Offshore-Windpark Merkur

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Offshore-Windpark „Merkur Offshore“
Lage
Offshore-Windpark „Merkur Offshore“ (Nordsee)
Offshore-Windpark „Merkur Offshore“
Koordinaten 54° 2′ 0″ N, 6° 33′ 0″ OKoordinaten: 54° 2′ 0″ N, 6° 33′ 0″ O
Land Deutschland
Gewässer Nordsee
Daten
Typ Offshore-Windpark
Primärenergie Windenergie
Leistung 396 MW
Eigentümer Windreich, DEME
Betreiber Merkur Offshore GmbH, Hamburg
Projektbeginn 1. August 2016
Betriebsaufnahme 2019 (geplant)Vorlage:Zukunft/In 2 Jahren
Turbine 66 × Alstom Haliade 6 MW
Website www.merkur-offshore.com
Lage von Merkur Offshore innerhalb der Windparks in der Deutschen Bucht

Merkur Offshore, ehemals MEG 1, ist ein von Windreich und DEME sowie Alstom (jetzt General Electric) geplanter Offshore-Windpark in der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone der Nordsee. Der Park wird mit 66 GE Anlagen vom Typ „Haliade 150“ ausgestattet. [1] Im August 2016 wurde die Finanzierung gesichert. Zum Kapitalgeber-Konsortium gehören General ElectricDEME, Partners Group, InfraRed Capital Partners und die französische Organisation ADEME. Das Regelarbeitsvermögen des Windparks liegt bei ca. 1750 GWh pro Jahr.[2]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Merkur Offshore befindet sich in der Nordsee innerhalb der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone. Das Projektfeld liegt ca. 45 Kilometer nördlich der Insel Borkum und umfasst eine Fläche von ca. 47 km² bei Wassertiefen von etwa 27–33 Meter.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Antrag der Multibrid Entwicklungsgesellschaft mbH vom 10. April 2006 wurde am 31. August 2009 durch das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) die Errichtung und der Betrieb von 80 Windenergieanlagen genehmigt. Am 13. April 2011 erteilte das BSH der Nordsee Offshore MEG I GmbH die 1. Freigabe nach dem BSH-Standard „Konstruktive Ausführung von Windenergieanlagen“. [4]

Aufgrund der Insolvenz von Windreich geriet der Entwicklungsprozess ins Stocken und auf Antrag des Genehmigungsinhabers wurden die Bestimmung zum spätesten Baubeginn durch das BSH zunächst bis zum 1. Juli 2016 und später bis zum 1. August 2017 verlängert.

Während der Entwicklungsphase wurden verschiedenen Designanpassungen in den Gründungsstrukturen (Monopile - Jacket - Monopile) und der Anzahl und Größe der Turbinen vorgenommen. Als finales Design haben sich 66 Turbinen je 6 MW mit Monopilegründungen durchgesetzt.

Die Projektfinanzierung begann mit Nordsee Offshore MEG 1 GmbH und DEME Concessions und wurde zum Financial Close mit der Gründung der Merkur Offshore GmbH als ein Joint Venture zwischen Partners Group, InfraRed Capital Partners, DEME Concessions und Coriolis abgeschlossen.[2]

Netzanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Netzanbindung von „Merkur Offshore“ wird vom Übertragungsnetzbetreiber TenneT TSO (ehemals Transpower) durchgeführt und wird über die (auch für den Offshore-Windpark „Borkum Riffgrund 2“ genutzte) HGÜ „DolWin 3“ erfolgen. Als offizieller Netzanbindungstermin ist der 23. August 2017 vorgesehen.[5]

Eigenkapitalgeber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Eigenkapital wurde durch die Anteilseigner in folgendem Verhältnis bereit gestellt[6]:

PG Merkur Holding GmbH 50 %
InfraRed Capital Partners 25 %
DEME Concessions Merkur B.V. 12,5 %
Coriolis FOAK S.A.S. 12,5 %

Technologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründungsstrukturen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Einsatz kommen 66 XL-Monopiles mit Durchmessern von bis zu 8 m, Längen bis zu 73 m und einem Gesamtgewicht von ca. 970 t. Die Verbindung zum Transition Piece erfolgt über einen verschraubten Flansch. Jeder Monopile besteht aus 3 Sektionen:

1.     untere zylindrische Sektion

2.     mittlere konische Sektion

3.     obere zylindrische Sektion

Die Länge der unteren zylindrischen Sektion variiert in Abhängigkeit von Wassertiefen und unterschiedlichen geotechnischen Randbedingungen an den einzelnen Lokationen.

Die ober zylindrische Sektion hat einen konstanten Außendurchmesser von 6,0 m. Die konische Sektion hat einen Außendurchmesser von 6,0 m an der Oberseite und steigt auf 7,6 m oder 7,8 m an der Unterseite an. Die untere Sektion hat abhängig vom Standort einen Durchmesser von 7,6 m oder 7,8 m.[6]

Länge 58.5 m – 72.6 m
Einbindetiefe 25 m – 35.4 m
Unterer Durchmesser 7.6 m – 7.8 m
Oberer Durchmesser 6.0 m
Gewicht 703 t – 970 t

Umspannstation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Auftrag zum Bau der OSS wurde von GeoSea an das Joint Venture aus Cofely Fabricom, Iemants und Tractebel Engineering vergeben. Die OSS wandelt die Spannung von 33 kV in 155 kV um und bildet den Übergabepunkt für die produzierte Energie an den Netzbetreiber Tennet ab. Die Topside wird auf einer Jacket Gründung installiert und vollautomatisch unbemannt betrieben. Für Service und Wartungsarbeiten wird ein schneller Zugriff per Helikopter über ein Helipad ermöglicht.[6]

Technische Daten:

  • Jacket:
    • 4-Bein-Jacket mit einer Spannweite von 24x24m (oben) und 39x39m (unten)
    • 12 J-Tubes für die Inner Park Kabel
    • 2 J-Tubes für die Export Kabel
    • 2 Boat Landings
    • Rigging Plattform zum Kabel ziehen
  • Topside:
    • Nennleistung 396 MW
    • Leistungstransformatoren 155/33/33 kV - 220/300 MVA
    • Hilfs- und Notstromversorgung: 2 Dieselgeneratoren je 1.250 kVA, installiert bei WTGs im Falle eines Netzausfalls für bis zu 21 Tage ohne Betankung, 150.000 l Diesel
    • Notstromversorgung: 200 kVA zum Betrieb aller Sicherheitssysteme (Kran, Leuchten, Rettungssysteme, Automatisierung)
    • 3 Decks (meist geschlossen und belüftet durch ein Wechselstromsystem)
    • Hubschrauberlandeplatz
    • Top-Deckkran SWL
    • 8 Tonnen netto
    • 22 m Reichweite (SWH, 1,5 m)
    • zertifiziert für Man-Riding
    • OSS unbemannt
    • Unterkunft für bis zu 12 Personen zur Verfügung
    • Gewicht: ca. 1.400 Tonnen

Inner-Park-Verkabelung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Inner-Park-Verkabelung erfolgt in einer Redundanz bietenden Loop-Konfiguration. 66 Anlagen werden auf 12 Strings mit je 5-6 Anlagen verteilt. Über ein Brückenkabel werden je 2 Strings zu einem Loop zusammen geschlossen.[6]

Die Kabelverlegung erfolgt mit einem speziellen Kabellegeschiff wie z.B. der Nexus von Van Oord. Dabei wird zunächst mit einer Grabenziehmaschine ein Graben erzeugt, dass Kabel verlegt und der Graben anschließend von einem CTV aus mit einem Einspülvorgang wieder verschlossen.

Windenergieanlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Merkur Offshore wird mit 66 Windkraftanlagen des Typs „Haliade 150-6MW“ mit einer Nennleistung von jeweils 6 MW und einem Rotordurchmesser von 150 Metern ausgestattet; die Nabenhöhe liegt bei 102 Metern. Ausgelegt ist sie für die Windklasse IB, d.h. für Offshore-Standorte mit einer Referenzwindgeschwindigkeit von 50 m/s (10-min Durchschnitt) und einer 50-jährigen Extrem-Böen-Geschwindigkeit von 70 m/s (3-Sekunden-Durchschnitt).[6]

Die Haliade 150-6MW ist eine 3-Blatt Aufwind-Anlage, die mit einem direkt angetriebenen Permanentmagnetgenerator und drei identischen Vollumrichtern ausgestattet ist. Die Umrichter und Transformatoren befinden sich am Turmboden und im Niederspannungs-Schaltschrank. Zur Versorgung der Kühlventilatoren, sowie der Pitch und Yaw Steuerung ist ein Verteilerschrank in der Gondel platziert. Um die verbauten Komponenten vor Korrosion und hohen Temperaturen zu schützen wird die Innenluftqualität der Gondel durch eine Klimaanlage konstant gehalten und die wichtigsten Komponenten werden durch Wärmetauscher gekühlt.

Netzanschluss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verantwortung für die Netzanbindung trägt der Übertragungsnetzbetreiber TenneT. Die Merkur Offshore-Umspannstation sammelt die erzeugte Elektrizität der Windenergieanlagen und überträgt sie an TenneTs „DolWin 3“, eine HVDC-Wandlerplattform. Von „DolWin 3“ wird der Strom über DC-Kabel zur HVDC-Umrichtstation in Dörpen-West transportiert.[4]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alstom Haliade set for Merkur Offshore - updated. (windpoweroffshore.com [abgerufen am 1. August 2017]).
  2. a b Finanzierung für Offshore-Windparkprojekt Merkur bestätigt. In: Sonne Wind & Wärme, 12. August 2016, abgerufen am 12. August 2016.
  3. 4C Offshore. Abgerufen am 1. August 2017.
  4. a b Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH): Windparks. Abgerufen am 1. August 2017 (deutsch).
  5. DolWin3 - TenneT. Abgerufen am 1. August 2017 (deutsch).
  6. a b c d e Merkur Offshore – Offshore wind energy to power the world. Abgerufen am 1. August 2017 (amerikanisches englisch).