Offshore-Windpark Greater Gabbard

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Offshore-Windpark Greater Gabbard
Lage
Offshore-Windpark Greater Gabbard (Vereinigtes Königreich)
Offshore-Windpark Greater Gabbard
Koordinaten 51° 52′ 48″ N, 1° 56′ 24″ OKoordinaten: 51° 52′ 48″ N, 1° 56′ 24″ O
Land Vereinigtes Königreich
Gewässer Nordsee
Daten
Typ Offshore-Windpark
Primärenergie Windenergie
Leistung 504 MW
353 MW (Erweiterung)
Eigentümer Scottish and Southern Energy, RWE
Betriebsaufnahme 2012
2018 geplant (Erweiterung)
Turbine 140 × Siemens SWT-3.6-107
56 × Siemens SWT-6.3-154 (Erweiterung)
Website sse.com/GreaterGabbard/
Stand November 2017

Greater Gabbard ist ein britischer Offshore-Windpark in der Nordsee. Er war bei Fertigstellung im September 2012 mit 140 Windkraftanlagen und einer Gesamtnennleistung von 504 MW der größte Offshore-Windpark der Welt. Betrieben wird der in der Nordsee gelegene Windpark von den Unternehmen Scottish and Southern Energy und RWE. Die Kosten des Projektes (ohne Netzanschluss) wurden mit 650 Mio. £ veranschlagt.[1]

Eine Erweiterung des Windparks unter der Projektbezeichnung Galloper befindet sich derzeit im Bau bzw. im Teilbetrieb.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Greater Gabbard liegt etwa 23 Kilometer vor der Küste der Grafschaft Suffolk, die Wassertiefe beträgt zwischen 24 und 34 m. Der Windpark besteht aus zwei Teilflächen mit einer Gesamtfläche von 147 km², die durch die Sandbänke Inner Gabbard und The Galloper voneinander getrennt sind.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Greater Gabbard gehört zur Round-2-Ausschreibung und wurde ursprünglich von den Unternehmen Airtricity und Fluor entwickelt, die das Joint Venture „Greater Gabbard Offshore Winds“ gründeten. Nach dem Kauf von Airtricity durch Scottish and Southern Energy übernahm dieser schließlich auch die von Fluor gehaltenen Anteile an dem Projekt, womit SSE der alleinige Eigentümer war. Im November 2008 stieg schließlich RWE mit einem Anteil von 50 % ein.

Genehmigt wurde Greater Gabbard im Oktober 2007. 2008 begannen die bauvorbereitenden Maßnahmen an Land, die Offshore-Arbeiten wurden 2009 aufgenommen. Im Januar 2011 speisten die beiden ersten Windkraftanlagen Strom in das öffentliche Netz ein. Im November 2011 waren alle Monopiles sowie die Übergangsstücke platziert, von den 122 bis dato aufgestellten Windkraftanlagen hatten 83 bereits Strom in das Netz eingespeist.[2] Die letzte Windturbine wurde am 7. September 2012 errichtet. Da zunächst noch Zweifel an der Sicherheit einiger Fundamente bestanden, wurde der Windpark erst im Mai 2013 vom Betreiber abgenommen.[3]

Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die durchschnittliche Windgeschwindigkeit in 80 m Höhe beträgt 9 m/s, der prognostizierte Energieertrag liegt bei 1750 GWh im Jahr.[4] Damit können laut RWE 530.000 britische Durchschnittshaushalte versorgt werden.[5] Der Kapazitätsfaktor liegt demnach bei rund 40 %.

Die Wartung der Turbinen wird von Siemens durchgeführt. Im Oktober 2017 wurde der Wartungsvertrag erneut um fünf Jahre verlängert.[6]

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maschinenhäuser im Hafen von Harwich

Aufgestellt wurden 140 Windkraftanlagen des Typs Siemens SWT-3.6-107 mit 3,6 MW Nennleistung, einem Rotordurchmesser von 107 m sowie einer Rotorfläche von rund 9.000 m², die Nabenhöhe liegt bei 78 m. Der Abstand der Anlagen zueinander beträgt mindestens 650 m. Als Fundament kamen bis zu 70 Meter lange Monopiles zum Einsatz, die über 20 m tief in den Meeresboden gerammt wurden. Ebenfalls zum Windpark gehören zwei Umspannplattformen. Diese sind über insgesamt 172 km 34-kV-Seekabel mit den Windkraftanlagen verbunden und transformieren den Strom von der Mittelspannungsebene auf 132 kV. Anschließend wird der Strom über drei Exportkabel von je 45 km Länge zur Umspannstation in Leiston geleitet, wo er in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird.[7]

Erweiterung als Offshore-Windpark Galloper[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Erweiterung des Windparks unter den Namen Galloper findet sich aktuell (Stand: November 2017) im Bau bzw. im Teilbetrieb.[8] Die vollständige Inbetriebnahme soll spätestens im März 2018 erfolgen. Insgesamt sollen 56 Windkraftanlagen des Typs Siemens SWT-6.0-154 mit einer Gesamtleistung von 353 MW errichtet werden. Die Leistung der einzelnen Turbinen wurde von ursprünglich 6,0 MW auf 6,3 MW gesteigert, sodass sich die Leistung um 17 MW erhöhte.[8]

Neben RWE sind Macquaire Capital, die Green Investment Bank (GIB) und Siemens Financial Services mit einem Anteil von jeweils 25 % beteiligt sein.[9] Die Windpark-Erweiterung soll rechnerisch Strom für 336.000 Haushalte liefern.[10]

Geschichte und Bau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erweiterung wurde ursprünglich von RWE und SSE vorangetrieben. Ende 2014 wurde das Projekt kurzzeitig auf Eis gelegt, nachdem SSE ausgestiegen war, dann jedoch mit neuen Partnern fortgesetzt. Im Oktober 2015 wurde die endgültige Investitionsentscheidung getroffen.[9]

Im Juni 2016 wurde eine Sicherheitszone von 500 Meter um die vorgesehenen WKA-Standorte des Windparks Galloper eingerichtet, damit die Bauarbeiten auf dem Baufeld beginnen können.[11] Ende Dezember 2016 wurde das erste Fundament installiert.[10] Mitte Februar 2017 war die Hälfte der Fundamente installiert.[12] Am 28. März 2017 und damit zwei Monate früher als geplant wurde die Montage der Fundamente beendet.[10] Die erste Windkraftanlage wurde im Mai 2017 errichtet.[13] Ende September 2017 waren 24 der 56 Turbinen installiert.[14]

Am 5. November 2017 wurde der erste Strom im Windpark erzeugt und 38 Turbinen waren installiert.[8]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Offshore-Windpark Greater Gabbard – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Greater Gabbard Offshore Wind Project, United Kingdom. In: power-technology.com. Abgerufen am 5. Januar 2011 (englisch).
  2. Greater Gabbard. Internetsite von SSE, abgerufen am 5. Januar 2011
  3. GGOWL and Fluor settle Greater Gabbard legal battle. In: Windpower Monthly, 15. Mai 2013, abgerufen am 30. Mai 2013
  4. Datasheet for site: Greater Gabbard Offshore Wind Farm. LORC. Abgerufen am 5. Januar 2011
  5. Greater Gabbard (Memento vom 27. Mai 2013 im Internet Archive). Internetsite von RWE Innogy, abgerufen am 5. Januar 2011
  6. Siemens und Vestas sichern Offshore-Arbeitsplätze. In: erneuerbareenergien.de. 6. Oktober 2017; abgerufen am 7. Oktober 2017.
  7. Greater Gabbard. http://www.4coffshore.com/. Abgerufen am 5. Januar 2011
  8. a b c Galloper OWF Generates First Power. Turbines Tweaked to Add 17MW More. In: offshorewind.biz. 7. November 2017; abgerufen am 7. November 2017 (englisch).
  9. a b RWE completes Galloper finance and orders Siemens 6MW. In: Windpower Offshore. 30. Oktober 2015; abgerufen am 30. Oktober 2015 (englisch).
  10. a b c GeoSea Installs All Galloper Foundations Two Months Early. offshorewind.biz, 29. März 2017; abgerufen am 30. März 2017 (englisch).
  11. Berichten aan Zeevarenden Heft 21/2016, Meldung 202, S. 7/8, Koninklijke Marine (NL), Dienst der Hydrografie, ISSN 0166-932X
  12. Half of Galloper Foundations In Place. In: offshoreWind.biz. 13. Februar 2017; abgerufen am 13. Februar 2017 (englisch).
  13. Galloper welcomes first turbine. In: Windpower Offshore. 17. Mai 2017; abgerufen am 18. Mai 2017 (englisch).
  14. 24 Turbines Up at Galloper Offshore Wind Farm. In: offshoreWIND.biz. 27. September 2017; abgerufen am 27. September 2017 (englisch).