. 1
  11. Offshore-Fundament im Windpark Dantysk ist neuer nördlichster „Landpunkt“ Deutschlands. In: IWR.de. 16. Dezember 2013, abgerufen am 17. Dezember 2013
  12. Dantysk: 40 von 80 Offshore-Turbinen sind installiert In: IWR.de. 2. Juli 2014, abgerufen am 4. Juli 2014
  13. Offshore-Windpark Dan Tysk vor Sylt liefert erstmals Strom. In: Lübecker Nachrichten, 3. Dezember 2014, abgerufen am 4. Dezember 2014
  14. Anne-Katrin Wehrmann: Prestige-Projekt mit großer Verspätung. In: Hansa, Heft 7/2016, S. 76/77
  15. Wohnplattform für Windpark DanTysk. In: Hansa, Heft 11/2012, S. 58, Schiffahrts-Verlag Hansa, Hamburg 2012, ISSN 0017-7504
  16. Neubauauftrag für Offshore-Wohnplattform. In: Schiff & Hafen, Heft 12/2012, S. 9, Seehafen-Verlag, Hamburg 2012, ISSN 0938-1643
  17. Peter Kleinort: Wohnplattform erhält Kontur. In: Täglicher Hafenbericht vom 18. März 2014, S. 4, ISSN 2190-8753