Offshore-Windpark Greater Gabbard

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

f2

„Offshore-Windpark Greater Gabbard“

BW

Lage
„Offshore-Windpark Greater Gabbard“ (Vereinigtes Königreich)
„Offshore-Windpark Greater Gabbard“
Koordinaten 51° 52′ 48″ N, 1° 56′ 24″ OKoordinaten: 51° 52′ 48″ N, 1° 56′ 24″ O
Land Vereinigtes Königreich
Gewässer Nordsee
Daten
Primärenergie Windenergie
Leistung 504 MW (elektrisch)
Typ Offshore-Windpark
Eigentümer Scottish and Southern Energy, RWE
Betriebsaufnahme 2012
Turbine 140 × Siemens SWT-3.6-107
Website http://www.sse.com/GreaterGabbard/
Stand 2012

Greater Gabbard war bei Fertigstellung im September 2012 mit 140 Windkraftanlagen und einer Gesamtnennleistung von 504 MW der größte Offshore-Windpark der Welt. Betrieben wird der in der Nordsee gelegene Windpark von den Unternehmen Scottish and Southern Energy und RWE. Die Kosten des Projektes (ohne Netzanschluss) wurden mit 650 Mio. £ veranschlagt.[1]

Eine Erweiterung des Windparks, die unter der Projektbezeichnung Galloper firmiert, befindet sich derzeit in Bauvorbereitung.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Greater Gabbard liegt etwa 23 Kilometer vor der Küste der Grafschaft Suffolk, die Wassertiefe beträgt zwischen 24 und 34 m. Der Windpark besteht aus zwei Teilflächen mit einer Gesamtfläche von 147 km², die durch die Sandbänke Inner Gabbard und The Galloper voneinander getrennt sind. Die durchschnittliche Windgeschwindigkeit in 80 m Höhe beträgt 9 m/s, der prognostizierte Energieertrag liegt bei 1750 GWh im Jahr.[2] Damit können laut RWE 530.000 britische Durchschnittshaushalte versorgt werden.[3] Der Kapazitätsfaktor liegt demnach bei rund 40 %.

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maschinenhäuser im Hafen von Harwich

Aufgestellt wurden 140 Windkraftanlagen des Typs Siemens SWT-3.6-107 mit 3,6 MW Nennleistung, einem Rotordurchmesser von 107 m sowie einer Rotorfläche von rund 9.000 m², die Nabenhöhe liegt bei 78 m. Der Abstand der Anlagen zueinander beträgt mindestens 650 m. Als Fundament kamen bis zu 70 Meter lange Monopiles zum Einsatz, die über 20 m tief in den Meeresboden gerammt wurden. Ebenfalls zum Windpark gehören zwei Umspannplattformen. Diese sind über insgesamt 172 km 34-kV-Seekabel mit den Windkraftanlagen verbunden und transformieren den Strom von der Mittelspannungsebene auf 132 kV. Anschließend wird der Strom über drei Exportkabel von je 45 km Länge zur Umspannstation in Leiston geleitet, wo er in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Greater Gabbard gehört zur Round-2-Ausschreibung und wurde ursprünglich von den Unternehmen Airtricity und Fluor entwickelt, die das Joint Venture „Greater Gabbard Offshore Winds“ gründeten. Nach dem Kauf von Airtricity durch Scottish and Southern Energy übernahm dieser schließlich auch die von Fluor gehaltenen Anteile an dem Projekt, womit SSE der alleinige Eigentümer war. Im November 2008 stieg schließlich RWE mit einem Anteil von 50 % ein.

Genehmigt wurde Greater Gabbard im Oktober 2007. 2008 begannen die bauvorbereitenden Maßnahmen an Land, die Offshore-Arbeiten wurden 2009 aufgenommen. Im Januar 2011 speisten die beiden ersten Windkraftanlagen Strom in das öffentliche Netz ein. Im November 2011 waren alle Monopiles sowie die Übergangsstücke platziert, von den 122 bis dato aufgestellten Windkraftanlagen hatten 83 bereits Strom in das Netz eingespeist.[5] Die letzte Windturbine wurde am 7. September 2012 errichtet. Da zunächst noch Zweifel an der Sicherheit einiger Fundamente bestanden, wurde der Windpark erst im Mai 2013 vom Betreiber abgenommen.[6]

Erweiterung als Offshore-Windpark Galloper[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zudem wurde die Erweiterung um das Projekt Galloper geplant, die ursprünglich von RWE und SSE vorangetrieben wurde. Ende 2014 wurde das Projekt kurzzeitig auf Eis gelegt, nachdem SSE ausgestiegen war, dann jedoch mit neuen Partnern fortgesetzt. Im Oktober 2015 wurde die endgültige Investitionsentscheidung getroffen. Insgesamt sollen 56 Windkraftanlagen des Typs Siemens SWT-6.0-154 mit einer Gesamtleistung von 336 MW errichtet werden. Neben RWE werden Macquaire Capital, die Green Investment Bank (GIB) und Siemens Financial Services mit einem Anteil von jeweils 25 % beteiligt sein. Die Inbetriebnahme soll spätestens im März 2018 erfolgen.[7] Im Juni 2016 wird eine Sicherheitszone von 500 Meter um die vorgesehenen WKA-Standorte des Windparks Galloper eingerichtet, damit die Bauarbeiten auf dem Baufeld beginnen können.[8]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Offshore-Windpark Greater Gabbard – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Greater Gabbard Offshore Wind Project, United Kingdom. http://www.power-technology.com/. Abgerufen am 5. Januar 2011
  2. Datasheet for site: Greater Gabbard Offshore Wind Farm. LORC. Abgerufen am 5. Januar 2011
  3. Greater Gabbard (Memento vom 27. Mai 2013 im Internet Archive). Internetsite von RWE Innogy, abgerufen am 5. Januar 2011
  4. Greater Gabbard. http://www.4coffshore.com/. Abgerufen am 5. Januar 2011
  5. Greater Gabbard. Internetsite von SSE, abgerufen am 5. Januar 2011
  6. GGOWL and Fluor settle Greater Gabbard legal battle. In: Windpower Monthly, 15. Mai 2013, abgerufen am 30. Mai 2013
  7. RWE completes Galloper finance and orders Siemens 6MW. In: Windpower Offshore, 30. Oktober 2015, abgerufen am 30. Oktober 2015
  8. Berichten aan Zeevarenden Heft 21/2016, Meldung 202, S. 7/8, Koninklijke Marine (NL), Dienst der Hydrografie, ISSN 0166-932X